Schwarzschnabel-Sturmtaucher

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schwarzschnabel-Sturmtaucher
Schwarzschnabel-Sturmtaucher (Puffinus puffinus) (links) mit Dunklem Sturmtaucher (Puffinus griseus)

Schwarzschnabel-Sturmtaucher (Puffinus puffinus) (links) mit Dunklem Sturmtaucher (Puffinus griseus)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Röhrennasen (Procellariiformes)
Familie: Sturmvögel (Procellariidae)
Gattung: Sturmtaucher (Puffinus)
Art: Schwarzschnabel-Sturmtaucher
Wissenschaftlicher Name
Puffinus puffinus
(Brünnich, 1764)
Schwarzschnabelsturmtaucher bei Island

Der Schwarzschnabel-Sturmtaucher (Puffinus puffinus), auch Atlantiksturmtaucher genannt, ist eine Art aus der Familie der Sturmvögel. Die Art ist ein regelmäßiger Gastvogel an der Nordseeküste Mitteleuropas. Auch im mitteleuropäischen Binnenland ist diese Art bereits mehrfach nachgewiesen worden.

Beschreibung[Bearbeiten]

Ausgewachsen erreichen Schwarzschnabel-Sturmtaucher eine Körperlänge von 31 bis 36 Zentimeter und ein Gewicht von 375 bis 500 Gramm. Der Vogel ist einer der Seevögel des Atlantiks und brütet im Nordatlantik auf Inseln vor der Westküste von Wales und der Hebrideninsel Rum. Es gibt ferner kleine Populationen auf den Azoren, Madeira, den Salvages Inseln, Kanaren und auf Inseln vor der Bretagne sowie auf den Balearen (dort Unterart Puffinus puffinus mauretanicus). Die europäische Gesamtpopulation wird auf etwa 350.000 bis 390.000 Brutpaare geschätzt.[1]

In den nördlichen Brutgebieten ist der Schwarzschnabel-Sturmtaucher ein Zugvogel, der sich während des Winterhalbjahrs über den Gewässern vor Südamerika aufhält. Ein kleiner Teil überwintert möglicherweise auch vor den Küsten Südafrikas.[2] Adulte Vögel ziehen ab Juli in die Winterquartiere, juvenile Vögel folgen im September. Sie kehren im Zeitraum von Ende Februar bis Anfang April zurück. Die Zugrouten der Schwarzschnabel-Sturmtaucher sind noch nicht abschließend untersucht, möglicherweise vollführen sie jedoch einen Schleifenzug im Uhrzeigersinn über dem Südatlantik.

Die Nahrung besteht aus kleinen Fischen, Cephalopoden und Crustaceen. Auch auf dem Meer treibender Abfall wird gefressen. Die Brutplätze der Schwarzschnabel-Sturmtaucher sind begraste Felsklippen, die auch weiter vom Meer entfernt sind. Die Kolonien dieser Art sind häufig sehr groß. Einzelne Vögel dieser Art unternehmen die ersten Brutversuche in einem Alter von drei oder vier Jahren. Es gibt allerdings eine größere Zahl von Individuen, die erst ab ihrem achten Lebensjahr brüten.[3] Sie gehen eine monogame Dauerehe ein und zeigen Nestplatztreue. Das Nest ist eine von beiden Elternvögeln gegrabene Höhle, die eine Tiefe von ein bis zwei Meter hat. Sie legen nur ein Gelege, das von beiden Elternvögeln bebrütet wird. Die einzelnen Brutphasen dauern etwa sechs Tage, Ablösungen sind aber auch schon nach einem Tag oder auch erst nach 26 Tagen beobachtet worden.[4] Der Nestling wird bis zum achten oder zehnten Tag gehudert und nach in einem Abstand von 1,5 bis 2,2 Tagen gefüttert. Die Jungvögel werden nach etwa sechzig Tagen von den Elternvögeln verlassen. Sie verlieren dann stark Gewicht und fliegen nach etwa acht bis zehn Tagen aus.

Schwarzschnabel-Sturmtaucher können sehr alt werden. Der älteste Ringvogel erreichte ein Lebensalter von mehr als 52 Jahren und ist damit einer der ältesten durch Ringfunde belegten Vögel überhaupt.[5] Die extremen Lautäußerungen der Vögel haben ihnen in vielen Regionen auch die Bezeichnung „Teufelsvogel“ eingebracht.

Belege[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Günther Bauer, Einhard Bezzel und Wolfgang Fiedler (Hrsg): Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas: Alles über Biologie, Gefährdung und Schutz. Band 1: Nonpasseriformes – Nichtsperlingsvögel, Aula-Verlag Wiebelsheim, Wiesbaden 2005, ISBN 3-89104-647-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwarzschnabel-Sturmtaucher – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Puffinus puffinus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2008. Eingestellt von: BirdLife International, 2008. Abgerufen am 31. Januar 2009

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Bauer et al., S: 219
  2. Bauer et al., S. 219
  3. Bauer et al., S. 220
  4. Bauer et al., S. 220
  5. Bauer et al., S. 220