Schwedische Verfassung von 1809

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Die schwedische Verfassung von 1809 (schwedisch Regeringsformen) war die zwischen 1809 und 1974 gültige Verfassung des Königreichs Schweden. Sie löste die schwedische Verfassung von 1772 nach der vernichtenden Niederlage im Dritten Russisch-Schwedischen Krieg ab.

Als Folge der Krieges wurde König Gustav IV. Adolf am 13. März 1809 durch einen Staatsstreich gestürzt und an seine Stelle dessen Onkel als König Karl XIII. gewählt. Der Reichstag nahm die neue Verfassung am 6. Juni 1809 an.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der schwedische Adel nutzte die Gelegenheit der Niederlage, die Regeln des ganz auf den König zugeschnittenen politischen Systems der Verfassung von 1772/1789 abzuschütteln. Die Rolle des Königs wurde deutlich geschwächt, diejenige des Ständeparlamentes gestärkt. Die Verfassung knüpfte damit an die Zeit zwischen 1719 und 1772 an, in der das Parlament eine wesentliche Rolle gespielt hatte. Diese Gewichtsverschiebung innerhalb der staatlichen Mächte entsprach mit der Trennung der Aufgaben der Exekutive (König) und der Legislative (Parlament) gleichzeitig dem Zeitgeist.

Reformen[Bearbeiten]

Im Laufe der Zeit erfolgten eine Reihe von Reformen.

  • 1866 wurde eine Parlamentsreform durchgeführt. Das bisher aus den vier Ständen zusammengesetzte Haus wurde durch ein Zweikammersystem ersetzt.
  • 1876 wurde das Amt des Premierministers eingeführt.
  • Anfang der 1920er Jahre wurde das allgemeine und gleiche Wahlrecht eingeführt. Damit wurde das Land faktisch zu einer parlamentarischen Monarchie, auch wenn sich dies formalrechtlich nicht im Text niederschlug.
  • 1970 wurde der Reichstag in das heutige Ein-Kammer-Parlament umgewandelt.

1975 wurde die Verfassung durch die heute gültige schwedische Verfassung von 1974 abgelöst.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Regeringsform 1809 – Quellen und Volltexte (schwedisch)
 Wikisource: historische schwedische Dokumente – Quellen und Volltexte (schwedisch)