Schwertträger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schwertträger
♂, Wildform

♂, Wildform

Systematik
Ordnung: Zahnkärpflinge (Cyprinodontiformes)
Unterordnung: Cyprinodontoidei
Familie: Poeciliidae
Unterfamilie: Lebendgebärende Zahnkarpfen (Poeciliinae)
Gattung: Xiphophorus
Art: Schwertträger
Wissenschaftlicher Name
Xiphophorus hellerii
Heckel, 1848

Der Schwertträger (Xiphophorus hellerii) ist ein in Mittelamerika heimischer Fisch aus der Familie der Lebendgebärenden Zahnkarpfen, der zu den beliebtesten Süßwasserzierfischen gehört.

Merkmale[Bearbeiten]

Schwertträger weisen einen länglichen Körper mit spitzem Kopf auf. Die Männchen besitzen am unteren Teil der Schwanzflosse einen langen, geraden Fortsatz von etwa einem Drittel der Körperlänge, das Schwert. Die Färbung variiert stark zwischen verschiedenen Populationen. Die meisten Farbvarianten weisen einen braunen bis fast schwarzen oder roten Streifen entlang der Mitte der Flanken sowie Flecken auf der Schwanzflosse auf. Über dem zentralen Streifen kommen in manchen Populationen ein oder zwei weitere Streifen darunter und darüber vor. Das Schwert der Männchen ist kräftig gelb gefärbt mit schwarzen Kanten, von denen die untere ausgeprägter ist. Bei älteren Exemplaren ist das Schwert oft völlig schwarz.

Männchen erreichen eine Länge von bis zu 14, Weibchen von bis zu 16 Zentimetern.

Flossenformel: Dorsale: 11-14, Anale 8-10

Vorkommen und Lebensweise[Bearbeiten]

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Schwertträgers reicht vom Norden Mexikos bis nach Guatemala und Honduras.[1] Durch den Menschen wurde er jedoch global verbreitet, so in Nordamerika bis nach Kanada, in Afrika und in Australien.

Schwertträger bevorzugen schnell fließende Gewässer mit reichem Pflanzenbewuchs. Als Nahrung dienen Würmer, Krustentiere, Insekten und Wasserpflanzen.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Wie alle Lebendgebärende Zahnkarpfen praktizieren auch Schwertträger eine Begattung, bei der zur Übertragung der Spermien das Männchen sein Gonopodium in der Genitalöffnung des Weibchens einführt. Die sechs bis neun Millimeter großen Jungen werden nach einer Tragzeit von 28 bis 42 Tagen geboren. Die Würfe der Wildform bestehen aus 20 bis 150 Jungfischen, große Weibchen von Zuchtformen gebären häufig auch mehr als 150 Nachkommen in einem Wurf. Von Aquarianern wird wiederholt von einer vermeintlichen Geschlechtsumwandlung von weiblichen zu männlichen Tieren berichtet, dabei handelt es sich aber in der Regel um Spätmännchen. So bezeichnen Aquarianer Männchen der Lebendgebärenden Zahnkarpfen, die ihre Geschlechtsmerkmale, besonders das Gonopodium, erst spät ausbilden.[2]

Das Geschlecht wird durch zahlreiche Gene bestimmt, die nicht (wie etwa beim Menschen) auf spezielle Geschlechtschromosomen beschränkt sind. Bei einigen daraufhin untersuchten Zuchtstämmen variierte die Geschlechterverteilung von 1:1 bis 1:4 (zugunsten der Weibchen).[3] Die Spermien bleiben, wie auch bei verwandten Arten und Gattungen, über Monate hin funktionsfähig, so dass eine einzige Kopulation für etliche Würfe ausreicht.

Aquaristik[Bearbeiten]

Der Schwertträger ist aufgrund seiner ungewöhnlichen Form und der vielen Farbvarianten ein beliebter Aquarienfisch. Einige Zuchtformen besitzen, ähnlich wie beim Guppy, ein Oberschwert oder ein Doppelschwert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Clyde S. Tamaru & al: A Manual for Commercial Production of the Swordtail. University of Hawaii 2001, Online (PDF; 454 kB).
  2.  Claus Schaefer, Torsten Schröer (Hrsg.): Das große Lexikon der Aquaristik. Ulmer Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-7497-9. S. 985, 987-988
  3. Clyde S. Tamaru & al: A Manual for Commercial Production of the Swordtail. University of Hawaii 2001, Online (PDF; 454 kB).
  4.  Claus Schaefer, Torsten Schröer (Hrsg.): Das große Lexikon der Aquaristik. Ulmer Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-7497-9. S. 608

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwertträger – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien