Seilunterstützte Baumklettertechnik

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Baumkletterer an einer abgeasteten Eiche

Seilunterstützte Baumklettertechnik (kurz SKT) ist eine Seiltechnik der Forstwirtschaft und Baumpflege, die über reines Baumklettern hinausgeht. Die Methodik umfasst Kletter- und Riggingtechniken, fachgerechten Einsatz der Motorsäge am Baum, spezielle Holzberge- und -rücktechniken sowie Maßnahmen der Sicherheit. Die Seilklettertechnik SKT ist ein von den Berufsgenossenschaften anerkanntes Arbeitsverfahren.

Grundlage[Bearbeiten]

Bäume werden zumeist mit seilunterstützter Baumklettertechnik erklettert. Im Unterschied zum Freiklettern an Felsen dient das Seil bei bestimmten Baumklettertechniken (vor allem der Doppelseiltechnik) zur Unterstützung des Kletterers und ermöglicht beispielsweise ein „Begehen der Äste“. Der Kletterer kann somit die gesamte Krone des Baumes, bis hin zum Feinastbereich erreichen.

Durch den Einsatz moderner Seiltechnik beim Baumklettern ist fast jeder Ast an jedem Baum auch an für Technik (Hubarbeitsbühne, Kran) unzugänglichen Standorten erreichbar. Nur abgestorbene und extrem bruchgefährdete Bäume oder Äste, sowie Kronenbereiche in der Nähe von Hochspannungsleitungen sind nicht zugänglich.

In der Baumpflege ist neben allgemeinen Arbeiten der Pflege und Baumsanierung inzwischen auch das vollständige Abtragen von Bäumen mittels Seilklettertechnik (SKT) üblich, die zu den Fälltechniken zählt, sich aber grundsätzlich von der Fällung unterscheidet, weil der Baum nicht im Stück gelegt, sondern im Stehen in Teile zerlegt wird. Die Stücke werden meist über kontrolliertes Ablassen am Seil durch Helfer geborgen, bei möglichem Zugang auch am Kran oder mit dem Greifer, in Ausnahmefällen auch am Hubschrauber.

Ausbildung und Ausübung[Bearbeiten]

Für die gewerblichen Anwendung ist gem. Arbeitsschutzvorschriften eine entsprechende Ausbildung in Seilklettertechnik SKT (A-C), eine gültige Erste-Hilfe-Ausbildung und die Arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen G41 und G25 (bis 2010: H9) sind nötig. Hierfür sind insbesondere die Gefährdungen Absturz und Hängetrauma ursächlich. Die dreistufige Ausbildung und Zertifizierung erfolgt durch eine Berufskletterschule und die Berufsgenossenschaft.

Hierbei ist zu erwähnen, dass mit erfolgreichem Abschluss der Stufe A das Klettern und der Einsatz der Handsäge und mit der Stufe B der Klettereinsatz mit Motorsäge möglich wird. Gleichzeitig kann der Anwender ab Stufe B auch als aufsichtsführende Person eingesetzt werden bzw. die Baustellenverantwortung übernehmen.

Persönliche Schutzausrüstung[Bearbeiten]

Baumkletterei-Ausrüstung

Eine vollständige und gute Kletterausrüstung, die regelmäßig auf Verschleiß kontrolliert werden muss, ist unerlässlich für die Sicherheit des Baumkletterers.

Persönliche Schutzausrüstung (PSA) eines Baumkletterers:

Baumfällung an einem Problemstandort[Bearbeiten]

Bildserie einer Baumfällung an einem Problemstandort: Er steht in rundum bebautem Areal und kann keinesfalls „gelegt“ werden. Aufgrund dieses schon langanhaltenden Problems ist der Baum übermäßig ausgewachsen und kann nicht mehr in einem Stück geborgen werden. Selbst bei einer allfälligen Bergung mit einem leistungsfähigen modernen Autokran oder per Hubschrauber müsste der Stamm im Stehen in Teile zerlegt werden. Weil der Stamm aber keine Fäulnis aufweist, kann er in seilunterstützer Klettertechnik abgetragen werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]