Simulationsspiel

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Dieser Artikel befasst sich mit Simulationsspiel als lern- oder therapieorientierter Maßnahme. Für eine andere Bedeutung als Brettspiel siehe auch Konfliktsimulation oder als Computerspiel siehe die Kategorie Simulationsspiele.

Simulationsspiele/Aktivitäten sind eher Methoden als Spiele im engeren Sinn: Sie erzeugen eine realitätsnahe Umgebung, in der Verhaltensweisen getestet werden können. Oft werden diese Spiele/Aktivitäten auch eingesetzt, um eine (Unterrichts)-Reihe zu beginnen. Simulationsspiele/Aktivitäten sind geeignet, um Betroffenheit/Empathie zu erzeugen oder um eine Gruppe in eine bestimmte Situation zu versetzen, die sie sonst nur kognitiv und nicht emotional erfahren kann. Es werden vier Funktionen unterschieden (vgl. Demmerle, Schmidt, Hess & Schneider, 2005):

  • diagnostische Funktion: Wie verhält sich eine Person in einer bestimmten Funktion?
  • Rückmeldefunktion: Ein Spieler erhält Rückmeldung über Verhalten oder dessen Wirkung.
  • Trainingsfunktion: Neue Verhaltensweisen werden getestet und optimiert.
  • Perspektivenfunktion: Spieler schlüpfen in andere Rollen, um (soziale) Situationen aus anderen Perspektiven beurteilen zu können (z. B. Rollentausch).

Zu den wichtigsten Vertretern gehören

(vgl. Demmerle, Schmidt, Hess & Schneider, 2005).

Simulationsspiele werden in der Regel in Gruppen durchgeführt (Gruppenspiele), Fallstudien und Planspiele können jedoch auch in Ein-Personen-Settings eingesetzt werden.

Clark Aldrich bezeichnet Simulationsspiele (Sim Games) im Gegensatz zu Serious Games als: „The New Media of "Learning to Do", not just "Learning to Know".“

Nicht nur in den Sozialwissenschaften, auch in den Wirtschafts- und Ingenieurswissenschaften werden Simulationsspiele angewandt. Zurzeit gibt es fünf wesentliche Kategorien von Simulationsspielen:

  • Fahrzeug- und Flugsimulation
  • Baukonstruktion
  • Einsatzkräftekoordination
  • Sustainable Development
  • Wirtschaftssimulation

Nach BANKS, Jerry (1998), FERNÁNDEZ-IZQUIERDO et. al. (eds.)(2013) und LAW, Averill M. (2007), gibt es zurzeit 8 wesentliche Anwendungsbereiche:

  • Engineering | Architektur | Design
  • Forschung | Life Sciences
  • Informatik | Telekommunikation
  • Training und Education
  • Corporate Social Responsibility (CSR) and Sustainable Development
  • Transportation | Logistics | Services
  • Finance and Accountability
  • Management, Marketing
  • Economics and Politics

Literatur[Bearbeiten]

  • ALDRICH, Clark (2009): The Complete Guide to Simulations & Serious Games, John Wiley & Sons
  • BANKS, Jerry (ed.) (1998): Handbook of Simulation, John Wiley & Sons
  • BAUDRILLARD, Jean (1995): Simulacra and Simulation, University of Michigan Press; 17th Printing edition (February 15, 1995)
  • BOX, George E. P.; DRAPER, Norman R. (1987). Empirical Model-Building and Response Surfaces, p. 424, Wiley. ISBN 0-471-81033-9.
  • DEMMERLE, C., SCHMIDT, J. M., HESS, M. & SCHNEIDER, P.(2005): Minitechniken der Personalentwicklung. In: J. Ryschka, M. Solga, Axel Mattenklott (Hrsg.): Praxishandbuch Personalentwicklung. Wiesbaden: Gabler
  • FERNÁNDEZ-IZQUIERDO, María Ángeles, MUÑOZ-TORRES, María Jesús, LEÓN, Raúl (Eds.)(2013): Modeling and Simulation in Engineering, Economics and Management, in: Proceedings of the International Conference, MS 2013, Castellón de la Plana, Spain, June 6-7, 2013, Springer Heidelberg Dordrecht London NewYork.
  • HERZ, D. & BLÄTTE, A. (Hrsg.)(2000): Simulation und Planspiel in den Sozialwissenschaften. Münster: LIT.
  • LAW, Averill M. (2007): Simulation, Modeling and Analysis, McGraw Hill