Slovenská demokratická koalícia

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Slovenská demokratická koalícia (SDK, deutsch Slowakische Demokratische Koalition) war eine politische Partei in der Slowakei zwischen den Jahren 1998 und 2002.

Geschichte[Bearbeiten]

Die SDK wurde am 3. Juli 1997 noch als eine Wahlkoalition gegründet. Sie entstand aus fünf Parteien: Demokratická únia (Demokratische Union, DÚ), Kresťanskodemokratické hnutie (Christlich-demokratische Bewegung, KDH), Demokratická strana (Demokratische Partei, DS), Sociálnodemokratická strana Slovenska (Sozialdemokratische Partei der Slowakei, SDSS) und Strana zelených na Slovensku (Partei der Grünen in der Slowakei, SZS). Diese Zusammenarbeit entstand zum Teil nach den Ereignissen um das „verhinderte“ Referendum im Mai 1997, aber auch zur Vereinigung der oppositionellen Parteien, im Gegensatz zur regierenden HZDS.[1]

Als Reaktion auf diese Koalition verabschiedete die von HZDS geleitete Regierung im Mai 1998 ein Gesetz, das faktisch das Teilnehmen von Koalitionen verhinderte (die SDK bräuchte laut dem vorigen Wahlgesetz 10 % der Stimmen, nun brächte sie mindestens 25 %, um ins Parlament einzuziehen).[1] Da für einzelne Parteien blieb aber Sperrklausel weiterhin 5 %, die Koalition umwandelte sich in eine Partei mit 150 Mitgliedern (Anzahl von Sitzen im Nationalrat), wo aber die Mitglieder aus seinen ursprünglichen Parteien erst austreten mussten. Als Vorsitzender wurde beim ersten Parteikongress in Trnava am 4. Juli 1998 Mikuláš Dzurinda gewählt.

Bei den Parlamentswahlen im September 1998 gewann zwar die HZDS mit 27 % der Stimmen, die SDK konnte aber mit 26,33 % als zweitstärkste Kraft einziehen und war in der Lage, eine neue Regierung zu bilden. So entstand die Koalition SDK-SDĽ-SMK-SOP mit verfassungsmäßigen Mehrheit (93 von 150 Sitzen) im Parlament. Der Premierminister wurde Mikuláš Dzurinda (Regierung Dzurinda I, sogenannte „Regierung der Wende“ nach dem Wahlslogan von SDK).

Die Partei hörte offiziell im Juni 2002 auf, kurz vor den Wahlen 2002, weiter zu existieren; sie wurde aber schon im Jahr 2000 betroffen, nachdem ein Teil der ehemaligen Mitglieder die Partei SDKÚ gründeten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Dušan Kováč et al., Kronika Slovenska 2, 1999, Fortuna Print, S. 563 und 570.