Stabkirche Eidsborg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stabkirche in Eidsborg

Die Stabkirche Eidsborg gilt als eine der besterhaltensten Stabkirchen Norwegens. Mit 82 Sitzplätzen ist sie eine kleine Gemeindekirche der Propstei Vest-Telemark.[1] Es wird vermutet, dass sie auf einer früheren Kirche aufgebaut wurde. Sie ist erstmals 1354 schriftlich erwähnt, wird jedoch anhand ihrer stilistischen Merkmale auf die Zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts datiert. Die Kirche umgibt ein Friedhof, der sowohl neue als auch Gräber aus dem Mittelalter beherbergt.

Lage[Bearbeiten]

Eidsborg ist ein kleiner Ortsteil der Kommune Tokke in der Provinz Telemark. Er befindet sich etwa drei Kilometer nördlich der Hauptsiedlung Tokke in 530 Meter Höhe. Bekannt ist dieser Ort durch die Stabkirche, die sich im Freiluftmuseum des Vest-Telemark Museums befindet.

Weihung[Bearbeiten]

Die Kirche ist St. Nikolaus geweiht. In der Kirche gab es eine bemalte Skulptur des St. Nikolaus, die aus der Mitte des 12. Jahrhunderts stammte. Laut einer Sage wurde sie jede Mittsommernacht zu einem nahe gelegenen Weiher getragen und dort eingetaucht. Heute befindet sich diese Skulptur in der Sammlung des Kulturhistorisk Museum in Oslo. In der Stabkirche ist ein Kopie von ihr ausgestellt.

Konstruktion[Bearbeiten]

Die Kirche ist eine einschiffige, rechteckige Langkirche. Die Dachkonstruktion wird durch vier Eckpfeiler getragen und besitzt keine zusätzlichen Stützen im Innenraum. Die Wandpanele sind zwischen den Eckpfeilern eingespannt und werden durch zusätzliche Pfosten unterstützt. Um die Kirche befindet sich im Norden, Süden und Westen ein Laubengang mit Zwergarkaden. Der Haupteingang befindet sich im Westen. Über dem Eingang, zwischen den Säulen, entdeckte man 1928 die Überreste einer geschmückten Archivolte. Die Außenhaut des Gebäudes bildet eine Holzschindelfassade, die sowohl die Wände bekleidet als auch das Dach und die Eckpfeiler.

Durch Restaurierungen wurde die Kirche immer wieder verändert. Dennoch gilt das Kirchenschiff als original erhalten. 1693 erfolgte ein Umbau des Dachreiters, und im 19. Jahrhundert wurde die Kirche ostwärts verlängert. In den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die Zwischendecke entfernt und kleine Fenster eingesetzt. Bei der Restaurierung entdeckte man eine Feuerstelle unter dem Fußboden. Diese diente womöglich für Brandopferungen heidnischer Kulte. Die Holzschindelfassade stammt aus den siebziger Jahren und weist Risse auf. An der Hauptkonstruktion wurden Bruchschäden festgestellt. Sparrenbinder waren abgeknickt und durch die Last herunter gedrückt worden. [2] Daraufhin zog man eine zusätzliche Tragkonstruktion oberhalb der Sparren ein und tauschte die Holzschindeln aus.[3]

Innenausstattung[Bearbeiten]

Das Inventar der Kirche stammt hauptsächlich aus der Zeit der Reformation. Der ursprüngliche Chor wurde 1826 abgerissen und 1840 durch einen neuen Chor aus Holz ersetzt. Das Kruzifix über der Choröffnung wurde aus dem Mittelalter bewahrt. Zwei Wandfelder mit mittelalterlichem Dekor stammen vermutlich aus der Stabkirche Lårdal. Aus den Jahren 1604 und 1640 stammt das Leimfarbendekor (distemper), das 1929 von Domenico Erdmann vervollständigt wurde. Die Altartafel von 1840 mit Malereien von M. P. Mandt zeigt ein Jesus-Motiv, auf dem er Brot und Wein segnet.[1]

Ansichten der Stabkirche Eidsborg

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Roar Hauglid: Norwegische Stabkirchen. Dreyer Verl., Oslo 1977, ISBN 82-09-00938-9. (dt. Übers.; norwegischer Originaltitel: Norske stavkirker)
  • Erich Burger: Norwegische Stabkirchen. Geschichte, Bauweise, Schmuck. Erstveröff., DuMont, Köln 1978 (= DuMont-Kunst-Taschenbücher; 69), ISBN 3-7701-1080-3.
  • Yasuo Sakuma, Ola Storsletten: Die Stabkirchen Norwegens. Meisterwerke nordischer Baukunst. Genehmigte Lizenzausg., Bechtermünz-Verl., Augsburg 1997, ISBN 3-86047-239-9. (dt. Übers.)
  •  Dan Lindholm, Walter Roggenkamp: Stabkirchen in Norwegen. 2 Auflage. Freies Geistesleben Stuttgart, Stuttgart 1979.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Informationen zur Stabkirche Eidsborg kirkesøk - abgerufen am 10. Februar 2013 (norwegisch).
  2. Riksantikvaren, Stand 2005.
  3. Riksantikvaren (PDF; 6,9 MB), Stand Dezember 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stabkirche Eidsborg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

59.4641666666678.0211111111111Koordinaten: 59° 27′ 51″ N, 8° 1′ 16″ O