Stadterweiterungsfonds

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Der 1858 geschaffene, heute noch existierende Wiener Stadterweiterungsfonds entstand als Instrument der städtebaulichen Umgestaltung aus Anlass des Abrisses der Basteien Wiens und der Bebauung der dadurch frei werdenden Flächen sowie des der Stadtbefestigung vorgelagerten Glacis.

Der (bis heute) dem Innenministerium (also der Staatsverwaltung, nicht der Gemeinde Wien) unterstehende Fonds organisierte während der Gründerzeit den Verkauf, (zuweilen auch den Tausch) der parzellierten Grundstücke und die Finanzierung der öffentlichen Repräsentationsbauten der Ringstraßenzone. Die Bilanz 1858 bis 1914 des Stadterweiterungsfonds fiel dabei positiv aus. Einnahmen von 112.525.831 Gulden standen Ausgaben von nur 102.329.696 Gulden gegenüber. Weniger positiv war das ökonomische Ergebnis für die Gemeinde, die die Infrastruktur (z. B. das Kanalsystem) für die neu entstehenden Stadtviertel beisteuern musste und sich in dieser Periode schwer verschuldete.

Aus dieser Konstellation entstanden und entstehen bis heute gewisse Probleme und Reibereien mit der Gemeinde Wien, aber auch unerwartete positive Effekte. So setzte sich die Gemeindeverwaltung, gerade weil sie von der Verwertung der Immobilien der Ringstraßenzone ausgeschlossen blieb, umso energischer für die Erhaltung größerer Grünflächen ein. Aktuell existiert ein Streit um eine etwa 3000 m2 große Restfläche im Bereich der Mölker Bastei, außerdem gibt es Proteste gegen die vom Fonds geplante Veräußerung der Immobilie des Wiener Eislaufvereins.[1]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Zeitung Österreich vom 13. Februar 2008

[Bearbeiten] Literatur

  • Renate Wagner-Rieger (Hsg): Die Wiener Ringstraße. Bild einer Epoche, Wiesbaden 1969–79, davon speziell Band 5:
  • Franz Baltzarek, Alfred Hoffmann, Hannes Stekl (Hsg): Wirtschaft und Gesellschaft der Wiener Stadterweiterung, Wiesbaden 1975
  • Gottfried Pirhofer, Kurt Stimmer: Pläne für Wien. Theorie und Praxis der Wiener Stadtplanung von 1945 bis 2005, Wien MA 18, 2006, speziell S 13 (auch im WEB)
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