Stadthalle Kassel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stadthalle Kassel

Die Stadthalle Kassel (auch Kongress Palais Kassel genannt) ist eine 1914 eröffnete Veranstaltungshalle an der Friedrich-Ebert-Straße in Kassel. Das monumentale Gebäude dient als Konzerthalle und Kongresszentrum.

Lage und Architektur[Bearbeiten]

Die Stadthalle Kassel steht im Stadtteil Vorderer Westen auf dem Gelände des ehemaligen Floraparks. Sie befindet sich etwas westlich des August-Bebel-Platzes an der Friedrich-Ebert-Straße. Die Stadthalle grenzt an die ummauerten öffentlichen Grünanlagen „Stadthallengarten“ und „Rosengarten“.

Der monumentale neoklassizistische Portikus der Stadthalle Kassel beherrscht die Silhouette der näheren Umgebung. Im Inneren befinden sich unter anderem zwei große Säle, von denen der größere bei normaler Bestuhlung 2.000 Menschen Platz bietet.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Innere im Jahr 1953

Die Initiative zum Bau der Stadthalle Kassel geht auf den jüdischen Textilunternehmer und Gründer des Vorderen Westens[1] Sigmund Aschrott zurück. Er stellte seiner Heimatstadt den Bauplatz kostenlos zur Verfügung, mit der Auflage, dort für die Bürger Kassels ein kulturelles Zentrum zu schaffen.

Die Halle wurde zwischen 1911 und 1914 nach einem preisgekrönten Entwurf der Architekten Ernst Rothe und Max Hummel verwirklicht. Nachdem sie schon im September 1913 zur Tausendjahrfeier der Stadt genutzt wurde, wurde sie am 1. April 1914 offiziell eingeweiht. Von 1923 bis 1929 wurden nach Entwürfen von Max Hummel Wohnbauten zwischen Stadthalle und Rotes Kreuz Krankenhaus errichtet, die in ihren Proportionen und der Formensprache direkten Bezug auf die Stadthalle nahmen.[2]

Im Zweiten Weltkrieg kam die Stadthalle Kassel mit geringen Schäden davon, nur die Eingangshalle wurde von einer Brandbombe getroffen. Der Schaden, den die Bombe hinterließ, ist noch heute zu sehen (ein bräunlicher Fleck im Hallenboden).

In der Nachkriegszeit diente die Stadthalle als provisorische Unterkunft des Staatstheaters, dessen eigenes Domizil ausgebombt war. Bis zur Fertigstellung (1959) des neuen Theatergebäudes zwischen Friedrichsplatz und Karlsaue fand hier der Theaterbetrieb statt. Nach der Eröffnung des neuen Staatstheaters ist die Stadthalle weiterhin Spielstätte für die Sinfoniekonzerte Staatsorchesters Kassel geblieben.

1949 wurde die Eingangshalle des Gebäudes wieder aufgebaut und in den 1990ern das Gebäudeinnere unter den Auflagen des Denkmalschutzes durch das Architekturbüro HHS Planer + Architekten AG komplett modernisiert, erweitert und akustisch verändert. Außerdem wurde ihre Außenfassade restauriert;[3] anschließend wurde der Vorplatz großzügig umgestaltet. Innerhalb der Maßnahme wurde ebenfalls das angrenzende und mit der Stadthalle verbundene „RAMADA Hotel Kassel City Centre“ (umgangssprachlich auch „Stadthallenhotel“ genannt) errichtet.

Der Vorplatz der Stadthalle trägt seit 29. Oktober 2007[4], zu Ehren des verstorbenen hessischen Ministerpräsidenten (1976 bis 1987), den Namen Holger-Börner-Platz.

Die Stadthalle Kassel wird von der Stadt als „Kongress Palais Kassel“ vermarktet und bewirtschaftet. Darin finden Ausstellungen, Konzerte, Messen und Tagungen statt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stadthalle Kassel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aus HNA.de vom 28. Januar 2014: Die Stadthalle wird 100
  2. H.J.Z.: Kasseler Wohnbauten von Max Hummel. In: Wasmuths Monatshefte für Baukunst, 13. Jahrgang (1929), Nr. 3, urn:nbn:de:kobv:109-opus-8718, S. 89-95.
  3. Projektbeschreibung bei HHS Planer + Architekten AG
  4. Infoblatt „Den Neid wollen wir uns verdienen“ der „kassel tourist news“ vom Nov./Dez. 2007 (PDF)

51.3166666666679.4608333333333Koordinaten: 51° 19′ 0″ N, 9° 27′ 39″ O