Steg von Rhodos

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36.42888888888928.23256Koordinaten: 36° 25′ 44″ N, 28° 13′ 57″ O

Steg von Rhodos
Nutzung Fußgängerbrücke
Querung von

Abzugsgraben ohne Namen

Ort Rhodos (Griechenland)
Konstruktion Bogenbrücke mit Keilsteingewölbe
Gesamtlänge 5 m
Breite Ca. 5 m
Anzahl der Öffnungen 2
Lichte Weite 2,8 m
Pfeilverhältnis 3−4 zu 1
Bauzeit 4. Jh. v. Chr.
Zustand in Gebrauch
Höhe über dem Meeresspiegel m
Älteste bekannte griechische Keilsteinbrücke

Der Steg von Rhodos ist eine kleine altgriechische Bogenbrücke in Rhodos (Griechenland). Das in der Frühzeit des Hellenismus, womöglich bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. errichtete Bauwerk gilt als die älteste griechische Keilsteinbrücke.[1]

Konstruktion und Lage[Bearbeiten]

Die Fußgängerbrücke stand frei und wurde von den Italienern beim Neubau des Friedhofs ab 1930 mit einer neuen Brüstung versehen. Sie überquert leicht schräg um ca. 20° versetzt einen künstlichen Kanal von 2,15 m Tiefe, der parallel zur antiken Stadtmauer verlief und von dieser durch eine 11 m breite Straße getrennt war.Die schräge Ausrichtung der Brücke läßt auf eine darüber verlaufende geraden Straße schließen, die in der Flucht eines wichtigen Heiligtums oder Grabmals verlief.

Die Seitenwände des Abzugsgrabens bestanden aus mindestens vier Lagen von Kalksteinblöcken der poros-Sorte, aus denen auch der Brückenbogen aufgemauert wurde.[2]

Der Kanal wurde von zwei Bögen aus Keilsteinen überspannt, der als Fußgängerüberweg fungierte. Das überraschend hohe Pfeilverhältnis von 3−4 zu 1 verleiht dem Bogen die äußere Erscheinung eines Segmentbogens oder sogar eines polyzentrischen Korbbogens, der nur in diesem einen Fall in der griechischen Architektur nachweisbar ist.[3]

Obgleich der Steg von Rhodos als die einzige echte Gewölbebrücke der griechischen Welt bezeichnet wurde,[4] wurden mindestens drei weitere – allerdings nicht unstrittige – Beispiele aus vorrömischer Zeit identifiziert.[5]

Abbildungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Galliazzo 1995, S. 36; Boyd 1978, S. 91.
  2. Galliazzo 1995, S. 36.
  3. Galliazzo 1995, S. 36; einziger bekannter Fall: Boyd 1978, S. 91.
  4. Boyd 1978, S. 91.
  5. Galliazzo 1995, S. 39f., dagegen Briegleb 1971, S. 259.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas D. Boyd: The Arch and the Vault in Greek Architecture. In: American Journal of Archaeology, Bd. 82, 1978, Nr. 1, S. 83–100 (zum Steg S. 91).
  • Jochen Briegleb: Die vorrömischen Steinbrücken des Altertums. In: Technikgeschichte, Bd. 38, 1971, Nr. 3, S. 255−260.
  • Vittorio Galliazzo: I ponti romani. Catalogo generale. Bd. 1, Edizioni Canova, Treviso 1995, ISBN 88-85066-66-6, S. 36, 39f.