Sticky end

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Sticky end (engl. für „klebriges Ende“) oder auch Klebeende heißt das Ende eines DNA-Abschnitts, wenn einer der beiden Einzelstränge wenige Basen über das Ende hinausragt. Wenn das der Fall ist, kann sich ein anderer DNA-Strang mit dazu komplementär passendem sticky end daran anheften - daher der Name. Das Gegenteil – also das Ende eines DNA-Doppelstrangs ohne Überhang –heißt blunt end (engl. für „glattes Ende“).

Sticky ends entstehen vor allem beim Restriktionsschnitt mit bestimmten Restriktionsenzymen.

Beispiel: Restriktionsschnitt mit dem Enzym EcoRI

Erkennungssequenz Restriktionsschnitt
5'-GAATTC-3'
3'-CTTAAG-5'
5'-G       AATTC-3'
3'-CTTAA       G-5'

Da die Erkennungssequenzen der Restriktionsenzyme palindromisch sind, sind die beiden entstehenden sticky ends identisch.

Meistens sind sticky ends erwünscht, weil sie das gezielte Verknüpfen von DNA-Strängen ermöglicht (s. Ligation). Hierzu werden die beiden gewünschten DNA-Abschnitte mit demselben Enzym ausgeschnitten und weisen damit zueinander passende sticky ends auf.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alberts B., Bray D., Lewis J., Raff M., Roberts K., Watson J. D.: "Molekularbiologie der Zelle", 3. Aufl., VCH 1995, ISBN 3-527-30055-4