Stiernacken

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Unter Stiernacken oder selten auch Büffelnacken (aus der englischen Bezeichnung buffalo hump) versteht man in der Medizin eine außerhalb der Norm liegende, sichtbare Gewebeansammlung oder -vergrößerung im Bereich des Nackens. Überwiegend handelt es sich um Fettgewebe. Außerhalb einer schweren Fettsucht kommt es als Symptom bei verschiedenen Formen der Lipodystrophie (z. B. als Nebenwirkung einer antiretroviralen Therapie mit HIV-Proteaseinhibitoren[1]), oder bei endokrinen Störungen wie dem Cushing-Syndrom vor. Eine endokrine Störung, die zu einem Stiernacken führt, kann auch im Verlauf einer schweren Lebererkrankung auftreten.[2] Ein auf Gewebsvergrößerung aufgrund von Flüssigkeitsansammlung beruhender Stiernacken kann im Rahmen eines Lymphödems auftreten.[3]

In der Alltagssprache bezeichnet der Begriff einen starken Nacken, ohne dass dabei zwingend von einem pathologischen Symptom ausgegangen wird.[4][5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Stiernacken – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ceccarelli G. et al.: Development of Buffalo Hump in the course of antiretroviral therapy including raltegravir and unboosted atazanavir: a case report and review of the literature. J. Med. Case Reports. 2011 Feb 17;5(1): S. 70 PMID 21329500
  2. Targher G.: "Buffalo" hump in nonalcoholic fatty liver disease. Hepatology. 2007 Oct;46(4): S. 1311-2 PMID 17894313
  3. Kolluri R., Belangee Webb K.N.: Massive buffalo hump: a case of stage III lymphedema. Circulation. 2011 Apr 19;123(15):e408-9. PMID 21502579
  4. Lorelies Ortner (1991): Deutsche Wortbildung: Typen Und Tendenzen in Der Gegenwartssprache, de Gruyter, S. 336
  5. Stiernacken, Eintrag bei Duden online, aufgerufen am 29. September 2011