Straupitz

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Straupitz führt kein Wappen
Straupitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Straupitz hervorgehoben
51.91194444444414.1257Koordinaten: 51° 55′ N, 14° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Amt: Lieberose/Oberspreewald
Höhe: 57 m ü. NHN
Fläche: 21,64 km²
Einwohner: 993 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15913
Vorwahl: 035475
Kfz-Kennzeichen: LDS
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 476
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 11
15913 Straupitz
Bürgermeister: Winfried Rekitt (parteilos)
Lage der Gemeinde Straupitz im Landkreis Dahme-Spreewald
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Über dieses Bild

Straupitz, niedersorbisch Tšupc, ist eine Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald (Brandenburg) und Verwaltungssitz des Amtes Lieberose/Oberspreewald.

Geografie[Bearbeiten]

Straupitz liegt am nördlichen Rand des Spreewaldes und ist durch ein Hochwasserschutzprojekt (Nordumfluter) von dessen Wasserwegenetz getrennt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Straupitz gehören die bewohnten Gemeindeteile Buschmühle (Błotny młyn), Gatt (Gat) und Horst (Sedło)[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Kirche in Straupitz 2011

Der Ort wurde am 30. April 1294 bei der Verleihung der Güter Straupitz, Laasow und Butzen an Dietrich von Ylohw durch den Lausitzer Markgrafen Dietrich erstmals urkundlich erwähnt. Der Name des Ortes, ein frühe Form ist Strupcz, bedeutet, Ort, wo Leute eines Mannes namens Strup wohnen, oder auch schorfiger Wald[3].

1567 wurde Hieronimus von Minckwitz (Gutsherr auf Seelingstädt, Neichen, Beiersdorf & Briesen) Inhaber der Herrschaft Straupitz. Er erhielt es vermutlich über seine zweite Frau Katharina, deren Vater, Kaspar Burggraf von Dohna, auf Straupitz und Königsbrück saß.

Die Kirche zu Straupitz bei der Wiedereinweihung 1832

Durch Verdienste im Dreißigjährigen Kriege bekam der ehemalige Tuchmachersohn aus dem sächsischen Grimma, General Christoph von Houwald 1655 die Möglichkeit, den Marktflecken Straupitz als Mittelpunkt einer neun Orte umfassenden Standesherrschaft zu erwerben. Unter seiner und seiner Nachfahren Leitung entwickelte sich Straupitz zu einem blühenden Marktflecken am nördlichen Rand des Spreewaldes. Das alte Wasserschloss wurde zu einem Gutshaus umgebaut (heute befindet sich dort die Schule), der Gutskomplex mit repräsentativen Amtsgebäuden (Rentamt (Turmgebäude), Brennerei, Gärtnerei und Altersruhesitz (Villa)) erweitert. Ein 12 ha Landschaftspark wurde angelegt. Der Neubau der Kirche nach Plänen des preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel wurde 1832 eingeweiht.

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war die Straupitzer Bevölkerung noch überwiegend sorbischsprachig; 1880 bemerkte Arnošt Muka jedoch, dass nur noch die älteren die Sprache beherrschten, während die Jüngeren bedingt durch den Charakter von Straupitz als Marktort und die Abschaffung sorbischen Schulunterrichts und Gottesdienstes bereits einsprachig deutsch waren.[4]

Im April 1945 wurde Straupitz von der Roten Armee erobert und in die SBZ eingegliedert. So machte es alle entsprechenden gesellschaftlichen Veränderungen der nächsten Jahre und Jahrzehnte mit. Nach fast 300-jähriger Herrschaft wurde die Familie Houwald 1945 entschädigungslos enteignet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen
Straupitz:
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen (2013)
Jahr Einwohner
1875 1 190
1890 1 278
1910 1 147
1925 1 106
1933 1 044
1939 963
1946 1 638
1950 1 648
1964 1 454
1971 1 502
Jahr Einwohner
1981 1 372
1985 1 327
1989 1 344
1990 1 333
1991 1 311
1992 1 312
1993 1 299
1994 1 295
1995 1 293
1996 1 276
Jahr Einwohner
1997 1 236
1998 1 217
1999 1 203
2000 1 184
2001 1 163
2002 1 132
2003 1 115
2004 1 090
2005 1 054
2006 1 042
Jahr Einwohner
2007 1 031
2008 999
2009 997
2010 988
2011 1 015
2012 993
2013

Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[5].

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung Straupitz besteht aus 10 Gemeindevertretern.

  • Heimat- u. Fremdenverkehrsverein Straupitz e.V. 3 Sitze
  • CDU 2 Sitze
  • unabhängige Wählergemeinschaft Straupitz 2 Sitze
  • Einzelwahlvorschlag Urspruch 1 Sitz
  • FDP 1 Sitz
  • Trachtengruppe 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 26. September 2008)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Windmühle in Straupitz
Gutshaus Straupitz (Grundschule)
historischer Kornspeicher in Straupitz

In der Denkmalliste der Gemeinde Straupitz steht unter anderem die 1828 bis 1832 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel neugebaute Dorfkirche Straupitz. Dieses imposante Gebäude im Stile des Klassizismus beherrscht mit seiner Doppelturmanlage das Dorf und die umgebende Landschaft.

Ein weiterer Anziehungspunkt im Dorf ist die 1850 erbaute Holländerwindmühle Straupitz, eine in Europa einzigartige und wieder produzierende Kombination von Mahl-, Säge- und Ölmühle. Einen Besuch lohnt auch der alte Kornspeicher am Weg zum Schloss Straupitz. Dieser Speicher wurde zum Museum umgestaltet. Südöstlich von Straupitz liegt der Byttnahain, der für seine alten Eichen bekannt ist.

siehe auch: Liste der Bodendenkmale in Straupitz

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

Denkmal von Albin Moller
  • Auf dem Kirchplatz steht ein Kriegerdenkmal, das die in den Jahren 1864/1866 und 1870/71 gefallenen Dorfbewohner der Kirchgemeinde „Straupitz-Mochow“ ehrt.
  • Ebenfalls am Kirchplatz steht ein Denkmal für Albin Moller.
  • Im Vorraum der evangelischen Kirche sind die Gedenktafeln für Opfer der beiden Weltkriege und des Stalinismus angebracht.
  • Am Friedhofsweg neben der Grabanlage der ehemaligen Gutsherrschaft befindet sich ein Mehrfachgrab für sechs sowjetische Kriegsgefangene, die kurz nach ihrer völlig erschöpften und ausgezehrten Ankunft mit der Spreewaldbahn 1942, in der Präparantenanstalt (Kleine Schule) untergebracht wurden aber schon in wenigen Tagen verstarben und am alten Friedhofe beigesetzt wurden.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jedes Jahr an Johanni, den 24. Juni, findet in Straupitz seit einigen Jahren der Johannismarkt statt. Auf diesem Volksfest werden regionale Gerichte angeboten und alte Handwerkskünste gezeigt. Darüber hinaus findet ein Kahnkorso statt.[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • 1541 wurde in Straupitz Albin Moller geboren, der 1574 in Bautzen ein dreiteiliges (Kirchenkalender, Gesangbuch, kleiner Katechismus) und dreisprachiges (deutsch, sorbisch, lateinisch) Buch herausgab. Dieses Werk war das erste in Sorbisch gedruckte Buch.
  • Ernst von Houwald (1778–1845), Schriftsteller und Dramatiker
  • Ernst von Houwald (1844–1903), preußischer Standesherr
  • Heinrich von Houwald (1807–1884), preußischer Standesherr
  • Isa Jank (* 1952), Schauspielerin

Literatur[Bearbeiten]

  • Günter H. Wiege: Chronik der Familie von Minckwitz Linie Breitenhain – Sonnewalde – Drehna. Frankfurt/Main 2001, S. 85.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg: Gemeinde Straupitz
  3. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin: Alter - Herkunft - Bedeutung. 222 S., Berlin, be.bra Wiss.-Verl., 2005 (Schriftenreihe: Brandenburgische historische Studien; Band 13) (S. 165). ISBN 393723330X Snippet-Ansicht
  4. Arnošt Muka: Pućowanja po Serbach. Nakład Domowiny, Budyšin 1957, S. 70
  5. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  6. Flyer zu einer Ausstellung „Johannes der Täufer - christliche Wurzeln und Brauchtum in Süd-Brandenburg“ (Sommer 2008)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Straupitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien