Swarovski Kristallwelten

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derRiese, Eingang zu Swarovski Kristallwelten

Die Swarovski Kristallwelten wurden im Jahr 1995 eröffnet und befinden sich in Wattens, dem Hauptsitz und Gründungsort des Unternehmens Swarovski.

Geschichte[Bearbeiten]

Swarovski in Wattens – Blick von den Kristallwelten auf die Produktionsbetriebe und den Firmensitz

1995 schuf André Heller anlässlich der 100-Jahr-Feier des Unternehmens D. Swarovski KG zeitgenössische Wunderkammern im Herzen des Riesen. In den historischen Kunst- und Wunderkammern, die als Vorbild dienten, sammelten Fürsten außergewöhnliche Stücke, auch aus fernen Ländern und schufen somit eine kleine Welt in einer solchen Wunderkammer. In den Swarovski Kristallwelten findet sich dieses Prinzip wieder, denn auch hier kann der Besucher besondere Stücke entdecken. So entstand eine grandiose Bühne für Kunst und Kultur im Zeichen des Kristalls, und ein einzigartiger, interaktiver Ort, der bis hin zu den Duft-Kompositionen von Jane Haidacher alle Sinne bezaubert. Seit 1995 befinden sich die Swarovski Kristallwelten in steter Verwandlung, um immer neue Facetten des Phänomens Kristall präsentieren zu können. Der wasserspeiende Riese birgt 14 unterirdische Wunderkammern, welche der vielseitigen künstlerischen Interpretation der Materie Kristall gewidmet sind. Das Ergebnis ist eine Entdeckungsreise durch Werke international bekannter Künstler – von Brian Eno, Tord Boontje, Niki de Saint Phalle, Jim Whiting, Keith Haring, Andy Warhol, Salvador Dalí, Susanne Schmögner und vielen mehr.[1][2]

Die Wunderkammern[Bearbeiten]

Mit Kristallen aufgezäumtes Pferd in der Eingangshalle der Swarovski Kristallwelten.
Mechanical Theatre von Jim Whiting.

Eingangshalle

Die Eingangshalle der Swarovski Kristallwelten begrüßt die Besucher mit einer beeindruckenden Atmosphäre und lädt zu einem Streifzug durch die Wunderkammern des Riesen. Die „Kristalltragende Nana“ von Niki de Saint Phalle, die „Stele“ von Keith Haring, ein Werk aus Andy Warhols Serie „Gems“ und viele weitere Objekte empfangen die Besucher in der imposanten Eingangshalle, an deren Wänden strahlendes Yves-Klein-Blau zu finden ist.

Mechanical Theatre von Jim Whiting

Die Lust an der Verwandlung, Leidenschaft und erotische Fantasien bewegen die Menschen – und auch die maschinengesteuerte Welt von Jim Whiting. Ein Adonis und Whitings grazile Walking Woman repräsentieren die Mann-Frau-Beziehung und sind zentrales Motiv der stampfenden, hüpfenden Installation des britischen Künstlers. Doch das Maschinentheater kann auch als surrealistische Modenschau begriffen werden, in der starre Dinge plötzlich ein Eigenleben entfalten und Kleidung wie von Zauberhand bewegt durch die Lüfte fliegt und tanzt.

Kristalldom von André Heller, Brian Eno und Susanne Schmögner

Der Kristalldom, architektonisch den Kuppeln von Sir Buckminster Fuller nachempfunden, bietet mit 595 Spiegeln ein farbenfrohes Kaleidoskop: Das Licht bricht sich in allen Facetten. Stilvoll untermalt wird dieses atemberaubende Schauspiel mit Musik von Brian Eno und Kunstobjekten von Susanne Schmögner.

Silent Light von Alexander McQueen und Tord Boontje

Inspiriert von einer Winterlandschaft, verbanden die beiden Design-Ikonen Alexander McQueen und Tord Boontje tausende Swarovski Kristalle und polierte Stahläste zu einem strahlenden, fragilen und märchenhaften Kunstwerk namens „Silent Light“, einem kristallinen Baum, der das Flirren und Glitzern von Schnee für den Besucher ins Innere des Riesen holt.

Kristalloskop von Peter Mandel und André Heller

Das Kristalloskop wurde von André Heller gemeinsam mit dem weltweit bekannten Heilpraktiker Peter Mandel konzipiert und vom Mailänder Studio Azzurro und dem Filmemacher Virgil Widrich verwirklicht. Das faszinierende Kristalloskop spiegelt in endlosen Bildvariationen die surreal und phantastisch wirkenden „Gedanken des Riesen.“ Als Grundbestandteile des weltgrößten Kaleidoskops wirken spezielle Kristalle, die Mandel mit Swarovski entwickelt hat. Das gilt auch für den großen Entspannungskristall in der Raummitte, der in einem technisch sehr aufwändigen Verfahren hergestellt und von Hand geschliffen wurde.

Kristalltheater von Susanne Schmögner

Mit ihrem Kristalltheater schuf die österreichische Malerin, Bühnenbildnerin und Schriftstellerin Susanne Schmögner eine geheimnisvoll poetische Märchenwelt voller Farbe und Bewegung. Dabei stellte Susanne Schmögner vor allem die theatralische Wirkung der Kristalle in den Vordergrund und die Spielarten ihres regenbogenfarbenen Lichtes, dessen Zauber man sich nur schwer entziehen kann. Susanne Schmögners vieldeutige, mit schimmernden Kristallen besetzte Figuren möchten überraschen, bezaubern und Assoziationen wecken, und das Kristalltheater bietet hinreichend Raum für die persönlichen Phantasie-Geschichten der Besucher.

Kristallkalligraphie von Paul Seide

Die Kristallkalligraphie des amerikanischen Glaskünstlers Paul Seide entstand aus seinem Wunsch, sämtliche Sprachgrenzen zu überwinden und eine international lesbare Ausdrucksform für Charles Baudelaires berühmtes Gedicht „Der Wein der Liebenden" zu finden.

Eisgasse von Oliver Irschitz

Die Eisgasse des Tiroler Künstlers Oliver Irschitz offenbart ihr Geheimnis erst, wenn man eintritt. Wo man den Fuß auf den Boden setzt, entstehen kristalline Spuren, die den Weg zeigen, den man genommen hat. Auch das Licht folgt dieser Spur und gewährt punktuelle Einblicke in die eisig glitzernde Welt ringsum. Je mehr Menschen das Abenteuer der Durchquerung wagen, desto heller erstrahlt die Umgebung, und desto dichter erscheinen die Spuren am Boden.

Gegenstände des Riesen

Die Kunstobjekte in dieser Wunderkammer – die gigantische Ziehharmonika, der Ring und der Spazierstock des Riesen – entspringen einem Kindheitstraum von André Heller. Heller hatte sich stets vorgestellt, dass im Park von Schloss Schönbrunn Riesen umhergehen, die des Nachts lebendig werden.

La Primadonna Assoluta – Jessye Norman und André Heller

Im Glanz von tausenden Swarovski Kristallen feierte die bekannte Sopranistin Jessye Norman im Kristalldom einen spektakulären Auftritt. Die Schlussarie „Thy hand, Belinda“ aus der Oper „Dido und Aeneas“ hielt André Heller filmisch fest, um sie jetzt in einem extra für die Diva geschaffenen Raum auf das Publikum wirken zu lassen.

Poseidons Puzzle

Aus der Opernwelt aufgetaucht, begibt sich der Besucher über einen schmalen Gang in das Reich des Meeresgottes Poseidon. Mit jedem Schritt taucht der Besucher tiefer in das farbenfrohe Universum ein, das von glitzernden Meerestieren bevölkert wird. Eine verzerrte Akustik und das gebrochene Licht perfektionieren die Illusion einer geheimnisvollen Unterwasserwelt fernab des Alltags.

55 Million Crystals von Brian Eno

Der weltweit bekannte Musiker und Konzeptkünstler Brian Eno stellt in seiner Wunderkammer „55 Million Crystals“ ein einmaliges Gesamtkunstwerk vor: Ambient Music, Licht, von Hand gemalte Bildkomponenten und modernste Computertechnik verschmelzen zu einem sich ständig verändernden, bewegten Objekt.

Reflexionen

Die Rauminstallation mit dem Namen „Reflexionen“ erscheint auf den ersten Blick chaotisch und bizarr. Dennoch gelten auch hier Ordnungsprinzipien: Yin und Yang, die Doppelhelix, das Auge des Taifuns, die Strömung des Wassers – alles folgt einer Spiralbewegung um einen zentralen Punkt. Am Anfang steht die Auseinandersetzung des Menschen mit der Materie Kristall. Die Faszination der Kristalle im Allgemeinen werden ebenso behandelt wie ihre Bedeutung in der Wissenschaft, Mathematik und Alchemie. Im Zentrum der Installation geht es um Spiritualität und das Wesen des Kristalls, sein Wirken in Religion und Magie. Zum Ausgang hin wird die gesamte Welt aus verschiedenen Perspektiven reflektiert – Mikrokosmos, Makrokosmos und die Natur, die einerseits Kristalle hervorbringt und andererseits selbst aus kristallinen Strukturen besteht.

Kristallwald von Fabrizio Plessi

Der renommierte italienische Maler und Videokünstler Fabrizio Plessi arbeitet stets an der Schnittstelle von Natur und Technik und erobert mit seinen eindrucksvollen Installationen neues künstlerisches Terrain. Für die Swarovski Kristallwelten hat er einen poetischen Kristallwald geschaffen – eine einmalige Komposition, die den Elementen Feuer, Wasser und Kristall gewidmet ist und das natürliche Material “Holz” mit modernster Videotechnologie verbindet.

Kunst im Park[Bearbeiten]

Gartenkunst ist eine der vielen Leidenschaften André Hellers. Im großzügigen Areal rund um den Riesen locken ein Labyrinth und ein Alpengarten. Zur Natur gesellt sich die Kunst: mit außerordentlichen Objekten von Barry Flanagan, Alois Schild, Bruno Gironcoli, Peter Kogler, Thomas Bayrle u.a.m.[3]

Sonderausstellungen[Bearbeiten]

Schon immer fühlte sich Swarovski der Kunst sehr verbunden. Um dem kreativen Schaffen der Kunstszene mehr Raum zu geben, bieten die Swarovski Kristallwelten auch eine großzügige Fläche für temporäre Ausstellungen, die Galerie. Seit November 2010 ist in der Galerie der Swarovski Kristallwelten das russische Künstler-Duo Blue Noses zu sehen. Satirische Kunst aus Russland gebannt in kristalline Wunderwerke, und das in bislang unübertroffener Dimension. Mit der Ausstellung FAMOS wurde weltbekannte Architektur in einer Kooperation zwischen den Künstlern Blue Noses, Swarovski und der Galerie Knoll (Wien) neu interpretiert. Zu sehen sind das Taj Mahal (Agra), das Empire State Building (New York), das Lenin Mausoleum (Moskau) und die Cheopspyramide (Giseh) kombiniert mit Videos, die innerhalb der Kristallkunstwerke zu sehen sind und die Bauwerke auf witzige Weise aufgreifen.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Über den Jahreszyklus bieten die Swarovski Kristallwelten zahlreiche Highlights für Jung und Alt: Der „RiesenSpielPlan“ ist ein bunter Programmmix und enthält verschiedenste jährliche Highlights.[4]

Musik im Riesen

Die Swarovski Kristallwelten laden alljährlich im Mai zum Festival „Musik im Riesen“. Das vom Tiroler Komponisten und Pianisten Thomas Larcher auf höchstem Niveau zusammengestellte Kammermusikprogramm konnte sich in den letzten Jahren als kreativer Freiraum etablieren, in dem der künstlerische Austausch und ein intensives Musikerlebnis im Mittelpunkt stehen.

Kinder im Riesen

Junge Menschen gehören zu den häufigen Gästen im Riesen. Im Rahmen des Kinderprogramms „Kinder im Riesen“ werden sie zu Künstlern und Visionären, Träumern und Forschern. Ob Workshops, Werkstätten, Kinderführungen oder Geburtstagspartys – in den Swarovski Kristallwelten beginnt eine fantastische Reise, auf der es jede Menge zu entdecken gibt.

Werkstätte im Riesen

Ein Laboratorium der besonderen Art ist die Werkstätte im Riesen. Sie versteht sich als offener Raum für eigenes Gestalten mit Kristall, als Ort der kreativen Begegnung. Dazu werden Experten, Künstler, Designer oder Literaten eingeladen. Das Werkstättenprogramm ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit der Wunderwelt des Riesen und ist in zwei Altersstufen geteilt: Kreative von 7 bis 12 Jahren und Erwachsene.

Familien im Riesen

Besonders für Familien bietet der Riese jede Menge Spannendes: Verschiedene Workshops und Highlights für Klein und Groß bieten für jeden das Richtige.

fmRiese – Forward Music Festival

Ein Mal im Jahr laden die Swarovski Kristallwelten zum Forward Music Festival im Riesen. Melancholischer Pop, analoger Dubstep und Kollaborationen im Zwischenbereich von elektronischer und akustischer Musik sind Anziehungspunkt für Musikbegeisterte im funkelnden Ambiente der Swarovski Kristallwelten.

Bedeutung der Swarovski Kristallwelten[Bearbeiten]

Mittlerweile avancierten die Swarovski Kristallwelten zu einer der größten Touristenattraktionen in Österreich und sind mit durchschnittlich 700.000 Besuchern eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten Österreichs. Im Jahr 2011 wurde die Grenze von 10 Millionen Besuchern überschritten. Eine erste Erweiterung der Swarovski Kristallwelten erfolgte 2003. Zum 30. November 2007 wurde ein neuerlicher Ausbau der Swarovski Kristallwelten mit einem Investitionsvolumen von 10 Millionen Euro abgeschlossen.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.kristallwelten.com
  2. http://www.austria.info/de/oesterreich-entdecken/swarovski-kristallwelten-wattens-1482779.html
  3. http://www.kristallwelten.com
  4. http://www.kristallwelten.com
  5. http://www.tt.com/%c3%9cberblick/Wirtschaft/WirtschaftTirol/WirtschaftTirolContainer/2770923-8/zehn-millionen-g%c3%a4ste-besuchten-kristallwelten.csp

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Swarovski Kristallwelten – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

47.29388888888911.600833333333Koordinaten: 47° 17′ 38″ N, 11° 36′ 3″ O