Herausgeber

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Hrsg ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zu weiteren Bedeutungen siehe HRSG.

Ein Herausgeber (abgekürzt meistens Hrsg., seltener Hg., früher ed. für edidit, lat. „hat herausgegeben“, und edd. ediderunt, „haben herausgegeben“) ist eine Person oder Personengruppe, die schriftstellerische, publizistische oder wissenschaftliche Texte oder Werke von Autoren und Künstlern zur Publikation vorbereitet (Edition). Der Herausgeber nimmt eine besondere Stellung ein, da er durch seine Person beziehungsweise Persönlichkeit auch das Erscheinungsbild des jeweiligen Verlagsproduktes, sei es eine Zeitung, Zeitschrift oder ein wissenschaftliches Werk etc., prägen und repräsentieren soll. Oftmals trägt er auch Artikel, beziehungsweise Beiträge zu den jeweiligen Werken bei.

Es wird zwischen einem Herausgeber eines Buchs und einer Zeitung oder Zeitschrift unterschieden.

Zeitungs- oder Zeitschriftenverlag[Bearbeiten]

In einem Zeitungs- oder Zeitschriftenverlag bestimmt der Herausgeber zusammen mit dem Verleger die publizistische Leitlinie. Zusammen mit dem Chefredakteur überwacht er die Umsetzung dieser Leitlinie in den Verlagsprodukten. Er ist zumeist das Bindeglied oder der Vermittler zwischen Geschäftsführung und Redaktionen. Er entwickelt publizistische Konzepte und ist Berater des Verlags. Jedoch übt er auf die Arbeit der Redaktionen von Zeitschriften oder Zeitungen im Tagesgeschäft keinen Einfluss aus.

Presserechtlich ist der Herausgeber – anders als etwa der Chefredakteur oder der Verleger, die im Rahmen der Verbreiterhaftung eine Mitverantwortung für die publizierten Inhalte tragen – nicht von Bedeutung. Die Bezeichnung kann auch rein symbolisch verwendet werden.

In Deutschland gibt es wenige prominente Beispiele für Herausgeber von Zeitungen. Zu den Herausgebern des Wochenblatts Die Zeit gehörte Marion Gräfin Dönhoff, die auch als Buchautorin bekannt wurde. Mit dem Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt verfügt die Zeit noch immer über einen Herausgeber mit internationalem Renommee. Bei dem weltweit beachteten politischen Magazin Der Spiegel war der Gründer Rudolf Augstein zugleich Herausgeber und Chefredakteur. Nach seinem Tod wurde die Position des Herausgebers nicht neu besetzt; Augstein wird im Impressum immer noch als Herausgeber aufgeführt.[1]

Buchverlag[Bearbeiten]

Der Herausgeber kann eine leitende Person oder ein Spezialist des Verlages sein, muss aber mit dem Unternehmen nicht direkt verbunden sein. Oft beauftragt der Verlag externe Experten, die im Themengebiet des zu publizierenden Titels als kompetent gelten. Auch die umgekehrte Vorgehensweise ist möglich: ein Experte oder eine Expertin in einem Fachgebiet schlägt dem Verlag eine Publikationsidee, bisweilen auch einige Autoren, vor und wählt die dazu passenden Texte aus. In diesem Sinne ist er auch verantwortlich für das zusammengestellte Werk und wird von der öffentlichen Kritik (z. B. Kritik in den Medien) auch so bewertet.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Edigna Menhard, Tilo Treede: Die Zeitschrift: von der Idee bis zur Vermarktung. UVK-Verlagsgesellschaft, Konstanz 2004, ISBN 3-89669-413-8.
  •  Julia Körner: Der Herausgeber von Zeitungen, Zeitschriften und Büchern. Peter Lang AG, Frankfurt am Main 2002, ISBN 978-3-631-39717-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Definition in Gablers Wirtschaftslexikon

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Spiegel, Impressum