Syrtos

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Der Syrtos oder Sirtos, Sirto ist ein griechischer Tanz, bei dem der erste Tänzer die übrigen im Kreis oder in mäanderähnlichen Mustern über den Tanzplatz führt. Syrtós chorós (griechisch Συρτός χορός) bedeutet „der geschleifte“, „geschleppte“ oder „gezogene Tanz“. Die Tänzer halten einander an den Händen, manchmal halten benachbarte Tänzerinnen und Tänzer auch gemeinsam ein Tüchlein (Mantíli). Besonders häufig kommt dies zwischen erstem und zweitem Tänzer vor, weil ersterer dadurch eine größere Freiheit bei der Präsentation seiner tänzerischen Fähigkeiten durch Sprünge, Drehungen und spezielle Schrittkombinationen hat. Damit sind alle Gemeinsamkeiten von Tänzen, die „Syrtós“ im Namen enthalten, abgehandelt.

Meist ist, wenn von Syrtos gesprochen wird, damit eine der vielen Varianten des Inselsyrtós gemeint. Nahezu jede Insel(gruppe) hat ihren eigenen Syrtós, z. B. die Kykladen, die Inseln der Dodekanesgruppe, den Syrtós von Skíros, den Syrtós Silivrianós von Náxos oder den Chaniótikos (Syrtós von Chania, Kreta).

Daneben gibt es gibt auch auf dem Festland Tänze, wie den Syrtós der Sarakatsánen, Syrtos Thrákis, und andere, die den Beinamen „Syrtos“ tragen, aber mit den oben angeführten Syrta wenig gemeinsam haben.

Der Inselsyrtos, der im weiteren beschrieben wird, ist einer der verbreitetsten Tänze Griechenlands, sein Ursprung lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Er ist ein typischer Reigentanz und wird in der Grundform im offenen Kreis, mit unbegrenzter Teilnehmerzahl getanzt. Dabei halten die Tänzer einander so an den Händen, dass die Arme beider ein „W“ bilden.

Getanzt wird mit sechs Schritten auf zwei 2/4-Takte im Tanzrhythmus lang-kurz-kurz lang-kurz-kurz. Die Tanzrichtung ist rechts, also gegen den Uhrzeiger gerichtet und in der Grundform bewegen sich die Tanzenden mit jedem Schritt in die Tanzrichtung vorwärts. Rechter und linker Fuß wechseln in der Schrittfolge, begonnen wird mit dem rechten Fuß. Keinesfalls wird der Syrtos mit Nachstellschritten ähnlich dem Samba getanzt.

Die Angaben lang und kurz im Tanzrhythmus beziehen sich auf das Zeitmaß und nicht auf die Schrittlänge, diese ist für jeden Schritt gleich groß, nämlich klein.

Wie die meisten griechischen Tänze der Inseln wird auch der Syrtos nicht auf den Sohlen sondern auf den Ballen getanzt und ist geprägt von einer charakteristischen Hoch-tief-Bewegung, die man Sustárisma (von Sústa = Wagenfeder) nennt.

Die unterschiedlichen Syrtos-Varianten entstehen genau durch diese jeweils charakteristischen Hoch-tief-Abfolgen, die Variation der Tanzrichtung, das gelegentliche Hinterkreuzen eines Fußes und die Änderung der Körperfront.