Systemintegrator

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Der Begriff Systemintegrator wird für Tätigkeitsprofile in der Informationstechnik (IT), des Systems Engineering und der industriellen Automatisierungstechnik verwendet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Systemintegrator (IT)

Systemintegratoren sind Unternehmen der IT-Branche, die Software- und Hardware-Produkte anderer Hersteller vertreiben, anpassen, erweitern und in die IT-Landschaft ihrer Kunden integrieren. Zu den Kunden gehören u. a. mittlere und größere Unternehmen, Banken, Versicherungen und die öffentliche Verwaltung (Behörden, Verbände und dergleichen).

Da Verwaltungseinheiten den größten Bedarf an maßgeschneiderten Lösungen haben, stellen Datenbankanwendungen das Haupttätigkeitsfeld dar.

[Bearbeiten] Markt für IT-Beratung und Systemintegration in Deutschland

2010 bestimmten die folgenden Anbieter maßgeblich den deutschen Markt für IT-Beratung und Systemintegration:[1]

Rang Unternehmen Umsatz in Deutschland in Mio. Euro Mitarbeiterzahl in Deutschland
1 T-Systems 1) 1.390,0 5.000
2 IBM Global Business Services 2) 1.180,0 7.760
3 Accenture GmbH 2) 720,0 4.500
4 Capgemini Deutschland Holding GmbH 2) 651,0 5.312
5 Lufthansa Systems AG 446,0 2.900
6 CSC 372,2 2.632
7 msg Systems AG (Unternehmensgruppe) 314,0 2.925
8 Hewlett-Packard Deutschland Services 1) 300,0 600
9 Allgeier Holding AG 265,5 1.179
10 Logica Deutschland GmbH & Co. KG 228,2 1.988

Anmerkungen:
1) Umsätze mit IT-Beratung und Systemintegration
2) Umsatz enthält auch die Umsätze mit Managementberatung


Die Aufnahme in dieses Ranking unterliegt genau definierten Kriterien. Mehr als 60 Prozent des Umsatzes müssen mit IT-Beratung, Individual-Software-Entwicklung und Systemintegration erzielt werden.

Die Lünendonk GmbH, Kaufbeuren, betrachtet seit Mitte der 90er Jahre kontinuierlich den Markt für IT-Beratung und Systemintegration in Deutschland. Dabei erhebt das Marktforschungsunternehmen nicht den Anspruch, den Gesamtmarkt abzubilden. Es konzentriert sich vielmehr darauf, die führenden Anbieter in einem bestimmten Marktsegment zu betrachten. Daneben werden zu Vergleichszwecken einige mittelgroße und kleine IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in die Analysen einbezogen. Diese Unternehmen repräsentieren zusammen die Grundstruktur des Marktes und so hohe Umsatzanteile am Markt, dass Folgerungen für die Gesamtsituation und -entwicklung möglich sind. Die Analyse des Jahres 2011 umfasst 62 Unternehmen inklusive der Top 25.

Nachdem seit Mitte des Jahrzehnts das Volumen des deutschen Marktes für IT-Beratung und Systemintegration ständig mit durchschnittlich fünf Prozent pro Jahr gewachsen war, brachte das Jahr 2009 als Folge der weltweiten Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise mit minus 7,7 Prozent den bisher tiefsten Einbruch seit Bestehen. Der Markt für „IT-Planning and Implementation“ erreichte 2010 nach Ermittlungen des Branchenverbandes Bitkom und von EITO ein Gesamtvolumen von 11,8 Milliarden Euro und damit eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent.

Für das Jahr 2011 erwarteten die analysierten IT-Berater und Systemintegratoren mit im Schnitt 5,8 Prozent Zunahme eine signifikant höhere Wachstumsrate des Marktvolumens. Auch mittelfristig (bis 2016) hält dieser Optimismus an – die Unternehmen rechneten mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 5,5 Prozent. Sogar langfristig (2016-2020) wurde dieser Trend bestätigt, mit im Durchschnitt 5,3 Prozent Zuwachs pro Jahr.

Der Anstieg des Gesamtumsatzes der befragten Anbieter im Jahr 2010 übertraf die Zunahme des Marktvolumens der Branche (2,0%) bei weitem: Der Gesamtumsatz erhöhte sich signifikant um 12,2 Prozent. Für das Jahr 2011 rechnete dieser Dienstleistungssektor im Durchschnitt mit 10,3 Prozent Umsatzwachstum und mittelfristig (bis 2016) immer noch mit 9,7 Prozent jährlichem Zuwachs.

62.642 Mitarbeiter waren im Jahr 2010 bei den 62 von Lünendonk untersuchten IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen angestellt. Damit ergibt sich in der Summe ein Mitarbeiterzuwachs dieser Anbieter gegenüber 2009 um rund 3.100. Die Steigerungsrate entsprach durchschnittlich 7,9 Prozent. Von diesen Mitarbeitern gehörte ein Personalanteil von durchschnittlich rund 15,5 Prozent zu Management, Verwaltung und Vertrieb, wovon knapp 65 Prozent auf Manager beziehungsweise Verwaltungspersonal und gut 35 Prozent auf Vertriebspersonal entfallen. Etwa 84,5 Prozent der Mitarbeiter waren in der Beratungs- und Projektarbeit tätig und stellten somit die eigentlichen Produktionsfaktoren der Unternehmen dar.

In puncto Leistungsspektrum lag bei den analysierten IT-Beratungen und Systemintegratoren 2010 die klassische „IT-Beratung“ mit 24,7 Prozent deutlich vorn, gefolgt von „Individual-Software-Entwicklung“ (18,3%) und „Systemintegration“ (13,4%). Daran schlossen sich „Standard-Software-Einführung“ (11,2%) und „Projekt-Management“ (6,4%) an. Als weitere Tätigkeiten waren die häufig mit der Systemintegratoren-Rolle verbundenen Aufgaben von Bedeutung: „Software-Wartung“ (4,4%), „Standard-Software-Vertrieb“ (2,8%), „Training, Schulung“ (1,0%) und „Hardware-Vertrieb“ inklusive „Hardware-Wartung“ (0,5%).

Zwei Drittel der IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen boten ihren Kunden Nearshore- respektive Offshore-Kapazitäten an. Dabei handelte es sich bei mehr als der Hälfte um eigene Kapazitäten, das bedeutet in der Regel: Tochter- oder Schwestergesellschaften in Niedriglohnländern. 13 Prozent der analysierten Anbieter offerierten Kapazitäten eines Partners beziehungsweise eines externen Dienstleisters. Bei 29 Prozent waren beide Varianten möglich. 2010 generierten Nearshore-/Offshore-Kapazitäten im Durchschnitt 6,8 Prozent des Gesamtumsatzes. Die analysierten Anbieter planen, diese Umsatzanteile 2011 auf 9,4 Prozent zu steigern.

[Bearbeiten] Rolle, Vertriebswege

Systemintegratoren übernehmen eine Mittlerfunktion zwischen Software- und Hardwareherstellern einerseits und den gewerblichen oder öffentlichen Endkunden andererseits und spielen dabei eine Schlüsselrolle bei der Vermarktungsstrategie der meisten Software- und Hardwarehersteller. Oftmals beziehen sie ihre Produkte dabei nicht einmal direkt von den Herstellern, sondern von Großhändlern (Distributoren). Der Vertriebsweg über Systemintegratoren und ggf. auch noch über Distributoren wird „indirekter Vertrieb“ genannt, im Gegensatz zu den eher seltenen Direktverkäufen an Endkunden. Einige große Hersteller (z. B. IBM oder Canon) übernehmen allerdings auch selbst die Rolle des Systemintegrators, in dem sie hierfür eigenständig agierende Bereiche oder Tochterunternehmen gründen, welche dann, um ein gewisses Maß an Neutralität zu bieten, oftmals auch befugt sind, Produkte von Wettbewerbern zu vertreiben.

Die Systemintegratoren sind meist sehr vertriebslastig aufgebaut: sie beteiligen sich regelmäßig an Ausschreibungen und unterhalten einen personalintensiven Innen- und Außendienst-Vertrieb. Der Anteil der Vertriebskosten beträgt im Branchendurchschnitt etwa ein Drittel der Gesamtkosten der Unternehmen. Entsprechend rabattiert kaufen sie die Produkte ein, und entsprechend hochpreisig werden die Tagessätze für eigene Dienstleistungen angesetzt.

[Bearbeiten] Profile von Systemintegratoren

Die meisten Systemintegratoren sind mittelständische Unternehmen mit einem ausgeprägten regionalen (z. B. in der Schweiz Swisscom IT Services) und Branchenbezug. Größere Unternehmen (z. B. Accenture, EDS oder CSC) hingegen agieren mehr oder weniger global und bieten häufig auch Outsourcing- und Consulting-Leistungen an. Die Kombination von Beratungs- und Dienstleistung birgt dabei aber immer das Risiko von wettbewerbseinschränkenden Interessenkonflikten und wird daher in der Öffentlichkeit teilweise mit Misstrauen gesehen.

Während einige Systemintegratoren sich auf Individuallösungen spezialisiert haben, profilieren sich viele als Lösungsanbieter mit eigenen Branchenlösungen oder als Partner von Standardsoftware-Herstellern wie z. B. SAP.

Kunden erwarten von Systemintegratoren, ähnlich wie von Beratungsunternehmen, eine weitgehende Herstellerunabhängkeit, was aber in der Praxis nur selten gegeben ist. Viele sind durch enge und teilweise sogar exklusive Verträge an bestimmte Software- oder Hardwarehersteller gebunden und verwenden und vertreiben fast ausschließlich deren Produkte.

[Bearbeiten] Systemintegrator (Berufsbild Systemingenieur)

Der Systemingenieur integriert neue Anforderungen an ein Computer-System in komplexen Hard- und Softwaresystemen.

Systemintegratoren planen, installieren, administrieren, konfigurieren und pflegen die komplexen IT-Systeme. Weitere Haupttätigkeiten sind das Consulting und die Systemanalyse.

Das Einsatzgebiet liegt oft bei historisch gewachsenen IT-Strukturen.

[Bearbeiten] Ausbildung

Die Ausbildung in einem der von der IHK anerkannten IT-Berufe Fachinformatiker (in einer der Fachrichtungen Systemintegration oder Anwendungsentwicklung), Informatikkaufmann, IT-Systemkaufmann oder IT-Systemelektroniker dauert 3 Jahre. Die Ausbildung erfolgt im so genannten „Dualen System“ d. h. man verbringt einen Teil der Ausbildung in einem Betrieb als „Azubi“ und den anderen Teil in einer Berufsschule.

[Bearbeiten] Tätigkeitsfeld

Das Tätigkeitsfeld ist sehr weit zu fassen, da es in sehr vielen Bereichen komplexere IT-Systeme gibt. Der Schwerpunkt liegt allerdings im Ingenieursbereich.

[Bearbeiten] Systemintegrator (Industrie)

In der Automatisierungstechnik sind Systemintegratoren spezialisierte Unternehmen, die einzelne oder verschiedene marktgängige technische Systeme (z. B. optische/elektronische/mechanische Sensoren sowie Aktoren von typischen Komponentenherstellern) in Fertigungsanlagen integrieren. Ziel ist die Steigerung der Produktivität und vor allem der Fertigungsqualität.

[Bearbeiten] Anforderungsprofile

Es werden detaillierte Branchenkenntnisse benötigt. Die zusätzliche Messtechnik oder Aktorik muss möglichst nahtlos in bestehende mechanische, elektronische und Softwaresysteme eingepasst werden.

Die Verfügbarkeit der eingebrachten Technik (und damit oft der gesamten Fertigungsanlage) muss häufig vertraglich garantiert und durch schnellen technischen Support (z. B. Servicetechniker vor Ort) erhalten bzw. schnell wieder hergestellt werden (unabhängig von Tageszeit und Feiertagen).

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Lünendonk-Liste 2011: IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in Deutschland

[Bearbeiten] Siehe auch

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