Talje

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Talje auf einem Schiff: Mehrscheibenblock und zusätzlicher Leitblock
Talje auf einer Segelyacht, Rostock

In der Seemannssprache wird ein Flaschenzug als Talje und die Flasche als Block bezeichnet; das bei der Talje verwendete Tau heißt Läufer. Die Talje besitzt eine feste Part, die das Ende bezeichnet, an dem der Läufer befestigt ist, und eine lose oder holende Part.

Zum Anschlagen des Läufers ist einer der beiden Blöcke meist mit einem Hundsfott ausgestattet. (Bild unten; Nr. 2, oberer Block, Nr. 3, unterer Block)

Um auf die holende Part eine Zugkraft ausüben zu können, ist es meist erforderlich, deren Richtung durch einen sogenannten Leitblock, eine Umlenkrolle, zu verändern.

Als Gien oder Takel wird eine Verbindung von Tauwerk und Blöcken mit mehr als drei Scheiben je Block bezeichnet. Diese Verbindung dient dem Heben besonders schwerer Lasten. Bei einer sechsscheibigen Gien mit drei Scheiben je Block beträgt die Kraftersparnis 1:6

Bei mehrscheibigen Taljen wird ein neuer Läufer in einer bestimmten Reihenfolge, der Einscherung, eingefädelt, um eine gleichmäßige Abnutzung der Rollen und kein Verdrillen zu erreichen.

Jolltau[Bearbeiten]

Das Jolltau ist ein Tau, das über einen Block läuft, keine Kraftersparnis erzeugt und lediglich zur Umlenkung der Zugrichtung dient. Es gilt nicht als Talje, ist jedoch damit verwandt. (Fig. 1)

Klappläufer[Bearbeiten]

Der Klappläufer ist eine einfache Talje, wie rechts unter 2 dargestellt. Er ist ein kleiner, aus zwei einscheibigen Blöcken zusammengesetzter Flaschenzug.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Scharnow u. a.: Lexikon der Seefahrt. 3. bearbeitete und ergänzte Auflage. Transpress Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1981, S. 195.

Bilder[Bearbeiten]

verschiedene Taljen mit ihren Kräfteverteilungen