Tape-Library

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Eine Tape-Library (auch Tape-Roboter, Tape-Silo, Tape-Jukebox oder deutsch Bandbibliothek) ist ein Gerät, in dem sich ein oder mehrere Bandlaufwerke und mehrere Magnetbänder befinden, die das Gerät automatisch in das oder die Bandlaufwerke einlegt.

Tape Library (Außenansicht)
Tape Library (Innenansicht)
Tape Silo

Kleine Tape-Librarys (auch Autoloader genannt) haben nur ein Laufwerk und 5 bis 17 Slots (Einschubfächer) für je ein Band, das mit Hilfe eines Wechselmechanismus zum Laufwerk bewegt wird. Solche Librarys müssen in der Regel ihren Betrieb unterbrechen, wenn Bänder (oftmals in einem Magazin) gewechselt werden sollen. In größeren Tape-Librarys übernehmen für diesen Zweck konstruierte Roboter (Picker oder Hand-Bots), die auf Schienen laufen, den Transport vom Slot zu den Laufwerken. Die Bänder haben zur eindeutigen Identifikation einen Strichcode-Aufkleber, der vom Picker ausgelesen wird. Das Wechseln von Bändern im laufenden Betrieb ermöglichen spezielle Schächte für das Einlegen oder Auswerfen von Bändern.

Große Tape-Librarys können auf Kapazitäten von mehreren tausend Slots und dutzenden Laufwerken ausgebaut werden. Als Beispiele seien die IBM 3584 mit 192 Laufwerken und 6260 Slots und die SUN/STK SL 8500 mit 64 Laufwerken und 10.080 Slots, so wie die ursprünglich in Deutschland von GRAU Storage Systems aus Böhmenkirch (heute Quantum Corporation) entwickelte ABBA/2 (bzw. AML/2), die ca. 400 Laufwerke und über 76.000 Medien fassen kann, genannt (jeweils im Vollausbau, Stand Ende 2006).

Um ein Beispiel für die Datenkapazität eines solchen Gerätes zu nennen: Die StorageTek PowderHorn 9310 Tape Library (das letzte Bild unten rechts) speichert (im Vollausbau) bei je 6000 Slots in 24 LSMs (library storage module) insgesamt bis zu 28.800 Terabyte an Daten. Die Maximalkapazität großer Tape-Libraries hat im Jahr 2011 die Exabyte-Grenze überschritten.

Mit Tape-Librarys können große Datenmengen gesichert werden. Der Wechsel der Bänder wird dabei von der Backup-Software gesteuert. Die Strichcodes der Bänder werden ebenfalls an die Software weitergegeben, die dann die Medienverwaltung übernimmt. In einer internen Datenbank ist festgehalten, welches Sicherungsobjekt (z. B. eine Datei oder ein Festplatten-Image) auf welche Bänder gesichert wurde.

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