Tarsus (Gliederfüßer)

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Tarsus eines Blattkäfers
Tarsus des Hinterbeins eines Holzbuntkäfers (Tillus elongatus)

Der Tarsus (Fuß; Plural: Tarsi oder eingedeutscht Tarsen) ist der als Fuß bezeichnete distale (letzte) Abschnitt des Beines der Gliederfüßer.

Insekten[Bearbeiten]

Insektenbein: Der mehrteilige Tarsus ist das letzte Glied des Beines
Francis Walker (1851): Tarsus
1 Klaue (Unguis), 2 Pulvillus (kissenartiges Organ), 3 Empodium,
4 Arolium (Fußlappen)

Besonders bei den Insekten besteht der Tarsus aus mehreren Gliedern (maximal fünf), die besondere Bedeutung als Erkennungs- und Bestimmungsmerkmal haben. Das erste, oft vergrößerte Fußglied heißt Fersenglied oder Metatarsus.

Als abgesonderte Struktur sitzt am letzten Tarsenglied der Prätarsus (manchmal auch: Posttarsus). Dieser bildet nur bei den Felsenspringern (Archaeognatha) und den Sackkieflern (Entognatha) ein deutlich erkennbares Segment aus, meist ist er auf einen membranösen Rest und mehrere kleine Sklerite reduziert. An diesem befinden sich eine oder zwei Krallen (auch Klauen), welche als Unguis bezeichnet werden. Diese sitzen dorsal zum letzten Tarsenglied. Bei manchen Gruppen befindet sich zusätzlich zwischen ihnen ein hakenförmiger Sklerit oder ein entsprechendes Empodium, wodurch eine dritte Klaue vorgetäuscht wird. Die Klauen artikulieren an einem sklerotisierten Fortsatz des letzten Tarsensegments, der Unguifer genannt wird. Am Prätarsus können verschiedene weitere Anhänge sitzen, die als Haftpolster auf glatten Oberflächen dienen. Ein unpaarer, lappenartiger Fortsatz mit glatter Oberfläche wird als Arolium bezeichnet. Paarige, lappenartige Fortsätze, die an der Basis der Krallen ansitzen, werden als Pulvillen bezeichnet. Zwischen den Pulvillen kann ein weiterer Fortsatz sitzen, der Empodium genannt wird; dieser kann borstenartig oder lappenförmig ausgebildet sein. Ein lappenförmiges Empodium ist an seiner Feinstruktur vom Arolium unterscheidbar. Diese Fortsätze kommen jeweils bei verschiedenen Insektenordnungen, teilweise in Kombination miteinander, vor. Auch die Tarsenglieder selbst tragen nicht selten Fortsätze, die die Haftung auf glatten Oberflächen unterstützen. Oft tragen mehrere Tarsenglieder auf der Unterseite kissenförmige Vorsprünge, die Euplantulae. Bei vielen Käferarten ist die Unterseite einiger oder aller Tarsenglieder mit einem dichten Haarfilz besetzt. Manchmal sind zur noch besseren Haftung zusätzlich einige Tarsenglieder verbreitert.[1]

Die Ausbildung der Tarsenglieder kann entsprechend den jeweiligen Lebensweisen stark variieren.

Spinnen[Bearbeiten]

Viele Spinnen haben auf der Unterseite der Tarsen ein Haftpolster, das als Scopula bezeichnet wird. Die aus Tausenden winziger Härchen bestehenden Polster vermitteln Adhäsionskräfte, die es den Spinnen ermöglichen, auf glatten Oberflächen Halt zu finden. Anders als bei den Insekten wird zur besseren Haftung keine Flüssigkeit ausgeschieden. Die Haftpolster ähneln dadurch eher den Haftorganen der Geckos, die ebenfalls in trockenem Zustand Haftung vermitteln. Die Annahme, dass größere Spinnen, insbesondere Vogelspinnen, innerhalb dieser Haftpolster an den Tarsen auch Spinnenseide produzieren können, wurde kürzlich erneut widerlegt.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • R. G. Beutel & S. N. Gorb (2001): Ultrastructure of attachment specializations of hexapods (Arthropoda): evolutionary patterns inferred from a revised ordinal phylogeny. Journal of Zoological Systematics and Evolutionary Research 39: 177 - 207.
  1. Der Praetarsus der Insekten (Version vom 29. August 2008 im Internet Archive) Bau des Prätarsus
  2. Rainer F. Foelix, Bastian Rast and Anne M. Peattie: Silk secretion from tarantula feet revisited: alleged spigots are probably chemoreceptors The Journal of Experimental Biology, 215, S.1084-1089, 2012 doi:10.1242/jeb.066811