Technisches Referendariat
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Im technischen Referendariat erhalten Hochschulabsolventen verschiedenster technischer Fachrichtungen die Gelegenheit zur beruflichen Weiterqualifikation in erster Linie für den öffentlichen Dienst.
Das Technische Referendariat ist der Vorbereitungsdienst für den höheren technischen Verwaltungsdienst.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Fachrichtungen
Angeboten wird das technische Referendariat in den Fachrichtungen
- IA. Hochbau
- IB. Städtebau
- IIA. Wasserwesen
- IIB. Straßenwesen
- IIC. Stadtbauwesen
- III. Bahnwesen
- IV. Maschinen- und Elektrotechnik
- Maschinen- und Elektrotechnik der Wasserstraßen
- Maschinen- und Elektrotechnik in der Verwaltung
- V. Vermessungs- und Liegenschaftswesen
- VI. Wehrtechnik
- Kraftfahr- und Gerätewesen
- Luft- und Raumfahrtwesen
- Schiffbau und Schiffsmaschinenbau
- Informationstechnik und Elektronik
- Elektrotechnik und Elektroenergiewesen
- Waffen- und Munitionswesen
- VII. Luftfahrttechnik
- VIII. Landespflege
- IX. Umwelttechnik / Umweltschutz
Die Fachrichtungen Wasserwesen, Straßenwesen und Stadtbauwesen werden unter „Bauingenieurwesen“ zusammengefasst.
[Bearbeiten] Ausbildungsziele
Voraussetzung ist in der Regel ein technisches Hochschulstudium z.B. als Diplom-Ingenieur oder als Master. Auf diesen Abschluss folgt der Vorbereitungsdienst als Beamter auf Widerruf. Durch das Referendariat wird die laufbahnrechtliche Befähigung für den höheren technischen Verwaltungsdienst erworben. Für den öffentlichen Dienst wird in der Regel bedarfsorientiert, d.h. nur in der benötigten Anzahl, eingestellt. Während diese Befähigung ursprünglich nur im öffentlichen Dienst eine Bedeutung hatte, kommen heute viele Absolventen auch in gehobenen Positionen der privaten Wirtschaft unter.
Zudem bietet das technische Referendariat – ergänzend zu den verbesserten Karrierechancen – eine sehr gute Möglichkeit, sich praxisnah in die Handlungsfelder des jeweiligen Fachgebietes einzuarbeiten und das im Studium erworbene Fachwissen erheblich auszuweiten. Im technischen Referendariat werden vor allem umfassende Kenntnisse auf den Gebieten Verwaltung, Recht, Planung, Betrieb und Mitarbeiterführung vermittelt.
Mit Ausnahme der Länder Bayern und Baden-Württemberg werden die Abschlussprüfungen zentral vom Oberprüfungsamt für den höheren technischen Verwaltungsdienst in Bonn abgenommen. Nach dem erfolgreichen Bestehen der Großen Staatsprüfung sind die Absolventen berechtigt, die Berufsbezeichnung Assessor (z.B. Bauassessor) oder Assessor der Landespflege) zu führen. Absolventen der Länder Baden-Württemberg und Bayern bekommen zudem den Titel Regierungsbaumeister verliehen.
[Bearbeiten] Ausbildungsinhalte
Die Ausbildung besteht aus Ausbildungsveranstaltungen und praktischer Mitarbeit bei unterschiedlichen Dienststellen der öffentlichen Verwaltung:
Die informatorische Tätigkeit vermittelt Kenntnisse über Gliederung und Aufgaben der Verwaltung, das Zusammenspiel der Dienststellen untereinander und das Verhältnis zwischen politischen Gremien und Verwaltung. Neben dem spezifischen Fachwissen sollen Kenntnisse der einschlägigen Rechtsgrundlagen sowie des Finanz- und Personalwesens erarbeitet und Einblicke in Führungsaufgaben gewonnen werden. Während der praktischen Mitarbeit ist eine weitgehend selbständige Mitarbeit bei hoheitlichen und fiskalischen Aufgaben der technischen Verwaltung vorgesehen.
Daneben bestehen regelmäßige wöchentliche Arbeitsgemeinschaften der Referendare. In den Arbeitsgemeinschaften wird in Form von Vorträgen, Referaten und Fachexkursionen umfangreiches Fachwissen vermittelt. Verschiedene Fachlehrgänge im Laufe des Referendariats (unter anderem mit den Schwerpunkten Verwaltungsgrundlagen, Fachrecht, Leitungsaufgaben und Wirtschaftlichkeit) dienen der Vertiefung einzelner Themenbereiche.

