Tiger von Sabrodt

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Der erlegte „Tiger von Sabrodt“

Als Tiger von Sabrodt wurde ein in der Lausitz erschossener Wolf bezeichnet. Dies war der letzte vor 1945 auf dem heutigen deutschen Staatsgebiet erschossene Wolf. Seit dem Jahr 2000 sind in der Lausitz wieder Wölfe ansässig.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Er wurde am 27. Februar 1904 in den Tzschellner Kuthen von einem Förster aus Weißkollm erlegt. Das Oberlausitzer Dorf Tzschelln befand sich an der Spree zwischen Neustadt und Boxberg und wurde 1979 durch den Tagebau Nochten in Anspruch genommen. Der Wolf hatte im Februar 1904 nach vierjähriger vergeblicher Verfolgung mehrfach die Schützenlinien von 18 Jägern durchbrochen. Der Schütze bekam für seine Erlegung 100 Mark als Kopfgeld. Das Tier war mit 1,60 m Länge und einem Widerrist von 80 cm sowie 41 kg Lebendgewicht ein sehr großer Wolf.[2] Der Kadaver wurde für mehrere Tage im Hoyerswerdaer Schützenhaus ausgestellt und zog in kurzer Zeit mehr als 500 Besucher an.

Da er Vieh riss und es in der Gegend lange Zeit keinen Wolf mehr gegeben hatte, vermutete man anfangs als Verursacher ein ausgebrochenes Zirkustier. Bei der Bevölkerung als raubsüchtiges Ungetüm berüchtigt, erhielt er nach dem Ort seines ersten Auftauchens den Spitznamen „Tiger von Sabrodt“.

Über den Abschuss wurde folgendes berichtet:

„...seine Vorsicht und Schnelligkeit spotteten allen Nachstellungen. Nachdem er in letzter Zeit wiederholt gespürt worden war, meldete am Sonnabend Herr Revierförster Dommel in Neustadt der Königlichen Oberförsterei sichere Anzeichen seiner Anwesenheit, worauf sofort eine große polizeiliche Jagd veranstaltet wurde. Der frisch gefallene Spurschnee ermöglichte es, der Fährte des Tieres zu folgen, zahlreiche aufgebotene Wagen brachten Schützen und Treiber schnell der Spur nach, so daß es am Nachmittag gelang das Raubtier auf Revier Tschelln einzukreisen. Herr Oberförster Dutmer-Bohla kam zum Schuß und verwundete es, jedoch wohl nicht tödlich, weil er auf eine große Entfernung schoß. Die verwundete Bestie wandte sich nach einer offenen Fläche, wo Herr Förster Brehmer-Weißkollm auf etwa 30 Meter sie glücklich traf. Das Tier flüchtete noch bis zu einem nahen Dickicht wo man es bald verendet fand.“

Tageszeitung vom 28. Februar 1904

„Seit nunmehr 100 Jahren ist in der Lausitz im Herzen Deutschlands kein Wolf mehr geschossen worden, und heute, oder vielmehr am 27.02.1904 wird eine solche Bestie, die nachweislich fünf Jahre ihr Dasein gestiftet hat, ebendort zur Strecke gebracht ... daß vier Jahre vergehen mußten, ehe man dem Satan das Handwerk legte, das ist unverzeihlich. Nun ist Gott sei dank Ruhe, und den Erfolg werden wir recht bald an unserem Wildstand merken...“

Jagdzeitschrift Wild und Hund von 1904

Erinnerungen[Bearbeiten]

  • Der präparierte „Tiger“ ist noch heute im Museum im Schloss Hoyerswerda zu besichtigen.[3]
  • Zur Erinnerung an das Ereignis führt die Freiwillige Feuerwehr Sabrodt einen Wolf in ihrem Wappen.[4]
  • Die Power Metal Band Powerwolf veröffentlichte 2007 auf ihrem Album Lupus Dei das Lied „Tiger of Sabrod“.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfsregion-Lausitz.de.
  2. J. D. Sauerländer: Allgemeine Forst und Jagdzeitung, 1904.
  3. SZ online, (kostenpflichtige Seite, 24. August 2010)
  4. Elsterheide.de.