Timna (Negev)

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Winderosion im Timna-Park
Winderosion im Timna-Park

Timna ist der Name eines Nationalparks im heutigen Israel. Auch die benachbarte aktuelle Kupfermine trägt denselben Namen 1955 eröffnet, 1976 geschlossen und 1980 wiedereröffnet.[1] Der Ortsname wurde von einem Stammesführer des nahegelegenen, antiken Staates Edom genommen (1.Mose 36,40). Der Nationalpark befindet sich etwa 25 Kilometer nördlich der Stadt Eilat.

Der archäologische Timna Nationalpark mit antiken Kupferminen und den Überresten einer Stadt (Hurvat Timna) befindet sich westlich der modernen Mine im Wadi Arabah, unweit des Golfes von Aqaba am Rande der Negev-Wüste.

Geschichte[Bearbeiten]

Kupfermine

Schon während des 4. Jahrtausends v. Chr. baute man im Gebiet von Timna Kupfererz ab. Nach einer Lücke von mehr als einem Jahrtausend setzte im 14. Jahrhundert v. Chr. die Kupfergewinnung und -verarbeitung erneut ein. Im 12. Jahrhundert zeigten die Ägypter außerordentliches Interesse an Timna, doch die Minen kamen alsbald unter die Kontrolle der Midianiter, die laut Bibel durch Moses' Heirat mit der Tochter des midianitischen Priesters Jitro Verbindungen zu den Israeliten hatten.

Die Ägypter errichteten trotz midianitischer Gegenwehr in Timna einen Tempel ihrer Göttin Hathor, den die Midianiter in ein Zeltheiligtum umwandelten, das Ähnlichkeit mit der israelitischen Stiftshütte aufwies und in dem eine teilvergoldete Schlange aus Kupfer gefunden wurde. Die Ausgrabungen der Jahre 1964–1970 brachten verschiedene Schmelz- und Schmiedeöfen zutage, die sich als dem 12. Jahrhundert v. Chr. zugehörig herausstellten. In den 1930er Jahren glaubte der US-Amerikaner Nelson Glueck, die in der Bibel beschriebenen berühmten Kupferminen Salomos (1 Kön 7,46 EU) gefunden zu haben. Spätere Untersuchungen ergaben jedoch, dass es aus dem 10. Jahrhundert hier keine Funde gab, die auf eine nennenswerte Kupferproduktion hinweisen.

Geologische Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wohl die beeindruckendste und interessanteste Gesteinsformation im Timna Nationalpark stellen die sogenannten Salomos Säulen dar. Diese wie Säulen aussehenden, riesigen Gebilde sind auf natürliche Weise durch Erosion entstanden und sind durch einen Wanderweg auch begehbar. Im oberen Teil kann sogar eine Inschrift ägyptischen Ursprungs gefunden werden.

Weitere durch Erosion entstandene, pilzförmige Gesteinsformationen sind im gesamten Nationalpark zu finden und prägen das Gesamtbild.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans G. Conrad (Bearb.): Antikes Kupfer im Timna-Tal. 4000 Jahre Bergbau und Verhüttung in der Arabah (Israel). Verlag Glückauf, Essen 1980, ISBN 3-921533-18-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Timna (Negev) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carta's Official Guide to Israel and Complete Gazetteer to all Sites in the Holy Land, Jerusalem 1993, ISBN 965-220-186-3, S.462 (Englisch)

29.78777777777834.988888888889Koordinaten: 29° 47′ 16″ N, 34° 59′ 20″ O