Timna (Jemen)

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit Timna im Jemen. Für den Ort im Negev siehe Timna (Israel), für den nach der Stadt benannten Prozessorcodenamen siehe Pentium III.

15.01916666666745.805Koordinaten: 15° 1′ N, 45° 48′ O

Reliefkarte: Jemen
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Timna
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Jemen
Qatabanischer Bronzelöwe aus Timna (1. Jahrhundert v. Chr.)

Timna (altsüdarabisch Tmnʿ arabisch ‏تمنع‎, DMG Timna) war die Hauptstadt des Reiches Qataban im Jemen und befindet sich 240 km südöstlich von Sanaa, etwa 100 km südlich von Ma'rib und 320 km nordöstlich (Luftlinie) von Aden. Die Strecke von Ma’rib nach Timna ist Teil der alten Karawanenroute entlang der Weihrauchstraße und östliche Grenze des Östlichen Gebirgsvorlandes zur Ramlat es-Sayhad. Eine weitere antike Stätte befindet sich mit Hajar bin Humayd linkerhand auf der knapp 20 km langen Strecke in das südlich gelegene Baihan al-Kisab.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Timna entstand in der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends v. Chr. und war das politische Zentrum des Reichs Qataban, das seit Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. schriftlich belegt ist. Nach der Eroberung Qatabans durch Hadramaut um 150 n. Chr. wurde Timna verlassen. Zwar konnte sich der Reststaat von Qataban um Ghat Ghayl 15 km südlich von Timna noch einige Jahrzehnte behaupten, doch wurde auch dieser schließlich von Hadramaut erobert.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten]

Timna befand sich am Ausgang des Wadi Bayhan, dessen Gebiet auch das landwirtschaftliche Hinterland dieser Stadt bildete. Wirtschaftliche Grundlage war aber der Weihrauchhandel, der durch diese Stadt führte. Zeichen für den prosperierenden und komplexen Handel ist die erhaltene Marktordnung des Königs Schahr Hilal.

Erforschung[Bearbeiten]

In den 1950er Jahren begann der US-Archäologe Wendell Phillips mit den Ausgrabungen des verschütteten Ortes und legte dabei das südliche Stadttor mit seinen gewaltigen Säulen des quatabanischen Tempels frei. Einzelne Inschriften und weitere Teile von Häusern konnten dabei fotografisch gesichert werden. Heute versandet ein Großteil der Entdeckungen wieder, da kaum Gelder zum Spurenerhalt bereitgestellt werden.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Richard LeBaron Bowen, Frank P. Albright: Archaeological discoveries in South Arabia (= Publications of the American Foundation for the Study of Man. 2). Johns Hopkins University Press, Baltimore 1958.
  •  Ray L. Cleveland: An Ancient South Arabian necropolis. Objects from the second campaign, 1951, in the Timnaʻ cemetery (= Publications of the American Foundation for the Study of Man. 4). Johns Hopkins University Press, Baltimore 1965.
  • Horst Kopp (Herausgeber): Länderkunde Jemen, Dr. Ludwig Reichert Verlag Wiesbaden, 2005, ISBN 3-89500-500-2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe Karte; In: Kopp (s. Lit.)
  2. Gerhard Heck, Manfred Wöbcke: Arabische Halbinsel. books.google.nl