Titan (Computer)

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Titan

Der Titan ist ein Supercomputer von Cray. Er steht am Oak Ridge National Laboratory in Tennessee (USA).

Mit einer Rechenleistung von 17,59 PetaFLOPS galt er ab November 2012 als der leistungsstärkste Supercomputer der Welt,[1] bis sich im Juni 2013 der fast doppelt so schnelle chinesische Tianhe-2 (33,86 PFLOPS) an die Spitze der Supercomputer setzte.[2]

Zu den Aufgaben des Titan gehört das Berechnen von Modellen im Bereich der Naturwissenschaften und Datenauswertungen für die NSA und die Defense Advanced Research Projects Agency[3].

Computer[Bearbeiten]

Der Vorgänger Jaguar

Der Supercomputer Titan ist aus dem Vorgänger Jaguar, einem System mit Cray XT5 Blades, welche durch Cray XK7 Blades ausgetauscht wurden, entstanden. In dem Cluster wurden insgesamt 18.688 AMD Opteron 6274 16-Kern Prozessoren sowie 18.688 Nvidia Tesla K20X GPUs verarbeitet. Bei letzteren handelt es sich um Grafikprozessoren, die 90 % der Rechenlast tragen. Aufgrund ihrer Prozessorarchitektur sind diese besonders gut für stark parallelisierbare Berechnungen geeignet. Dem System stehen insgesamt 710 Terabyte RAM Arbeitsspeicher zur Verfügung, wobei jeder Blade 162 GB Speicher aufweist. Für die Speicherung der Ergebnisse stehen 13400 Festplatten mit je 1 Terabyte Kapazität zur Verfügung. Die Gesamtkapazität soll jedoch im Verlauf des Jahres 2013 auf 20–30 Petabyte erweitert werden. Die Storage kann in der Sekunde bis zu 240 Gigabyte Daten speichern.

Software[Bearbeiten]

Bei dem Betriebssystem handelt es sich um das System Unicos, welches auf Linux basiert. Dieses System wurde speziell von Cray für Supercomputer entwickelt und eignet sich hervorragend für vernetztes Rechnen innerhalb großer Computercluster.

Wirtschaftliches[Bearbeiten]

Die Gesamtkosten werden mit insgesamt 97 Mio. US-Dollar angegeben. Dieser verhältnismäßig geringe Betrag konnte dadurch erzielt werden, dass die bereits bestehende Infrastruktur wie Kabel, Stromzuführung, Bladegehäuse und Racks vom Vorgänger Jaguar übernommen werden konnten und lediglich die Blades ausgetauscht werden mussten.

Im Verhältnis zum Vorgänger hat der Titan eine um den Faktor 5 bessere Energieeffizienz. Dadurch erhofft sich das Institut erhebliche Einsparungen bei den Stromkosten.

Mängel am System[Bearbeiten]

Im Februar 2013 zeigten sich am System einige qualitative Mängel. Das auf den Motherboards verwendete Lötmaterial verursachte Kontaktprobleme. Der Grund war der zu hohe Anteil an Gold, welches eigentlich für Korrosionsbeständigkeit sorgen sollte. Die fehlerhaften Komponenten des Systems wurden daraufhin an den Hersteller zur Instandsetzung zurückgegeben.[4] Im April 2013 war der Rechner wieder funktionsfähig.[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

  • TOP500 Liste der 500 schnellsten Computersysteme (halbjährliche Updates)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Titan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.top500.org/lists/2012/11/
  2. http://www.top500.org/lists/2013/06/
  3. http://www.wired.com/threatlevel/2012/03/ff_nsadatacenter/all/
  4. Supercomputer wird durch Gold ausgebremst
  5. Titan repairs complete (Version vom 15. November 2013 im Internet Archive)