Trinitron

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Sony Farbfernseher mit Trinitron-Bildröhre, 1970er Jahre

Trinitron ist ein Handelsname der Firma Sony für eine Farbbildröhren-Technik, bei der die Leuchtstoffe als Streifen vor einer Streifen- oder Schlitzmaske angeordnet sind, statt wie bis dahin in Tripelanordnung vor einer Lochmaske. Die drei Elektronenstrahlsysteme sind hierzu nicht im Dreieck (bisherige Deltaröhren), sondern waagerecht nebeneinander („in line“) angeordnet.

Geschichte[Bearbeiten]

1967 entwickelte Sony mit der sogenannten Trinitron-Bildröhre den Nachfolger der bis dahin produzierten, damals aber sehr aufwendigen und fehleranfälligen Chromatron-Technik, die Sony fast in den Ruin stürzte. Die Trinitron-Technik verwendete statt der bei Farbbildröhren bisher üblichen Lochmaske eine Streifenmaske. Dies ermöglichte, dass statt 15 % der Elektronen bis zu 20 % (theoretisch bis 33 %) beim Phosphor ankommen. Das Ergebnis ist ein kontrastreicheres Bild.

Eine Variante, die sich nicht nur allein durch eine Streifenmaske, sondern auch durch nur einer statt dreier Elektronenkanonen von anderen Designs unterschied, barg anfangs ihre Schwierigkeiten. Die frei schwingenden vertikalen Maskenstreifen ließen den Elektronenstrahl bei Vibrationen teils an der falschen Stelle ankommen. Das Ergebnis waren Falschfarben, die sich unregelmäßig über das Bild verteilten. Die Lösung dafür war sehr simpel: Ein oder zwei horizontal angebrachte Wolfram-Drähte hielten die Maske zusammen und die Schwingungen in Grenzen.

Sony-Präsident Ibuka kündigte das erste Modell, den KV-1310, am 15. April 1968 an. Ab Mitte Oktober wollte man den Verkauf beginnen, bis Ende des Jahres sollten 10.000 Geräte ausgeliefert werden. Das Entwicklerteam wurde damit überrascht – man hatte gerade einmal zehn Testgeräte; das verkündete Produktionsziel wurde aber dennoch dank Überstunden erreicht.

Nach der Überwindung der anfänglichen Schwierigkeiten wurde die Trinitron-Technik auf breiter Basis am Markt etabliert, SONY entwickelte sie über Jahrzehnte hinweg weiter. Neue Ätzverfahren ermöglichten feinere Masken, neue Leuchtstoffe verbesserte Farb- und Helligkeitseigenschaften. Der Bildschirm war anfangs gleichförmig gewölbt (Kugelkalotten-Ausschnitt), später nur noch in der horizontalen (Ausschnitt einer Zylinderoberfläche); schließlich gelang es, auch ganz plane (mit flacher Front) Bildschirme herzustellen.

Die vermutlich letzte Entwicklungsstufe der Trinitron-Bildröhre für Fernseher stellt eine Bildröhre dar, bei der die Anzahl der Maskenstreifen auf ca. 1400 erhöht wurde, was eine Darstellung von HDTV-Bildern in fast nativer Auflösung gestattet. Ein entsprechender HDTV-fähiger Fernseher ist von Sony allerdings in der EU nicht angeboten worden (hingegen in den USA, im nahen Osten, in Australien und Ostasien).

Vorteile[Bearbeiten]

Lochmaske
Streifenmaske (Trinitron)

Die Konvergenz-Korrektur der Ablenkwinkel der drei Elektronenstrahlen ist bei nebeneinander angeordneten Elektronenstrahlsystemen wesentlich einfacher als bei Tripelanordnung, zudem werden eine höhere Leuchtintensität und eine bessere Schärfe erreicht.

Der Leuchtschirm war bei ersten Trinitron-Bildröhren keine in zwei Achsen gewölbte Fläche, sondern ein Ausschnitt eines Zylindermantels mit großem Durchmesser. Vertikale Linien erscheinen daher auch bei verschiedenen Betrachtungswinkeln gerade, was speziell für CAD-Anwendungen wichtig ist. Im Vergleich zu nur max. 23 % bei normalen CRT-Geräten treffen bei der Trinitron-Bildröhre theoretisch bis 33 % der Elektronen auf die Leuchtstoffschicht und erzeugen dadurch ein helleres und kontrastreicheres Bild.
Die schwarze Einfärbung des Schirmglases und eine aluminiumhinterlegte Leuchtstoffschicht mit schwarzen Trennstreifen zwischen den Farben führten zu weiteren Kontraststeigerungen („Black Trinitron“, „Black Matrix“).

Nachteile[Bearbeiten]

Ein von manchen Personen als störend empfundenes Merkmal der Trinitron-Bildröhre ist, dass man auf hellem, einfarbigen Hintergrund bei genauem Hinsehen ein bis drei sehr dünne Haltedrähte erkennen kann, die sich innerhalb des Glaskolbens der Bildröhre befinden und sich als feiner Schatten auf dem Monitorbild bemerkbar machen. Da die Bauweise der Streifenmaske sehr empfindlich gegenüber horizontalen Erschütterungen (z. B. bei großer Lautstärke der eingebauten Lautsprecher) ist, sind – je nach Größe der Bildröhre – ein bis drei dieser Haltedrähte in horizontaler Richtung der Bildröhre angebracht, um Schäden an der Streifenmaske zu verhindern und diese zu stabilisieren.

Ein weiterer potentieller Nachteil der Trinitronbauweise ist das deutlich höhere Gewicht im Vergleich zu anderen Bildröhren, was daraus resultiert, dass die Drähte der Streifenmaske in einen massiven Metallrahmen gespannt werden mußten, um Bildstabilität und Haltbarkeit der Bildröhre zu gewährleisten.

Speziell bei den letzten Serien der Trinitron-Röhren mit planer Bildröhre kommt nochmals zusätzliches Gewicht hinzu, denn die Röhre ist nur äußerlich flach, innen aber weiterhin gebogen, sprich es kommt zusätzliches Glas an der Front hinzu im Vergleich zu den alten, zylindrischen Trinitrons.

Anwendung und verwandte Technik[Bearbeiten]

Auf der Trinitron-Technik basierende Bildröhren kamen vor allem in TV-Geräten zum Einsatz, fanden aber später auch als Computermonitore weite Verbreitung. Sie wurden darüber hinaus in Spezialgeräten der Industrie, der Medizintechnik oder als Studiomonitore in Filmstudios eingesetzt, wo sie zum Teil noch heute (2013) Verwendung finden.

Da ein Großteil der Patente auf das originale Trinitron-Konzept Ende der 1990er Jahre auslief, konnten auch andere Firmen auf die Eigenschaften von Sonys Röhrentechnik zurückgreifen. Trinitron-Pendants sind unter anderen die von Mitsubishi entwickelte Diamondtron-Bildröhre oder die von LG Electronics produzierten Flatron-Modelle. Diese gleichen bis auf wenige von SONY immer noch patentgeschützte Details weitgehend den Trinitron-Röhren.

Die Produktion von Trinitron-Röhren wurde von SONY und den anderen Herstellern um die Mitte der 2000er-Jahre weitgehend eingestellt, da LCD-, LED- und Plasmabildschirme die klassischen Röhren mittlerweile aus dem Geschäft verdrängt hatten und die Produktion unrentabel geworden war. SONY produziert aber bis heute (2013) in einer Fabrik in Singapur Trinitron-Röhren in kleinen Stückzahlen für professionelle und industrielle Anwendungen.

Siehe auch[Bearbeiten]