Triton-Haus

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Allianz Global Investors
Allianz Global Investors
Blick von der Odine-Bott-Anlage auf das Triton-Haus
Basisdaten
Ort: Bockenheimer Landstraße 42 und 44, Westend-Süd
Bauzeit: 1985–1987
Eröffnung: Dezember 1987
Baustil: Moderne
Architekten: Nägele, Hofmann und Tidemann
Nutzung/Rechtliches
Nutzung: Bürohochhaus
Technische Daten
Höhe: 35 m
Etagen: 10 Geschosse
Nutzfläche: 23.500
Baustoff: Stahlbeton, Stahl, Glas
Anschrift
Stadt: Frankfurt am Main
Land: Deutschland

Das Triton-Haus ist ein Bürogebäudekomplex an der Bockenheimer Landstraße 42 und 44 in Frankfurt am Main.

Nachkriegsbauten[Bearbeiten]

Auf dem Gelände des heutigen Triton-Hauses befand sich bis 1952 eine Parkanlage. Im Mai 1952 wurden ein siebenstöckiges Bürogebäude der Alten Leipziger Lebensversicherungsgesellschaft und ein vierstöckiges Verwaltungsgebäude der Frankfurter Aufbau AG/Bundesstelle für den Warenverkehr fertiggestellt. Die schmucklosen Funktionsgebäude im Nachkriegsstil wurden über 30 Jahre genutzt.

Neubau Triton-Haus[Bearbeiten]

Im Januar 1985 erfolgte der Abriss der 1950er-Jahre-Bauten und 1985 bis 1987 der Bau des Triton-Hauses. Vorangegangen war ein erbitterter kommunalpolitischer Streit. Im März 1973 hatte die britische Immobilienfirma "Samuel Properties" das Gebäude für 55 Millionen DM von der Alten Allianz Versicherung erworben. Der vorgesehene Hochhausbau wurde jedoch von dem aktuellen Bebauungsplan verhindert, der eine zu niedrige Geschossflächenzahl (GFZ) von 2,4 aufwies. Samuel Properties verklagte die Stadt auf 35 Millionen Schadensersatz, da der bisherige Bebauungsplan eine GFZ von 5,0 aufgewiesen hatte. Im Laufe des Frankfurter Häuserkampfes hatte die Stadt ihre Stadtentwicklungsstrategie geändert. 1979 verkaufte Samuel Properties das Gebäude an den holländischen Pensionsfonds PGGM. Diese setzte die Klage fort und strebte ein Hochhaus mit 20 Stockwerken an.

In der Befürchtung, den Prozess zu verlieren, genehmigte der Frankfurter Magistrat im September 1983 eine Höhe von 14 Stockwerken. Diese Entscheidung führte zu einer heftigen politischen Debatte, deren Höhepunkt der Auszug der SPD aus der Plenarsitzung der Stadtverordnetenversammlung im Dezember 1983 war. Am Ende einigte sich Stadt und Investor auf 10 Stockwerke, die jedoch durch eine auf 2,95 erhöhte GFZ und damit eine größere Nutzfläche ergänzt wurden.

Das 10-geschossige Bürogebäude kombinierte blaue verspiegelte Glasfassaden mit rotem Sandstein. Mit einer Bürofläche von ca. 23.000 m² (Bruttogrundrissfläche: ca. 45.300 m²) und ca. 446 Pkw-Stellplätze auf 3 Untergeschoss-Ebenen wurde die Bürofläche gegenüber den Vorgängerbauten massiv ausgeweitet. Architekten waren eine Arbeitsgemeinschaft mit Nägele Hoffmann Tiedemann, Frankfurt.

Das Hauptgebäude bildete ein Halbrund, dass sich zum Odina-Bott-Platz hin öffnet. Der hintere Teil des Gebäudes wird von drei Flügeln gebildet. Der eine der beiden äußeren Flügel liegt parallel zur Bockenheimer Landstraße, der andere zur Staufenstraße. Dazwischen nutzt der dritte, kleinere Flügel den rückwärtigen Platz.

Hauptmieter war zuletzt die Deutsche Bank.

Revitalisierung[Bearbeiten]

Während der Revitalisierung 2011

Derzeit steht das Gebäude leer. Der Eigentümer plant eine Revitalisierung, mit der die Fassaden neu gestaltet werden sollen und das Gebäude energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden soll.

Gemäß der Immobilienzeitung vom 16.August 2010 hat der niederländische Projektentwickler OVG das Gebäude zusammen mit der Revitalisierungsplanung im Auftrag des IVG Institutional Funds im August 2010 an Allianz Real Estate Germany verkauft. Das rund 29.000 m² große Gebäude wird komplett an Allianz Global Investors vermietet. Lang & Cie. übernimmt die Projektentwicklung. Allianz Global Investors (AllianzGI) wird das Triton im Jahr 2013 beziehen. Mit dem Umbau des zehngeschossigen Tritons hat Allianz den Frankfurter Projektentwickler Lang & Cie. beauftragt, der unter anderem auch für den Neubau der Deutschen Börse in Eschborn mitverantwortlich zeichnet. Die Revitalisierung des 80er-Jahre-Gebäudes Triton ist sehr aufwendig. Nach der von OVG erarbeiteten Projektplanung soll beispielsweise das Verhältnis von Bruttogeschossfläche zu Mietfläche von 73 % auf 83 % verbessert werden. Im Gebäude sollen künftig Großraumbüros genauso möglich sein wie Einzelbüros. Zudem will die Allianz die Idee der OVG aufgreifen, aus dem Gebäude ein Green Building zu machen. Vorgesehen ist eine Zertifizierung nach dem Gütesiegel DGNB Gold. Dazu sollen unter anderem ein Blockheizkraftwerk und eine Dachbegrünung beitragen.[1]

Hölderlin-Gedenkstätte[Bearbeiten]

Hölderlin-Gedenkstätte

Vor dem Gebäude erinnert eine Gedenkstätte an Friedrich Hölderlin. Das Bronzedenkmal von Hans Mettel im Frankfurter Westend, Bockenheimer Landstraße 42 /Ecke Freiherr-vom-Stein-Straße wurde am 31. August 1957 eingeweiht. Die Gedenkstelle besteht aus der abgebildeten überlebensgroße Jünglingsfigur und einem Gedenkstein, auf dem "Hyperions Schicksalslied" eingemeißelt ist. Hölderlin lebte 1796 bis 1798 als Hauslehrers bei der Bankiersfamilie Gontard im Haus Bockenheimer Landstraße 42.

Literatur[Bearbeiten]

Detlev Janik: Hochhäuser in Frankfurt, 1995, ISBN 3-7973-0595-8, Seite 79-80

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.immobilien-zeitung.de/htm/news.php3?id=38617&rubrik=2&pb=1

Weblinks[Bearbeiten]

50.1181058.664554Koordinaten: 50° 7′ 5″ N, 8° 39′ 52″ O