Urania sloanus

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Urania sloanus
Urania sloanus (oben)

Urania sloanus (oben)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Uraniafalter (Uraniidae)
Unterfamilie: Uraniinae
Gattung: Urania
Art: Urania sloanus
Wissenschaftlicher Name
Urania sloanus
(Cramer, 1779)

Urania sloanus ist ein ausgestorbener Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Uraniafalter (Uraniidae). Er war auf Jamaika endemisch.

Merkmale[Bearbeiten]

Urania sloanus erreichte eine Flügelspanne von 64 bis 76 Millimetern. Sowohl die Vorderflügel als auch die Hinterflügel waren ziemlich lang und schmal. Die Flügeloberseite war tief schwarz. Auf den Vorderflügeln verliefen rechts und links je sechs bis sieben glänzend grüngoldene Querbinden. Die beiden mittleren Querbinden waren vorne zwei- oder manchmal dreigeteilt. Auf dem schwarzen Grund der Unterflügel befanden sich unregelmäßig eingerückte kupferrote, blaue und goldgrüne Querbinden. Die Zeichnung der Flügelunterseite entsprach der Oberseite. Die grünen Querbinden waren jedoch heller. Der Rand des Hinterleibes war mehr oder weniger goldgrün. Die Schwanzfortsätze waren schwarz mit ein paar smaragdgrünen Flecken.

Lebensweise[Bearbeiten]

Obwohl Urania sloanus tagaktiv war, wies ihn seine Flugtechnik als echten Nachtfalter aus. Einen der ausführlichsten Berichte über das Verhalten von Urania sloanus bei der Nahrungssuche verfasste Philip Henry Gosse im Jahre 1851.[1] Besonders in der ersten Aprilwoche und manchmal im Juni konnte man große Schwärme an den Blüten der Avocado beobachten. Die Falter erschienen kurz vor Sonnenaufgang und verblieben bis 8 oder 9 Uhr morgens an den Blüten. Die Tageshitze verbrachten die Schmetterlinge an Ruheplätzen, um nach dem Nachmittagsregen erneut aufzutauchen. Die Durchflutung der Flügel durch das Sonnenlicht brachte die schillernden Farben besonders zur Geltung.

Aussterben[Bearbeiten]

Urania sloanus kam früher in den Blue Mountains sehr häufig vor. Seit 1894 oder 1895 wurde diese Art jedoch nicht mehr gesichtet und gilt heute als höchstwahrscheinlich ausgestorben. Obwohl der Verlust der Lebensräume beim Niedergang eine Rolle gespielt haben könnte, sind doch beträchtliche Flächen an Primärwald erhalten geblieben. Eine der Hauptfutterpflanzen der Raupen, Omphalea triandra, ist offenbar in den feuchten Wäldern der Insel noch weit verbreitet. Eine weitere Futterpflanze könnte Omphalea diandra gewesen sein, die früher im Portland Parish, eines der Hauptverbreitungsgebiete von Urania sloanus, vorkam, aber in jüngster Zeit in dieser Region nicht mehr nachgewiesen wurde. Durch den Verlust der Futterpflanzen für die Raupen ist die Population vermutlich so drastisch zusammengebrochen, dass letztendlich ein Aussterben der Art unvermeidlich war.

Systematik[Bearbeiten]

Urania sloanus wurde erstmals 1725 von Hans Sloane im zweiten Band seines Werkes Natural History of Jamaika porträtiert. 1758 verwechselte Carl von Linné diese Art mit Papilio leilus (heute Urania leilus). 1779 erfolgte durch Pieter Cramer die wissenschaftliche Erstbeschreibung unter dem Namen Papilio sloanus. 1816 wurde dieses Taxon von Jacob Hübner in die Gattung Urania gestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Philip Henry Gosse (1880): Urania sloanus at home. Entomologist 13: S. 133-135 Online
  • Philip Henry Gosse (1881): Urania sloanus at home II - The Larva and Pupa. Entomologist 14: S. 241-245 Online
  • David Lees und Neal Smith (1991): Foodplants of the Uraniinae (Uraniinae) and their Systematic, Evolutionary and Ecological Significance PDF-Datei oder OCR-Dokument. In Journal of the Lepidopterists' Society, Volume 45.
  • W. F. Kirby: A Hand-Book To The Order Lepidoptera. Volume III. Butterflies (Concluded).–Hesperiidae. Moths.–Part I. Edward Lloyd, Limited. London, 1896:S. 48–49 Online
  • James Duncan: Entomology. Foreign Butterflies. In: William Jardine (Hrsg.): The Naturalist's Library. Volume 31. W. H. Lizard's. London, 1858: S. 202 Online

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Urania sloanus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Philip Henry Gosse (1851): A naturalist's sojourn in Jamaica. S. 69–74 Online