Ursprüngliche Bindung

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Als ursprüngliche Bindung, primordiale Bindung oder Primordialität (lateinisch „uranfänglich, urweltlich“) versteht der amerikanische Ethnologe Clifford Geertz, in Anlehnung an den Soziologen Edward Shils (1910–1995), diejenigen inneren Verbundenheiten einer Person (Loyalitäten), die aus den Grundgegebenheiten ihres sozialen Lebens hervorgehen. Dies sind beispielsweise die von frühester Kindheit an vermittelten Gefühle der Zugehörigkeit zu den nächsten Verwandten, zu einer bestimmten Religion oder Sprache, zu bestimmten Normen und Bräuchen oder zu einer begrenzten und überschaubaren Örtlichkeit (Heimat). Dies kann das Singen bestimmter Lieder oder die Wahrnehmung akustischer Reize, wie etwa das Glockenläuten, beinhalten.

Diese ursprünglichen Bindungen sind nach Geertz stärker als jene, die Menschen in späteren Lebensphasen aus wirtschaftlichen Interessen oder politischen Überzeugungen eingehen. Es ist der Appell an diese Gefühle und diese affektiven Bindungen, die den Erfolg ethnischer oder nationaler Vergemeinschaftung ermöglichen.

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Literatur[Bearbeiten]

  • Alain Daniélou: Shivaïsme et tradition primordiale (= Les cahiers du mleccha. Band 3). Kailash, Paris 2003, ISBN 2-8426-8103-7.
  • Clifford Geertz: „Schicksalsbedrängnis“. Religion als Erfahrung, Sinn, Identität, Macht. In: Sinn und Form. Jahrgang 53, Nr. 6, 2001 ISSN 0037-5756, S. 742–760.
  • Claudius R. Köster: Kollektive Identität. Miszelle zu einem Diskurs zwischen Primordialität und Konstruktivität. In: Siegener Periodicum zur internationalen empirischen Literaturwissenschaft. Jahrgang 14, Nr. 2, 1995, ISSN 0722-7833, S. 329–335.
  • Klaus E. Müller: Die fünfte Dimension. Soziale Raumzeit und Geschichtsverständnis in primordialen Kulturen (= Essener kulturwissenschaftliche Vorträge. Band 3). Wallstein, Göttingen 1999, ISBN 3-89244-348-3.
  • Edward Shils: Tradition. Nachdruck. University of Chicago Press, Chicago 2007, ISBN 0-226-75325-5 (original 1981).