Ursprüngliche Bindung

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Unter ursprünglichen bzw. primordialen Bindungen versteht der US-amerikanische Kulturanthropologe Clifford Geertz, in Anlehnung an den Soziologen Edward Shils, jene angestammten Loyalitäten, die aus den Grundgegebenheiten der sozialen Existenz hervorgehen. Dies sind beispielsweise die von frühester Kindheit an vermittelten Gefühle der Zugehörigkeit zu den nächsten Verwandten, zu einer bestimmten Religion, zu einer besonderen Sprache, zu bestimmten Normen und Bräuchen oder auch zu jener begrenzten und überschaubaren Örtlichkeit, die wir in Deutschland als Heimat bezeichnen. Dies kann das Singen bestimmter Lieder oder die Wahrnehmung akustischer Reize, wie etwa das Glockenläuten, beinhalten.

Diese Bindungen, so gibt Geertz zu bedenken, seien stärker als jene, die Menschen in späteren Lebensphasen eingehen, nämlich jene aus wirtschaftlichen Interessen und politischen Überzeugungen. Es ist der Appell an diese Gefühle und diese affektiven Bindungen, die den Erfolg ethnischer oder nationaler Vergemeinschaftung, d. h. Nation und Identität, ermöglichen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alain Daniélou: Shivaïsme et tradition primordiale (Les cahiers du mleccha 3), Paris 2003, ISBN 2-8426-8103-7.
  • Clifford Geertz: Schicksalsbedrängnis. Religion als Erfahrung, Sinn, Identität, Macht, in: Sinn und Form, 2001, j. 53, n. 6, p. 742-760, ISSN 0037-5756.
  • Claudius R. Köster: Kollektive Identität. Miszelle zu einem Diskurs zwischen Primordialität und Konstruktivität, in: Siegener Periodicum zur internationalen empirischen Literaturwissenschaft, 1995, j. 14, n. 2, p. 329-335, ISSN 0722-7833.
  • Klaus E. Müller: Die fünfte Dimension. Soziale Raumzeit und Geschichtsverständnis in primordialen Kulturen (Essener kulturwissenschaftliche Vorträge 3), Göttingen 1999, ISBN 3-89244-348-3.
  • Edward Shils: Tradition, Chicago 1981, ISBN 0-226-75325-5.