Verfassung Korsikas 1755

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1755 schrieb Pasquale Paoli eine Verfassung für Korsika.[1] Es handelt sich dabei um eine Mischverfassung nach antikem Vorbild mit demokratischen Elementen, die sich auch aus regionalen Traditionen Korsikas speisten. Sie ist damit die erste moderne Verfassung weltweit.[2]

Die Verfassung setzt die Idee der Gewaltenteilung um. An der Spitze des Staates steht der General, der die Exekutive leitet. Er hat den Oberbefehl über die Armee, leitet den Ministerrat und ist gegenüber dem Parlament (der Dietà Generale) Rechenschaft schuldig. Die Dietà Generale wird vom Volk (Männer ab 25 Jahren) in direkter Wahl gewählt. Sie beschließt Gesetze und wählt die Präsidenten und Räte für den Staatsrat, der die Regierung bildet und sich aus drei Kammern für Politik, Krieg und Finanzen zusammensetzt. Die Judikative wird gebildet vom Obersten Gericht, dessen Mitglieder vom Staatsrat gewählte werden, sowie von den Gemeindegerichte, deren Richter durch Wahl von den Bürgern bestimmt werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Daniel Eisenmenger: “Die vergessene Verfassung Korsikas von 1755 – der gescheiterte Versuch einer modernen Nationsbildung”, in: GWU 61 (2010), H. 7/8, S. 430-446.
  • Michel Vergé-Franceschi: Pasquale Paoli: un Corse des Lumières; 2005
  • Antoine-Marie Graziani: Pascal Paoli. Père de la patrie corse, Paris 2004 (2. Aufl.)
  • Jean-Marie Arrighi (Hrsg.): La constitution de Pascal Paoli 1755, Ajaccio 1996

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der vollständige Text der Verfassung findet sich auf Französisch in Wikisource.
  2. Daniel Eisenmenger: “Die vergessene Verfassung Korsikas von 1755 – der gescheiterte Versuch einer modernen Nationsbildung”, in: GWU 61 (2010), H. 7/8, S. 430-446.