Vita Merlini

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Die Vita Merlini (Das Leben Merlins) ist eine von Geoffrey von Monmouth um 1150 verfasste mittellateinische hexametrische Dichtung.

Geoffrey greift darin eine alte walisische Überlieferung auf, die sich auf das Waldleben des berühmten, sagenhaften Dichters Myrddin bezieht, und zitiert aus den Gedichten, die diesem zugeschrieben werden. Diese walisischen Gedichte sind allerdings erst aus dem 13. Jahrhundert handschriftlich erhalten: »Afallennau« (Rede an Apfelbäume); »Oiannau« (Rede an Ferkel); »Gespräch mit Taliesin« und das »Gespräch mit seiner Schwester«. Das letztgenannte Gedicht erzählt, wie Merlin seinen Herrn in der Schlacht von Arthuret im heutigen Südschottland (573) verlor und daraufhin 50 Jahre in der Wildnis umherirrte, um seinen Verfolgern zu entgehen.

Die Vita Merlini zeigt den alternden Merlin als "wilden Mann", der in seiner Einöde die Vertreibung der Angelsachsen aus Britannien prophezeit. Er erhält von Telgesinus (Taliesin) Unterricht in Geographie und Kosmographie und wird zuletzt von einer Wunderquelle geheilt.

Seiner historiographischen Intention entsprechend, bemüht Geoffrey sich, Merlin räumlich und zeitlich einzuordnen (Ende des 6. Jahrhunderts, teils nach Südwestschottland, teils nach Carmarthen gemäß einer Volksetymologie marthen < Myrddin).

Literatur[Bearbeiten]

  • B. Clarke (Hg.), Vita Merlini, 1973 (mit engl. Übers.)