Vom Bäumlein, das andere Blätter hat gewollt (Film)

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Filmdaten
Originaltitel Vom Bäumlein, das andere Blätter hat gewollt
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1940
Länge 7 Minuten
Stab
Regie Heinz Tischmeyer
Produktion Hubert Schonger
für Naturfilm Hubert Schonger

Vom Bäumlein, das andere Blätter hat gewollt ist ein deutscher animierter Kurzfilm von Heinz Tischmeyer aus dem Jahr 1940. Der auf dem gleichnamigen Gedicht von Friedrich Rückert beruhende Film enthält antisemitische Passagen.

Handlung[Bearbeiten]

Ein Nadelbaum ist traurig, weil er keine Blätter, sondern nur spitze Nadeln trägt. Er wünscht sich goldene Blätter und schläft ein. Am nächsten Morgen trägt er goldene Blätter, strahlt und glänzt und ist glücklich. Auch die Vögel spiegeln sich erfreut in seinen Blättern. Ein Jude kommt durch den Wald, vertreibt die Vögel und pflückt sämtliche Blätter vom Baum ab, der nun kahl zurückbleibt.

Der Baum wünscht sich nun gläserne Blätter und erwacht am nächsten Morgen mit Blättern aus Glas. Diese gehen bald durch den Wind zu Bruch. Auch der nächste Wünsch – grüne Blätter – bringt dem Baum kein Glück, weil eine hungrige Ziege den ganzen Baum nun leerfrisst. Am Ende wünscht sich der Baum seine Nadeln zurück und lacht erfreut, als er wieder als Nadelbaum erwacht. In sein Lachen stimmen die umstehenden Bäume und sämtliche Tiere des Waldes ein.

Produktion[Bearbeiten]

Heinz Tischmeyer (* 1913) besaß ab 1936 ein eigenes Trickfilm-Atelier und animierte Vom Bäumlein, das andere Blätter hat gewollt im Auftrag der Schongerfilm. Als Hersteller des Film wird im Vorspann „Naturfilm Hubert Schonger“ genannt. Der siebenminütige Trickfilm hat Friedrich Rückerts Gedicht Vom Bäumlein, das andere Blätter hat gewollt zur Grundlage. Die im Film zu sehende Figur des schon im Originalgedicht enthaltenen Juden[1] gleicht dabei einer „infame[n] Stürmer-Karikatur eines Juden“.[2]

Im Jahr 2011 erschien der Film im Rahmen der Reihe Geschichte des deutschen Animationsfilms auf DVD.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Gedichtausgabe aus dem Jahr 1834, aktuellere Ausgaben ersetzen das Wort „Jude“ auch durch „Bauer“.
  2. Rolf Giesen, Konstantin von Reden-Lütcken, Michael Schmetz, Nicole Stangl: Animation in der Region Berlin-Brandenburg. S. 10, abgerufen am 17. April 2010 (PDF; 2,28 MB).
  3. Ulrich Wegenast (Kurator): Geschichte des deutschen Animationsfilms 2: Animation in der Nazizeit. absolut Medien, Berlin 2011.