al-Wifaq

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al-Wifaq (arabisch ‏جمعية الوفاق الوطني الإسلامية‎, DMG Ǧamʿīyat al-Wifāq al-Watanī al-Islāmīya „Islamische Gesellschaft der nationalen Einheit“; auch al-Wefaq oder al-Wifak) ist der Name einer schiitisch-islamischen Gesellschaft im arabischen Inselstaat Bahrain. Sie versteht sich als Vertreterin der Bevölkerungsmehrheit (65 %) in dem von einem sunnitischen Königshaus regierten Land. Vorsitzender al-Wifaqs ist Scheich Ali Salman, als geistiger Führer gilt Ajatollah Isa Qassim.

Zwar sind in Bahrain politische Parteien verboten, aber Wahlgemeinschaften erlaubt. Bei der Parlamentswahl 2006 wurde die Wifaq stärkste Gruppierung und errang auch im Oktober 2010 18 der 40 Mandate. Sie steht in Opposition zum Königshaus, das einer Demokratie skeptisch gegenübersteht und Kandidaten der Islamisten unterstützt. Die Sunniten wiederum werfen der Wifaq vor, mit dem Iran zu sympathisieren, der früher das Land regierte.

Von der Wifaq, die gemäßigte Positionen vertritt, spaltete sich die radikalere Haqq-Bewegung ab. Sie rief auch zum Boykott der Wahlen auf, weil die schiitischen Einwohner Bahrains noch immer diskriminiert würden.

Die Wahlen vom 23. und 31. Oktober 2010 waren von starken Gegensätzen überschattet. Websites und Publikationen der Opposition wurden verboten, die Polizei nahm seit August etwa 250 schiitische Regimekritiker unter „Terrorverdacht“ fest, was in Demonstrationen und von Menschenrechtlern heftig kritisiert wurde.

Nach der Unabhängigkeit gab es erst 2002 - nach 30 Jahren und einer neuen Verfassung - die ersten Parlamentswahlen, die von der Wifaq wegen starker Behinderungen boykottiert wurde. Die damals überproportional vielen Sunniten im Unterhaus haben seit 2010 nur mehr eine knappe Mehrheit, in beiden Konfessionen wurden auch einige Unabhängige Kandidaten ins Parlament gewählt. Dieses hat freilich weniger Bedeutung als das Oberhaus - ein Ratsgremium des Königs, dessen Mitglieder von ihm selbst ernannt werden.

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