Wittelsbach-Klasse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge)
Mecklenburg.jpg
SMS Mecklenburg, das letzte Schiff der Klasse
Klassendetails
Schiffstyp Einheits-Linienschiff
Vorgänger Kaiser-Friedrich-III.-Klasse
Nachfolger Braunschweig-Klasse
Einheiten 5
Dienstzeit 1902 – 1944
Schwesterschiffe
SMS Wittelsbach
SMS Wettin
SMS Zähringen
SMS Schwaben
SMS Mecklenburg
Technische Daten
Wasserverdrängung Konstruktion: 11.774 t
Länge KWL: 125,2 m
über alles: 126,8 m
Breite 20,8 m
Tiefgang 8 m
Bewaffnung
Panzerung
  • Gürtel: 300 mm
  • Zitadelle: 140 mm
  • Deck: 50 mm
  • Türme: 50 – 250 mm
  • Kasematten: 150 mm
Antriebsanlage
Maschinenleistung Dauerlast: ca. 14.000 PSi
Brennstoffvorrat 1800 t Kohle
Geschwindigkeit 17–18 kn
Fahrbereich 5500 sm bei 10 kn
Besatzung 683 Mann

Die Wittelsbach-Klasse war eine Klasse von fünf Linienschiffen, der dritten von modernen Schlachtschiffen der deutschen Kaiserlichen Marine.

Entwurf[Bearbeiten]

Konstruktiv gab es bei annähernd gleicher Verdrängung wie bei der vorhergehenden Kaiser-Friedrich-III.-Klasse keine deutlichen Änderungen.

Technik[Bearbeiten]

Die geplante Maschinenleistung sollte im Dauerbetrieb 14.000 PSi betragen und eine Geschwindigkeit von 18 Knoten erbringen. Die darüber hinaus vorhandenen Leistungsreserven waren durch Fertigungstoleranzen auf allen Schiffen der Klasse unterschiedlich und konnten teilweise nicht die vorgegebenen Werte erreichen. Die Probefahrtsleistungen der fünf Schiffe lagen zwischen 13.900 PSi bei der Wittelsbach und 15.530 PSi bei der Wettin. Auch die maximale Wellendrehzahl variierte dementsprechend zwischen 102/min bei der Schwaben und 114/min bei der Wettin. Dadurch ergaben sich Höchstgeschwindigkeiten zwischen 16,9 Knoten bei der Schwaben und 18,1 Knoten bei Wettin und Mecklenburg.

Die Besatzung bestand im Normalfall aus 33 Offizieren und 650 Unteroffizieren und Mannschaften. Die Schwaben war als Divisionsflaggschiff einsetzbar, wofür zusätzlich ein Stab von neun Offizieren und 44 Unteroffieren eingeschifft wurde. Die Wittelsbach diente darüber hinaus als Geschwaderflaggschiff. Hier bestand der Stab aus 13 Offizieren und 66 Unteroffizieren.

Schicksal und Verbleib[Bearbeiten]

Das Typschiff SMS Wittelsbach lief am 3. Juli 1900 bei der Kaiserlichen Werft Wilhelmshaven vom Stapel. 1901 liefen die Schwesterschiffe SMS Wettin am 6. Juni bei Schichau in Danzig, SMS Zähringen am 12. Juni auf der Germaniawerft in Kiel, SMS Schwaben am 19. August wieder auf der Kaiserlichen Werft Wilhelmshaven und schließlich SMS Mecklenburg am 9. November bei der AG Vulcan in Stettin vom Stapel.
Am 1.Oktober 1902 wurde die Wettin als erstes Schiff der Klasse in Dienst gestellt, der im selben Monat noch Wittelsbach und Zähringen folgten. Mecklenburg kam im Juni 1903 in den Dienst. Diese vier Schiffe kamen nach der Erprobung zum I.Geschwader.
Am 20. September 1910 schieden Wittelsbach und Zähringen dort aus, die beiden anderen dann im Sommer 1911. Sie wurden durch Grosslinienschiffe ersetzt.

Die Schwaben kam 1904 als Schulschiff in Dienst und war 1905 bis 1911 Artillerieschulschiff, ehe sie durch das Schwesterschiff Wettin abgelöst wurde. Wittelsbach wurde 1911 das Stammschiff der Reservedivision, die drei übrigen Schwesterschiffe unbemannte Beischiffe.

Alle fünf Schiffe kamen von der Mobilmachung 1914 in das IV. Geschwader und blieben bis 1916 im Flottendienst oder in der Ostsee und danach Wohn- oder Exerzierschiffe. Mit Ausnahme der Zähringen wurden sie 1921/22 abgewrackt.

Die Zähringen war 1916–1918 Exerzierschiff in Kiel und nach dem Krieg Hulk, bis sie 1927 zum ferngelenkten Zielschiff umgebaut und wieder in Dienst gestellt wurde. Das Schiff wurde 1944 in Gdingen durch Fliegerbomben versenkt.

Längsschnitt[Bearbeiten]

Längsschnittszeichnung eines Schiffes der Wittelsbach-Klasse, veröffentlicht in Unsere Marine von Vizeadmiral a.D. Hermann Kirchhoff, Verlag von Quelle & Meyer, Leipzig 1914

Wittelsbach-Klasse Querschnitt.jpg


Literatur[Bearbeiten]

  • Gröner, Erich/Dieter Jung/Martin Maass: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. Band 1. Bernard & Graefe Verlag, München 1982. ISBN 3-7637-4800-8
  • Hildebrand, Hans/Albert Röhr/Hans-Otto Steinmetz: Die deutschen Kriegsschiffe. Biographien - ein Spiegel der Marinegeschichte von 1815 bis zur Gegenwart. 7 Bände, Hamburg 1985.
  • Roberts, John/H. C. Timewell/Roger Chesneau (Hrsg.)/Eugene M. Kolesnik (Hrsg.): Kriegsschiffe der Welt 1860 bis 1905 – Band 1: Großbritannien/Deutschland. Bernard & Graefe Verlag, Koblenz 1983. ISBN 3-7637-5402-4
  • Erwin Strohbusch: Kriegsschiffbau seit 1848, Deutsches Schiffahrtsmuseum, Bremerhaven 1984