Yuri

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt das Literaturgenre Yuri. Andere auch Yuri geschriebene Begriffe siehe unter Juri (Begriffsklärung).
Beispiel eines Bildes mit dem Thema Yuri

Yuri (jap. 百合, dt. „Lilie“) ist ein Wort aus dem japanischen Jargon, um Inhalte zu bezeichnen, in denen die Liebe zwischen Frauen, eine homosexuelle lesbische Beziehung, im Mittelpunkt steht. Ebenso bezeichnet es ein Genre in den japanischen Medien (Manga, Anime usw.), wo diese Thematik eine zentrale Rolle spielt.[1][2] Das Genre wendet sich an eine männliche wie weibliche Zielgruppe.[3]

Synonym im Gebrauch ist das Wasei-eigo Girls Love (ガールズラブ, Gāruzu rabu, kurz: GL), das hauptsächlich von den Verlegern verwendet wird, um entsprechende Medien zu kennzeichnen.

Als Gegenpart hinsichtlich homosexueller Beziehungen zwischen Männern hat sich die Bezeichnung und das Genre Yaoi herausgebildet.

Unterschiede in der westlichen und japanischen Verwendung der Begriffe[Bearbeiten]

Yuri kann sich sowohl auf sexuelle, spirituelle oder emotionale Aspekte beziehen. In westlichen Ländern hat sich hierbei eine feinere Unterscheidung herausgebildet. Hier bezieht sich Yuri vorrangig auf ersteren Aspekt, während die Bezeichnung Shōjo Ai (少女愛, dt. „Mädchenliebe“) genutzt wird, um sich vorrangig auf letztere zu beziehen: Werken, in denen die zwischenmenschliche Beziehung der weiblichen Homosexualität thematisiert wird und nur selten auf den sexuellen erotischen Aspekt eingegangen wird. Dabei ist anzumerken, dass die Bezeichnung Shōjo Ai im Japanischen ebenfalls verbreitet ist, dort jedoch Verwendung findet, um sich auf Pädophilie zu beziehen, und damit eine ähnliche Bedeutung wie Lolicon besitzt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sabdha Charlton: Yuri Fandom on the Internet. In: Yuricon. Archiviert vom Original am 18. April 2009, abgerufen am 18. November 2013 (englisch).
  2. 女性同士のLOVEを描いた、男子禁制の“百合ブーム”がやってくる!? Cyzo, 29. Februar 2008, abgerufen am 12. Januar 2011 (japanisch).
  3. Ga-netchû! Das Manga-Anime-Syndrom, S. 269. Henschel Verlag, 2008