Zeitschriftenbewertung

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Der Begriff Zeitschriftenbewertung (engl. journal ranking) bezeichnet in der Wissenschaftspraxis die Gruppierung von Wissenschaftlichen Fachzeitschriften nach ihrer methodischen Qualität.

Nutzen[Bearbeiten]

Zeitschriftenbewertungen geben insbesondere Aufschluss über die „handwerkliche“ Qualität von Artikeln einer Fachzeitschrift, nicht jedoch über deren „visionäre“ Qualität oder Qualität im Sinne von „Praxistauglichkeit“. Hierfür eignet sich eher die Zitierhäufigkeit, etwa über Impact Factor bzw. Eigenfactor. Zeitschriftenbewertungen sind daher nur als ein Teil bei der Bewertung wissenschaftlicher Qualität zu sehen, jedoch durchaus als ein sehr wichtiger.

Beispiele[Bearbeiten]

Betriebswirtschaftslehre[Bearbeiten]

In der Betriebswirtschaftslehre hat im deutschsprachigen Raum die Zeitschriftenbewertung VHB-Jourqual des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft weite Verbreitung gefunden. Mittlerweile gibt es mit dem VHB-Jourqual2 (2008)[1] eine Neuauflage dieser Bewertung, sowie mit der Aktualisierung auf Version 2.1 eine Erweiterung der betrachteten Zeitschriften[2]. Dabei wird die wissenschaftlichen Qualität einer Zeitschrift aus dem wissenschaftlichen Niveau ihrer Artikel und den wissenschaftlichen Anforderungen der Herausgeber bestimmt. Befragt werden die ordentlichen und außerordentlichen Mitglieder des VHB und die beim VHB gemeldeten Habilitierenden und Juniorprofessoren. Die wissenschaftliche Qualität wird mit dem Expertenstatus der Befragten gewichtet, der aus der Anzahl der Zeitschriften, in denen der Befragte publiziert hat, der Anzahl der Veröffentlichungen in Top-Zeitschriften und seinen Erfahrungen mit internationalen Zeitschriften ermittelt wird.[3]

Ein weiteres Beispiel ist die ERIM Journals List[4] des niederländischen Erasmus Research Institute of Management, die internationale Fachzeitschriften aus dem Bereich Management bewertet. Darin sind jedoch keine deutschsprachigen Fachzeitschriften berücksichtigt.

Volkswirtschaftslehre[Bearbeiten]

In der Volkswirtschaftslehre orientieren sich die Bewertungen von Zeitschriften, Fakultäten und Forschern vornehmlich an RePEc[5], weil dies die mit Abstand umfangsreichste und sprachenübergreifende Datenbank ist. Die Bewertungen werden monatlich aktualisiert. Daneben wird auch das Ranking von Combes und Linnemer[6]häufig herangezogen.

Demgegenüber zeigen das IfW-Journalranking[7] und die Tinbergenliste[8] nur kleine Ausschnitte der Forschungsarbeit, die im Handelsblatt Ökonomen-Ranking konsoliert werden; deutschsprachige Zeitschriften sind hierbei ausgeschlossen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://vhbonline.org/service/vhb-jourqual/jq2/
  2. http://vhbonline.org/service/jourqual/vhb-jourqual-21-2011/
  3. Thorsten Hennig-Thurau, Gianfranco Walsh, Ulf Schrader: Ein Ranking von betriebswirtschaftlich-relevanten Zeitschriften auf der Grundlage von Expertenurteilen, VHB-JOURQUAL, Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft. Abgerufen am 24. Mai 2014.
  4. http://www.erim.eur.nl/ERIM/About/EJL
  5. http://ideas.repec.org/top/top.journals.simple.html
  6. http://www.vcharite.univ-mrs.fr/pp/combes/CL_Ranking_with_econ_correction.pdf
  7. http://www.ifw-kiel.de/research/internal-journal-ranking
  8. http://www.uibk.ac.at/fakultaeten/volkswirtschaft_und_statistik/forschung/dokumente/journalliste_2008.pdf