Ziegelmehl (Baustoff)

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Bei Ziegelmehl handelt es sich um ein Produkt aus zerkleinerten Ziegelsteinen. Bei größerer Korngröße werden gebrochene Ziegelsteine als Ziegelsplitt bezeichnet. Die Herstellung erfolgt durch Zerkleinern von Ziegelabfällen oder sortenreinem Ziegelschutt aus Dach- und Mauerziegeln in Hammerbrechern und anschließendes Aussieben. Auch die Brenntemperatur des Ziegels verändert die Eigenschaften des Mehls, je stärker der Ziegel gebrannt wurde (Klinker, Schamotte), desto hydraulischer sind seine Eigenschaften.

Verwendung[Bearbeiten]

Ziegelmehl verwendet man als Zuschlag, um Kalkmörtel mit hydraulischen Eigenschaften zu versehen und damit die Festigkeit zu steigern. Ziegelmehl aus hochtemperaturgebrannten Schamotte-Ziegeln kann bei der Herstellung von Kalksandstein als Zuschlagstoff mit ungefähr einem Teil Schamotte auf zwei Teile Sand zugesetzt werden.

Stark tonhältigen keramischen Massen setzt man Ziegelmehl zu, um diese abzumagern. Man verwendet Ziegelmehl auch als Belag für Tennisplätze. Es unterliegt der Norm DIN 18035/5. Die Gütesicherung ist in RAL-GZ 515/1 geregelt.

Da das Mehl die Farbe des gemahlenen Ziegels hat, wird es bei Putzmörtel als farbgebender Zusatz (Gelb-, Rot-, und Brauntöne) verwendet. Um die Eigenschaften des Putzes nicht zu verändern, verwendet man hier eher niedertemperaturgebrannte Ziegel (aus alten Häusern).

Im Luftverkehr wird Ziegelmehl als Belag von Start- und Landebahnen auf einigen sehr kleinen Flugplätzen verwendet. Beispiele für Flugplätze mit Ziegelmehl als Bahnbelag sind z.B. die beiden portugiesischen Flugplätze Sines und Praia Verde.