Zwergschwarzbarsche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zwergschwarzbarsche
Okefenokee-Zwergschwarzbarsch (Elassoma okefenokee)

Okefenokee-Zwergschwarzbarsch (Elassoma okefenokee)

Systematik
Stachelflosser (Euacanthomorphacea)
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ordnung: Centrarchiformes
Unterordnung: Centrarchoidei
Familie: Zwergschwarzbarsche
Gattung: Zwergschwarzbarsche
Wissenschaftlicher Name der Familie
Elassomatidae
Jordan, 1877
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Elassoma
Jordan, 1877

Die Zwergschwarzbarsche (Elassoma) sind eine Gattung sehr kleiner, nordamerikanischer Süßwasserfische aus der Gruppe der Barschverwandten (Percomorphaceae). Die Gattung steht monotypisch in der Familie Elassomatidae, die aus der Familie der Sonnenbarsche (Centrarchidae) ausgegliedert wurde. Sie leben im Südosten der Vereinigten Staaten von Amerika, inklusive des Stromgebietes des Mississippi.[1] Etymologisch ist Elassoma eine Haplologie für elassosoma "kleinerer Körper".[2]

Merkmale[Bearbeiten]

Es sind kleine, je nach Art 33 bis 47 mm lang werdende Fische von schwarzbläulicher oder brauner Färbung. Sie haben kein Seitenlinienorgan auf dem Körper, fünf Kiemenreusendornen, eine einzige Rückenflosse und eine abgerundete Schwanzflosse. Ihre Schuppen sind cycloid.[1] Die Geschlechter unterscheiden sich auch außerhalb der Fortpflanzungszeit an der Bezahnung der Kiefer. Bei den Männchen ist der gesamte Oberkiefer mit starken Zähnen besetzt, während bei den Weibchen der Oberkiefer nur vorn in der Mitte mit kleineren Zähnen besetzt ist.[3][4]

Grundlegend unterscheiden sich Zwergschwarzbarsche von Sonnenbarschen durch ihre Kleinwüchsigkeit, ihre durchgehende Rückenflosse und durch ihr Balzverhalten.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Zwergschwarzbarsche zeigen während der Fortpflanzungszeit einen ausgeprägten Sexualdimorphismus. Während die Männchen ihre dunklen, kontrastbildenden Zeichnungselemente verstärken, bleiben die Weibchen schlicht in unauffälligen Brauntönen gefärbt.

Die Männchen sind dann territorial und balzen mit flatternden Bewegungen der Flossen und bewegen den Körper wellenförmig auf und ab. Gelaicht wird schließlich in ein dichtes Pflanzengeflecht, meist 20 bis 30 Zentimeter über dem Gewässerboden. Ein Brutpflege findet nicht statt. Die Fische laichen mehrmals in Abständen von einigen Tagen bis einigen Wochen. Die etwa 60 bis 80 Eier eines Laichaktes werden in einzelnen Portionen von etwa sechs bis zehn Stück abgegeben, die jeweils von einer dicken Gallerthülle umgeben sind. Die einzelnen Eier sind sehr klein und glasklar. Die Jungfische schlüpfen nach zwei bis drei Tagen und hängen zunächst einige Tage mit einem Klebefaden am Kopf an Pflanzen, bevor sie freischwimmend werden.[3][4]

Systematik[Bearbeiten]

In den 1980er Jahren und davor wurden die Zwergschwarzbarsche in die Sonnenbarsche (Centrarchidae) gestellt und als Zwergsonnenbarsche bezeichnet oder als eigene Familie, aber als nahe Verwandte der Sonnenbarsche angesehen. Beide Familien wurden traditionell den Barschartigen (Perciformes) zugeordnet und sogar in unterschiedliche Unterordnungen innerhalb der Barschartigen eingeordnet.[1] Neue molekularbiologische Untersuchungen zeigen jedoch, dass Sonnen- und Zwergschwarzbarsche nah miteinander verwandt und Schwestergruppen sind, während sie mit den Echten Barschen (Percidae) nur entfernt verwandt sind. Das Team des Ichthyologen Thomas J. Near und das des Fischsystematikspezialisten Ricardo Betancur-R. ordneten Sonnen- und Zwergschwarzbarsche deshalb der schon im 19. Jahrhundert durch den deutsch-niederländischen Zoologen Max Carl Wilhelm Weber und den niederländischen Biologen Lieven Ferdinand de Beaufort aufgestellten und nach den Sonnenbarschen benannten Ordnung Centrarchiformes zu.[5][6][7]

Arten[Bearbeiten]

Zurzeit sind 7 Arten bekannt:[8]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c Joseph S. Nelson: Fishes of the World, John Wiley & Sons, 2006, ISBN 0-471-25031-7
  2. Griech.-Wörterbuch W. Pape 1880
  3. a b Uwe Werner: Ein Zwergschwarzbarsch mit Signalwirkung. in DATZ 4/2009, ISSN 1616-3222
  4. a b Bohlen J. & A. Nolte: Zur Fortpflanzungsbiologie der Zwergschwarzbarsche. in Riehl, R. & H. Greven: Fortpflanzungsbiologie der Aquarienfische Band 2, Schmettkamp-Verlag, Bornheim, Seite 69-78 (1999) online auf www.joerg-bohlen.de
  5. Thomas J. Near, Michael Sandel, Kristen L. Kuhn, Peter J. Unmack, Peter C. Wainwright, Wm. Leo Smith: Nuclear gene-inferred phylogenies resolve the relationships of the enigmatic Pygmy Sunfishes, Elassoma (Teleostei: Percomorpha). Molecular Phylogenetics and Evolution 63 (2012) 388–395, doi:10.1016/j.ympev.2012.01.011
  6. Thomas J. Near, A. Dornburg, R.I. Eytan, B.P. Keck, W.L. Smith, K.L. Kuhn, J.A. Moore, S.A. Price, F.T. Burbrink, M. Friedman & P.C. Wainwright. 2013. Phylogeny and tempo of diversification in the superradiation of spiny-rayed fishes. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America. 101:12738-21743. doi: 10.1073/pnas.1304661110, PDF
  7. Ricardo Betancur-R., Richard E. Broughton, Edward O. Wiley, Kent Carpenter, J. Andrés López, Chenhong Li, Nancy I. Holcroft, Dahiana Arcila, Millicent Sanciangco, James C Cureton II, Feifei Zhang, Thaddaeus Buser, Matthew A. Campbell, Jesus A Ballesteros, Adela Roa-Varon, Stuart Willis, W. Calvin Borden, Thaine Rowley, Paulette C. Reneau, Daniel J. Hough, Guoqing Lu, Terry Grande, Gloria Arratia, Guillermo Ortí: The Tree of Life and a New Classification of Bony Fishes. PLOS Currents Tree of Life. 2013 Apr 18. Edition 1. doi:10.1371/currents.tol.53ba26640df0ccaee75bb165c8c26288, PDF
    Betancur-R, R., E. Wiley, N. Bailly, M. Miya, G. Lecointre, and G. Ortí. 2014. Phylogenetic Classification of Bony Fishes --Version 3 (http://www.deepfin.org/Classification_v3.htm).
  8. Elassoma auf Fishbase.org (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zwergschwarzbarsche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien