3DTV

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Ein 3D-Displayprototyp von Philips mit HD-Auflösung

3D-TV ist die Abkürzung für 3D-Television und damit für eine Fernsehübertragung von Videosignalen getrennt für das linke und rechte Auge, so dass der Eindruck von räumlicher Tiefe entsteht.

Das Videosignal wurde dafür bereits getrennt im Stereoskopie-Verfahren aufgenommen und kann auf mehrere Arten im Fernsehsignal zum Zuschauer nach Hause eingebettet werden. Bereits mit dem Aufkommen vom Farbfernsehen wurden stereoskope Inhalte anaglyph gesendet. Dazu wird das Videosignal für das eine Auge vom roten Farbanteil und für das andere Auge vom blauen Farbanteil befreit und wieder übereinander gelegt. Zum Betrachten werden dann rot-blaue 3D-Brillen benötigt, aber auch andere Farbkombinationen lassen sich dafür einsetzen.

Eine andere Möglichkeit ist das Übertragen der zwei Videosignale in getrennten Videostreams oder in einem Videostream aufgeteilt nach Fields (zeilensequentiell). Der Vorteil dabei ist, dass die Farben erhalten bleiben und es auch möglich ist, nur ein Videosignal anzeigen zu lassen, wobei dann aber beim letzterem das gewohnte 2D-Bild übrig bleibt, aber es auf normalen Fernsehgeräten vernünftig anzeigen lässt. Wenn beide Videosignale vollfarbig in Stereo-3D angezeigt werden sollen, muss das Bild erst wieder in Echtzeit bearbeitet werden. Es wird bei jedem geraden Field (Halbbild) nur das Bild für das eine Auge gezeigt und bei jedem ungeraden Field das andere Bild, und der Zuschauer benötigt zum Anschauen eine Shutterbrille, die kurzzeitig das Bild für das falsche Auge ausblendet. Die Farbechtheit bleibt erhalten, aber durch die periodische Filterung können Ermüdungseffekte bei den Zuschauern entstehen. Diese Übertragungsart (field-sequential) wird nicht im TV-Regelbetrieb eingesetzt, sondern nur bei speziellen „Interlace-3D“-DVDs.

Die weltweit eingesetzte HD-taugliche 3D-TV-Variante mit zwei anamorph komprimierten Videostreams in einem HD-Kanal nennt sich „side-by-side“ (nebeneinander), abgekürzt SBS. Sie kann von jedem HDTV-Receiver empfangen und an einen modernen 3D-ready-TV weitergeleitet werden, der die beiden Teilbilder auf das volle 16:9-Format entzerrt (deshalb mit leichten Auflösungsverlusten) und z. B. mit 100 bzw. 120 Hz Bildwechselfrequenz einander überlagernd darstellt. Die zur 3D-Trennung notwendigen LCD-Shutterbrillen werden von einem zusätzlichen Infrarot-Sender synchronisiert, mit je nach 3D-TV-Hersteller unterschiedlichen Parametern. Eine andere 3D-Wiedergabemethode ist zeilensequentiell mit zirkularer Polarisation, d. h. eine einfache Polarisationsbrille trennt das linke Bild (z. B. linksdrehend polar.) und das rechte Bild voneinander, wobei die vertikale Auflösung halbiert wird.

Der Satellitenbetreiber Eutelsat strahlte von 2009 bis 2011 auf Eurobird 9 einen Testsender mit Stereo-3D-Material u. a. von Sensio aus.[1] Auch SES Astra betrieb seit dem 5. Mai 2010 auf 23,5 Grad Ost einen frei empfangbaren Demokanal mit dreidimensionalen Inhalten, inzwischen nur noch auf Astra 19 Grad Ost.[2] Seit dem 3. Oktober 2010 sendet Sky Deutschland auf Astra 19 Grad Ost, 12382 MHz hor., SR 27500, FEC 9/10, DVBS2, QPSK einen 3D-TV-Kanal, der tagsüber meistens unverschlüsselte 3D-Demos zeigt.

Bei Servus TV wird zeitweise nachts ein kurzer Stereo-3D-Film mit einer Skiabfahrt in den Alpen im ColorCode-Verfahren gesendet, das ist eine modernere Variante der Farb-Anaglyphen mit gelb-blauen 3D-Brillen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: 3D Television – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Kategorie: 3DTV – in den Nachrichten

3D-TV: Ausblick und Trends von der IFA 2010

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 3DTV auf Astra: 3D-TV: freier Demokanal auf Astra 23,5 Grad Ost (3dtv-blog.de am 5. Mai 2010)