Abelespelen

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Die Abelespelen (Abele spelen ndl. abel „klug, schön, kunstvoll“ zu lat. habilis „angemessen“) sind das erste erhaltene Zeugnis des ernsten weltlichen Dramas in der niederländischen Literatur. Sie sind in der Brüsseler Handschrift Van Hulthem aus der Mitte des 14. Jahrhunderts anonym überliefert.

Es existieren vier Stücke nach Stoffen des höfischen Romans aus der Region Brabant-Limburg: Esmoreit, Gloriant, Lanseloet van Denemerken und die Jahreszeiten-Allegorie Vanden Winter ende vanden Somer. Das letzte Stück stellt ein Streitgespräch zwischen den Personifikationen von Sommer und Winter dar.[1] Gemeinsam ist den Abelespelen die Einfachheit in der teils naiven, gefühlsbetonten Sprache, in Reimpaaren und Handlungsführung. Die Schauplätze der Handlung werden frei gewechselt. Auf die Aufführung folgte meist eine Klucht. Im 15. Jahrhundert wurde diese von den so genannten Zinnespelen verdrängt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rob Roemans, Hilda van Assche (Hrsg.): Een abel spel van Lanseloet van Denemerken. 3. Auflage. Amsterdam 1966, ISBN 90-289-9763-6.
  • Govert Stellinga: Het abel spel „Lanseloet van Denemerken“ en de sotternie „Die Hexe“ na volghende. Aantekeningen en enige opmerkingen over de abele spelen en de sotternieën. Culemborg 1978, ISBN 90-11-91724-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Dinzelbacher: Abele Spelen. In: ders. (Hrsg.): Sachwörterbuch der Mediävistik. (=Kröners Taschenausgabe. Band 477). Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1992. ISBN 3-520-47701-7, S. 1.