Achilleion (Leipzig)

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Sowjetischer Pavillon 2010
1951
Herbstmesse 1985

Das Achilleion Leipzig ist eine 1923–1924 erbaute, von Oskar Pusch und Carl Krämer entworfene Messehalle, die auch als Sportpalast genutzt wurde. Es befindet sich in Leipzig auf dem alten Messegelände, südöstlich der Innenstadt in der Nähe des Völkerschlachtdenkmals und der Deutschen Bücherei. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und ist seit dem darauf folgenden Umbau als Sowjetischer Pavillon (Messehalle 12) bekannt.

Geschichte des Gebäudes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1913 war Leipzig Ort der Internationalen Baufach-Ausstellung. Die damals errichteten Hallen wurden ab 1920 teilweise für die Technische Messe genutzt, deren Erfolg bald Neubauten erforderlich machte. Das später Achilleion genannte Bauwerk entstand auf dem damaligen Messegelände von 1923 bis 1924 als Ausstellungshalle der Mitglieder des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e. V. (VDW).

In den 1920er-Jahren wurden in vielen deutschen Städten neue Sportstätten gebaut, zum Beispiel Stadien in Hamburg, Nürnberg, Frankfurt am Main und Frankfurt an der Oder und die Westfalenhalle in Dortmund. Auch in Leipzig wünschte man sich eine Halle, insbesondere für Radrennen, jedoch konnte die Stadt kein Geld dafür aufbringen. Schließlich erklärte sich der Verband der Werkzeugmaschinenfabrikanten bereit, seine Messehalle in den Wintermonaten zur Verfügung zu stellen, und der Verein Sportplatz Leipzig übernahm die Kosten für die Umgestaltung des Innenraums. Die Architekten der Halle versahen das Gebäude mit einem antikisierenden Portikus, um das Sportpublikum mit der nüchtern-modernen Halle zu versöhnen. Am 8. Oktober 1927 wurde die Sporthalle für 8000 Zuschauer unter dem Namen „Achilleion“ eröffnet.

Der Sportpalast in der Messehalle war als vorläufige Lösung gedacht, blieb aber lange Leipzigs einzige Großsporthalle. Das Konzept der Kombinations-Halle mit Ausstellungen und Sportveranstaltungen erwies sich als erfolgreich und wurde auch 50 Jahre später beim Bau der Messehalle 7 übernommen.

In den Luftangriffen des Zweiten Weltkriegs wurde das Achilleion stark beschädigt. Im Mai 1946 fand die erste Leipziger Messe nach dem Krieg statt, und das alte Messegelände wurde Schritt für Schritt wieder nutzbar gemacht. Das Achilleion wurde allerdings erst 1950 als Sowjetischer Pavillon wieder eröffnet. Bis zum Ende der DDR diente es als Startpunkt für die Messerundgänge der Staats- und Parteiführung. Der Portikus wurde mit einer hellen Verkleidung versehen, und das Gebäude erhielt eine markante goldene Spitze mit rotem Sowjetstern.

Der Portikus des Sowjetischen Pavillons steht heute, wie drei andere Objekte auf dem alten Messegelände, unter Denkmalschutz.

Die Stadt Leipzig will in dem leer stehenden, stark sanierungsbedürftigen Gebäude ihr Stadtarchiv unterbringen. Der Portikus wird bis 2018 saniert[1], die dahinter liegenden Teile werden durch neue Anbauten ersetzt.[2] Die Grundsteinlegung hierzu erfolgte am 28. November 2016. Ab spätestens Mai 2018 soll der Umzug des Stadtarchives beginnen können[veraltet]. Die Eröffnung ist für 2019 geplant. Die Kosten für den Umbau des Gebäudes sollen unter 20 Millionen Euro liegen.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alte Messe Leipzig, Messehalle 12 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angaben auf der Seite der Stadt, 28. November 2016, abgerufen am 28. November 2016
  2. Johannes Angermann: Leipziger Stadtarchiv soll in Sowjetischen Pavillon auf der Alten Messe ziehen. lvz.de, 20. Juni 2014, abgerufen am 28. November 2016
  3. Neues Domizil für Leipzigs Gedächtnis. In: Leipziger Amtsblatt. Nr. 22, 10. Dezember 2016, S. 1.

Koordinaten: 51° 19′ 10,2″ N, 12° 23′ 53,9″ O