Akhtar (Zeitschrift)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Aḫtar
Akhtar
Beschreibung Zeitschrift
Fachgebiet Politik
Sprache Persisch
Verlag unbekannt (Istanbul, Osmanisches Reich)
Erstausgabe 13. Januar 1876
Einstellung 7. September 1896
Erscheinungsweise unregelmäßig
Chefredakteur Mīrzā Mehdī Ṭābrīzī
Herausgeber Āqā Moḥammad Ṭābrīzī
Weblink Aḫtar
ZDB 2786357-8

Die persischsprachige Zeitschrift Akhtar (persisch: اختر; DMG: Aḫtar; deutsch: „Stern“) wurde 1876 auf Anregung des damaligen persischen Botschafters Naǧaf ʾAlī Ḫān in Istanbul gegründet und erschien bis 1896. Herausgeber und Direktor war Āqā Moḥammad Ṭābrīzī. Chefredakteur Mīrzā Mehdī Ṭābrīzī (1839-1907) verfasste die meisten Artikel und war der Gründer des Verlags Ḫoršīd in Istanbul und späterer Herausgeber von Ḥekmat in Kairo. Mīrzā Moḥammad ʾalī Ḫān Kāšānī, der die in Kairo erschienene Sorayyā gründete, arbeitete ebenfalls kurzzeitig für die Zeitschrift.

Aḫtar, das erste nicht-offizielle persische Presseorgan wurde anfangs fast täglich publiziert, anschließend zweimal wöchentlich und schließlich einmal pro Woche, so dass insgesamt mehr als 300 Ausgaben erschienen. Die Verbreitung dieser Zeitschrift reichte von vielen Städten im Iran und dem Osmanischen Reich bis zum Kaukasus und Südostasien.[1] Sie diente den Iranern in der Diaspora als Sprachrohr und wurde von der persischen Botschaft und dem Konsulat in Istanbul als Mitteilungsblatt genutzt. Neben politischen Tagesberichten fanden sich Inlands- und Auslandsnachrichten, Artikel zu wissenschaftlichen und literarischen Themen sowie Korrespondentenberichte und Zuschriften aus dem Iran. Im Februar 1877 wurde die osmanische Verfassung in persischer Sprache abgedruckt.

Obwohl Aḫtar als Exilzeitung freier berichten konnte als andere Zeitungen, wurde sie einige Male suspendiert. 1891 wurde die Zeitschrift im Iran verboten, da sie für die Initiatoren des Tabakboykotts Partei ergriff. Dies führte auch zu einem vorübergehenden Verbot im Osmanischen Reich. Die Osmanische Regierung verbot die Aḫtar allerdings erst im Jahre 1896 nach der Ermordung ad-Dīn Šāhs endgültig.[2]

Eine frei zugängliche Online-Version[3] der Zeitschrift befindet sich in den Digitalen Sammlungen[4] der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. Pistor-Hatam, Anja: Nachrichtenblatt, Informationsbörse und Diskussionsforum: Aḫtar-e Estānbūl (1876-1896) – Anstöße zur frühen persischen Moderne, Münster 1999.
  2. vgl. Pistor-Hatam, Anja: Iran und die Reformbewegung im Osmanischen Reich. Persische Staatsmänner, Reisende und Oppositionelle unter dem Einfluss der Tanẓīmāt, Berlin 1992.
  3. http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:5:1-71397
  4. http://s2w.hbz-nrw.de/ulbbn/nav/classification/3085779

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pistor-Hatam, Anja: Iran und die Reformbewegung im Osmanischen Reich. Persische Staatsmänner, Reisende und Oppositionelle unter dem Einfluss der Tanẓīmāt, Berlin 1992.
  • Pistor-Hatam, Anja: Nachrichtenblatt, Informationsbörse und Diskussionsforum: Aḫtar-e Estānbūl (1876-1896) – Anstöße zur frühen persischen Moderne, Münster 1999.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]