Aladža-Moschee (Foča)

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Die Aladža-Moschee während der Rekonstruktion (Mai 2018)

Die Aladža-Moschee (Aladža džamija; Šarena džamija, džamija Hasana Nezira; Bunte Moschee) ist eine im Jahr 1550 erbaute und 1992 gesprengte Moschee in Foča im Osten von Bosnien und Herzegowina, die seit 2016 wieder aufgebaut wird. Sie galt als eine der architektonisch bedeutendsten im europäischen Teil des Osmanischen Reichs, dem damaligen Rumelien. Ihr Wiederaufbau soll 2018 abgeschlossen werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Bau veranlasste Hassan Naziri, der Aufseher der staatlichen Güter und Finanzen in der Herzegowina. Baumeister war der im persischen Kulturkreis ausgebildete Ramadan-Aga. Im Zug des Bosnienkriegs wurde die Moschee am 22. April 1992 gesprengt und die Reste wurden anschließend beseitigt.

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenraum während des Wiederaufbaus

Die Moschee gehörte wie die Ali-Pascha-Moschee in Sarajevo und die Sinan-Beg-Moschee in Čajniče dem „klassischen“ Stil an[1], dem auch die Gazi-Husrev-Beg-Moschee in Sarajevo zugeordnet werden kann. Ihr Grundriss war fast quadratisch (11,22 m mal 11,30 m). Über einem achteckigen Tambour erhob sich die Kuppel, die einen Durchmesser von 11 m hatte. Die Höhe bis zum Scheitel der Kuppel betrug 19,85 m. Drei Seiten der Moschee waren von je 5 Fenstern durchbrochen, vor der Vorderfront befand sich eine Vorhalle mit von vier Marmorsäulen getragenen Spitzbogenarkaden und drei Kuppeln. Das Minarett war 36 m hoch. In Mihrab, Minbar und Mahvil im Innenraum befand sich islamische Steinplastik, die als die schönste auf dem Balkan galt (Trifunović). Die Moschee besaß Bildschmuck, darunter eine Rosette an der Nordwand mit Blumenverzierung und Wandmalerei in der Vorhalle.

Wiederaufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reste der gut dokumentierten Moschee wurden im Schutt rund 200 m südlich der Eisenbrücke über die Drina sowie rund 300 m nördlich von dieser Brücke gefunden. Das Gelände, auf dem die Moschee stand, ist eingezäunt worden. Der Wiederaufbau wird von einer Bundeskommission (Komisija za očuvanje nacionalinih spomenika BiH) betrieben.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lazar Trifunović: Kunstdenkmäler in Jugoslawien Bd. I, S. XXXII

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lazar Trifunović: Kunstdenkmäler in Jugoslawien, Band 1 (A-O). Ein Bildhandbuch. Leipzig 1981: Edition Leipzig, S. 368f mit Fotos 111 - 113, ohne ISBN;
  • Andrej Andrejević: Aladža džamija u Foči, Filozofski fakultet u Beogradu, Institut za istoriju umetnosti, 1972, 103 Seiten, OL19219747M;
  • Šemso Tucaković: Aladža džamija - fočanski biser, El-Kalem, 1991, 57 Seiten;
  • Šemso Tucaković: Aladža džamija-ubijeni monument, Sarajevo: In-t za istraživanje zločina protiv čovječnosti i međunarodnog prava, 1998, 270 Seiten, ISBN 9958740028.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 43° 30′ 19,6″ N, 18° 46′ 47,4″ O