Allstromgerät

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Bei einem sogenannten Allstromgerät handelt es sich um ein elektrisches Gerät, das sowohl mit Gleichspannung als auch mit Wechselspannung betrieben werden kann.[1] Die Bezeichnung ist veraltet und wurde in der Vergangenheit fast ausschließlich für Radiogeräte (Allstromempfänger) verwendet, so etwa für die Volksempfänger VE301GW und VE301dynGW - bei vielen anderen Geräten der damaligen Zeit war die Stromart nicht relevant, so z.B. ungeregelte Bügeleisen, Glühlampen, Lötkolben oder Heizgeräte.

In den 1920er-Jahren wurden Radios trotz vorhandener Stromversorgung im Haus (früher Lichtnetz genannt) zumeist aus Akkumulatoren (Kalisammlern, Bleiakkumulatoren für die Heizung oder sogenannten Anodenbatterien) betrieben. Der Wunsch nach einfacherer Handhabung führte im Laufe der Zeit zu Empfängern, die ihre Versorgung mit dem Stromnetz decken konnten.

Allerdings gab es damals keine einheitliche Netzspannung und Netzart (Gleich- oder Wechselspannung) in Deutschland, teilweise war sie sogar innerhalb einer Stadt unterschiedlich. Dazu kamen noch die Anforderungen, die sich aus dem Export der Geräte ins Ausland ergaben. Aus dieser Situation heraus und aus Kostengründen wurden die Allstromgeräte entwickelt. Sie besitzen keinen Netztransformator, da Gleichspannung nicht transformiert werden kann. Die meist verwendete Einweggleichrichtung erforderte eine bestimmte Steckerpolung.

Bei allen Allstromgeräten (und auch bei den röhrenbestückten Fernsehgeräten, siehe unten) liegt bei entsprechender Steckerpolung das Metallchassis an der Netzphase. Bei Berührung eines Metallteiles besteht Lebensgefahr. Dies gilt auch für den Anschluss anderer Zusatzgeräte, z. B. eines Plattenspielers an das Radio. Die Geräte haben zur Abwendung dieser Gefahren daher Kondensatoren zur Trennung der Erd- und Antennenanschlüsse von der Netzspannung. Heute sollte man historische Allstromgeräte über einen Trenntransformator an das Netz anschließen.

Eine weitere Besonderheit ist die Heizung der Elektronenröhren, deren Heizfäden bei Allstromgeräten in Serie geschaltet wurden. Hierzu waren sie für einen einheitlichen Heizstrom ausgelegt, unterschiedlichem Heizleistungsbedarf wurde durch unterschiedlich große Spannungsabfälle Rechnung getragen. Übliche Nennströme waren je nach Röhrenanzahl 50, 100 oder 300 mA (TV-Geräte) Heizstrom. Der „Rest“ der Netzspannung musste in einem Widerstand „verheizt“ werden. Zur Stromstabilisierung war ein Eisenwasserstoffwiderstand und zum Sanftanlauf ein Urdox-Widerstand zwischengeschaltet

Bis auf wenige Ausnahmen waren auch Röhren-Fernsehgeräte in ähnlicher Technik ausgeführt. Der Hauptgrund war die Vermeidung eines Netztransformators. Dieser würde durch sein magnetisches Streufeld die Bildstabilität stören und hätte zudem durch die hohe umzusetzende Leistung (etwa 300 Watt) höhere Kosten und Gerätemasse verursacht.

Auch die meisten Schaltnetzteile würden an Gleichspannung funktionieren. Manche Geräte sind auch für Betrieb an Gleichspannung spezifiziert[2]. Da sie einen Brückengleichrichter am Eingang haben, funktionieren sie unabhängig von der Polarität der Eingangsgleichspannung.

Schaltnetzteile besitzen einen schutzisolierten Transformator und verursachen keine gefährliche Spannung an Ausgang oder Gehäuse. Der Gleichspannungs-Zwischenkreis in vielen Schaltnetzteilen ist auf den Scheitelwert der Netzspannung ausgelegt. Bei sinusförmigem Spannungsverlauf ist das das -fache des Effektivwerts. In einem mit 230 Volt betriebenen Schaltnetzteil ist die Zwischenkreisspannung z.B. knapp 330 Volt. Wird dieses Schaltnetzteil mit einer Gleichspannung gleichen Effektivwerts betrieben, so steigt bei gleicher sekundärer Last die primäre Stromaufnahme des Schaltnetzteils um den Faktor . Das kann zu Überlastung der Leistungshalbleiter des Schaltnetzteils und damit zur Zerstörung des Schaltnetzteils führen.

Bei Kompaktleuchtstofflampen mit elektronischem Vorschaltgerät in Sicherheitsbeleuchtungsanlagen mit Zentralbatterie kann dieser Effekt ebenfalls auftreten. Deswegen gibt es spezielle Energiesparlampen für den Betrieb in Sicherheitsbeleuchtungsanlagen.

Der Betrieb von Geräten an hoher Gleichspannung ist jedoch ein Problem, da heutige Netzschalter und Netzstecker nicht zum Schalten von Gleichstrom ausgelegt sind. Bei einem Fernsehgerät mit Schaltnetzteil und Farbbildröhre würde bei Anschluss an Gleichspannung außerdem die Entmagnetisierung genau das Gegenteil ihrer eigentlichen Funktion bewirken.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Definition Allstromgerät. wissen.de. Abgerufen am 16. Februar 2015.
  2. http://docs-europe.electrocomponents.com/webdocs/0cdb/0900766b80cdbb06.pdf Seite 3

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]