Altenbrück

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Altenbrück
Stadt Overath
Koordinaten: 50° 56′ 43″ N, 7° 13′ 17″ O
Altenbrück (Overath)
Altenbrück

Lage von Altenbrück in Overath

Altes Zollhaus. 1675 in alter Chronik belegt, im Herbst 2019 abgebrannt.[1]
Altes Zollhaus. 1675 in alter Chronik belegt, im Herbst 2019 abgebrannt.[1]

Altenbrück ist ein Ortsteil von Steinenbrück in der Stadt Overath im Rheinisch-Bergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Lage und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Altenbrück liegt zwischen der Bundesautobahn 4 nahe der Anschlussstelle Untereschbach im Norden, der Olper Straße (Bundesstraße 55) im Süden, der Bahnhofstraße (Landesstraße 284) im Westen und der Holzbachstraße (Kreisstraße 38) im Osten. Er wird von einem kurzen Abschnitt der Sülz durchflossen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Namen Altenbrück (= Alte Brücke) nimmt Bezug auf eine Flussquerung der Sülz im Ort. Über die Brücke führte die Brüderstraße, eine bedeutende mittelalterliche Altfernstraße von Flandern über Köln und das Siegerland nach Leipzig.[2] 1486 wird erstmals ein (Brücken-)Zoll erwähnt, 1586 wird eine steinerne Brücke über die Sülz genannt. Ein sogenanntes Altes Zollhaus ist 1675 belegt.

Im Mittelalter war Altenbrück Titularort der Honschaft Altenbrück im Kirchspiel Bensberg.[3] Die Topographia Ducatus Montani des Erich Philipp Ploennies, Blatt Amt Steinbach, belegt, dass der Wohnplatz bereits 1715 zwei Hofstellen besaß, die als Altenbrüg beschriftet sind. Carl Friedrich von Wiebeking benennt die Hofschaft auf seiner Charte des Herzogthums Berg 1789 als Altebrück. Aus ihr geht hervor, dass der Ort zu dieser Zeit Teil der Honschaft Löderich im Kirchspiel Overath war.[4]

Der Ort ist auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1817 als Altenbrück verzeichnet. Die Preußische Uraufnahme von 1845 zeigt den Wohnplatz ebenfalls unter dem Namen Altenbrück. Ab der Preußischen Neuaufnahme von 1892 ist der Ort auf Messtischblättern regelmäßig als Altenbrück verzeichnet.

1822 lebten 30 Menschen im als Hof und Mühle kategorisierten und als (Alten-)Bruck bezeichneten Ort, der nach dem Zusammenbruch der napoleonischen Administration und deren Ablösung zur Bürgermeisterei Overath im Kreis Mülheim am Rhein gehörte.[5] Für das Jahr 1830 werden für den als Altenbruck bezeichneten Ort 30 Einwohner angegeben.[6] Der 1845 laut der Uebersicht des Regierungs-Bezirks Cöln als Hof und Mühle kategorisierte und Altenbrück bezeichnete Ort besaß zu dieser Zeit fünf Wohngebäude mit 37 Einwohnern, alle katholischen Bekenntnisses.[7]

Die Liste Einwohner und Viehstand von 1848 zählt in Altenbrück 35 Einwohner und nennt Namen und Berufe der Haushaltsvorstände. Demnach am wohlhabendsten war ein Wilhelm Steinkrüger, der als Ackerer, Wirth und Betreiber einer Krautpresse aktenkundig wurde. Zu seinem Betrieb gehörten 11 Personen Gesinde, (namenlos) und 3 Pferde, 12 Kühe, 2 Schweine. Weitere Ackerer: Peter Eschbach (2 Pferde, 6 Kühe, 2 Kälber, 4 Schweine); Heinrich Hahn (1 Kuh) und Gerhard Weber (Ackerer und Schmied, 1 Kuh). Ferner als Bewohner in Altenbrück registriert: Christian Faßbender (Bergsteiger), Peter Schmitt Tagelöhner und ein zweiter Peter Schmitt mit den Vermerken Wittib und arm.[8]

Die Gemeinde- und Gutbezirksstatistik der Rheinprovinz führt Altenbrück 1871 mit sechs Wohnhäusern und 55 Einwohnern auf.[9] Im Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland von 1888 werden für Altenbrück neun Wohnhäuser mit 74 Einwohnern angegeben.[10] 1895 besitzt der Ort neun Wohnhäuser mit 61 Einwohnern.[11] 1905 werden zehn Wohnhäuser und 90 Einwohner angegeben.[12]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. FW Overath: Feuer in Geschäftshaus - Altes Zollhaus Abgerufen am 10. Oktober 2019
  2. Herbert Nicke: Die Brüderstraße. Aus der Geschichte der alten Landstraße von Köln nach Siegen. In: Land und Geschichte zwischen Berg, Wildenburg und Südwestfalen. Band 4. Galunder, Wiehl 2001, S. 70 ff.
  3. Vincenz Jacob von Zuccalmaglio: Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a.R. Band 2. Feilner, 1846.
  4. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; Bonn; 1898
  5. Alexander A. Mützell: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 1. Karl August Künnel, Halle 1821.
  6. Friedrich von RestorffTopographisch-statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolai, Berlin und Stettin 1830
  7. Uebersicht der Bestandtheile und Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften und einzeln liegenden benannten Grundstücke des Regierungs-Bezirks Cöln : nach Kreisen, Bürgermeistereien und Pfarreien, mit Angabe der Seelenzahl und der Wohngebäude, sowie der Confessions-, Jurisdictions-, Militair- und frühern Landes-Verhältnisse. / hrsg. von der Königlichen Regierung zu Cöln [Köln], [1845]
  8. Berthold Gladbach, Peter Lückerath: Die Overather Bevölkerung in Namens-, Steuer und Einwohnerlisten vom 15. bis zum 20. Jahrhundert, S. 182. Hrsg.: Geschichtsverein Rhein-Berg, Bergisch Gladbach 2016. ISBN 978-3-932326-75-2, S. 324
  9. Königliches Statistisches Bureau Preußen (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staats und ihre Bevölkerung. Die Rheinprovinz, Nr. XI. Berlin 1874.
  10. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1888.
  11. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1897.
  12. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1909.