American-Lancer-Klasse

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Typ C7-S-68c, d und e
American-Lancer-Klasse
Die American Lynx
Die American Lynx
Schiffsdaten
Schiffsart Turbinen-Semicontainerschiff
Turbinen-Containerschiff
Bauwerft Sun Shipbuilding, Chester, USA
Bauzeitraum 1966 bis 1971
Indienststellung 24. Januar 1968
Gebaute Einheiten 8
Fahrtgebiete Weltweite Fahrt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
c+d: 213,51
e: 214,73 m (Lüa)
204,22 m (Lpp)
Breite 25,91 m
Seitenhöhe 15,39 m
Tiefgang max. c+d: 9,78; e: 9,98 m
Vermessung BRT:
c: 18.770
d: 18.880
e: 19.130
NRT
c: 13.260
d: 13.400
e: 13.620
 
Besatzung bis zu 43
Maschinenanlage
Maschine General Electric-Getriebedampfturbine
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
20.358 kW (27.679 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
22,25 kn (41 km/h)
Propeller 1 × Festpropeller
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit c: 21.435
d: 20.816
e: 20.440 tdw
Container c: 1178, später 1364
d: 1210
e: 1434 TEU
Anschlüsse Kühlcontainer c+d: 70
e: 150
Zugelassene Passagierzahl 4

Die American-Lancer-Klasse war eine Baureihe von acht Containerschiffen der US-amerikanischen Reederei United States Lines. Die in Zusammenarbeit mit der US-Behörde Maritime Administration (MARAD) entwickelten Schiffe erhielten die Typenbezeichnungen C7-S-68c, d und e. Eines der Schiffe, die American Lancer brachte am 31. Mai 1968 die ersten Container aus den Vereinigten Staaten nach Hamburg.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

United States Lines bestellte im Dezember 1964 zunächst fünf hochentwickelte, aber konventionelle Stückgut-Schnellfrachter des Typs C7-S-68c, die für den Transatlantik-Dienst der Reederei vorgesehen waren. Nach den Erfahrungen mit der American-Racer-Klasse, wurde der Schiffsentwurf noch beim Bau der ersten beiden Einheiten zum Semicontainerschiff umgestaltet, um den veränderten Erfordernissen durch den Erfolg des Containersystems zu begegnen. Anders als die Schiffe der American Racer-Klasse war der überarbeitete C7-S-68c-Entwurf aber in der Hauptsache auf den Containertransport ausgerichtet. Das Typschiff und der Folgebau benötigten aufgrund dieser tiefgreifenden Umgestaltung jeweils Bauzeiten von rund zwei Jahren, während die weiteren Schiffe nur etwa ein Jahr Bauzeit erforderten.[2] Die Schiffe der American-Lancer-Klasse waren bei ihrem Bau die ersten als solche geplanten und gebauten Containerschiffe der Reederei. Mit der Ablieferung des Typschiffs American Lancer folgte im Mai 1968 ein einzelner Auftrag zu einem weiterentwickelten Containerschiffsentwurf des Typs C7-S-68d. Diesem folgten im September 1969 ein drittes Baulos mit zwei Orders über den nochmals weiterentwickelten Typ C7-S-68e. Die Ablieferung der Schiffe erstreckte sich bis zum März 1971. Die Schiffe bewährten sich und wurden bis zum Jahr 1988 bei der United States Lines betrieben.

Im April gab man die ersten drei Schiffe American Legion, American Liberty und American Lark an den US-amerikanischen Mitbewerber Sea-Land Service ab, der sie in Sea-Land Legion, Sea-Land Liberty und Sea-Land Lark umbenannte. Die verbleibenden fünf Schiffe American Lancer, American Lynx, American Astronaut, American Apollo und American Aquarius wurden in den Monaten Juni bis September desselben Jahres an die Puerto Rico Maritime Shipping Authority veräußert und erhielten dort die Namen Humacau, Mayaguez, Guayama, Nuevo San Juan und Carolina.

Fünf Einheiten wurden nach weiteren Verkäufen und Umbenennungen zwischen den Jahren 2002 und 2004 verschrottet, ein weiteres Schiff ebenfalls zum Abbruch bestimmt. Von den restlichen zwei Containerschiffen ist eines aufgelegt und ein letztes, die Horizon Challenger, immer noch in Fahrt.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Werft Sun Shipbuilding baute mit der American-Lancer-Klasse einen über Jahrzehnte gültigen Grundentwurf eines Containerschiffs ohne jegliches Ladegeschirr mit etwa zwei Drittel achtern angeordnetem Deckshaus. Beim Bau zählten sie zu den größten Containerschiffen weltweit. Der C7-S-68c-Typ war anfangs für den Transport von 1178 20-Fuß-Containern ausgelegt, der weiterentwickelte Typ C7-S-68d auf 1210 TEU. Die letzte Entwicklungsstufe C7-S-68e kam auf eine Kapazität von 1434 TEU von denen 150 Einheiten als Kühlcontainer gefahren werden konnten in einem RoRo-Bereich. Die Kapazität der älteren Baumuster wurde später durch eine höhere Stauung an Deck angehoben. Des Weiteren erhielten auch diese Schiffe im Nachhinein die Möglichkeit, Kühlcontainer zu transportieren, wenn auch nur rund 70 Einheiten.

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typ C7-S-68c, d und e – American-Lancer-Klasse
Indienststellung Werft/Baunummer Typ IMO-Nummer Bauname Umbenennungen und Verbleib
17. Mai 1968 Sun Shipbuilding/640 C7-S-68c 6708379 American Lancer Humacao (1988) → 2002 abgebrochen
9. Juli 1968 Sun Shipbuilding/641 C7-S-68c 6812211 American Legion Sea-Land Legion (1987) → Sea-Land Challenger (1988) → CSX Challenger (2000) → Horizon Challenger (2003)
17. September 1968 Sun Shipbuilding/642 C7-S-68d 6820579 American Liberty Sea-Land Liberty (1987) → Sea-Land Discovery (1988) → CSX Discovery (2000) → Horizon Discovery (2003) → 2010 aufgelegt → verschrottet
9. Dezember 1968 Sun Shipbuilding/643 C7-S-68d 6828624 American Lynx Mayaguez (1988) → 2007 abgebrochen
4. März 1969 Sun Shipbuilding/644 C7-S-68d 6905252 American Lark Sea-Land Legion (1987) → Sea-Land Crusader (1988) → CSX Crusader (2000) → Horizon Crusader (2003) → 2010 abgebrochen
10. Juni 1969 Sun Shipbuilding/649 C7-S-68e 6916861 American Astronaut Guayama (1988) → 2002 in Alang abgebrochen
9. Oktober 1970 Sun Shipbuilding/654 C7-S-68e 7026259 American Apollo Nuevo San Juan (1988) → 2003 abgebrochen
4. März 1971 Sun Shipbuilding/655 C7-S-68e American Aquarius Carolina (1988) → 2002 abgebrochen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Noteworthy American Ships of the Past and Present - Part XI - The USL American Lancer Class Containerliners. In: World Ship Society (Hrsg.): Marine News. Vol. XXIV, Nr. 2, Februar 1970, S. 56–57.
  • Cudahy, Brian J.: Box boats. How container ships changed the world. Fordham University press, New York 2006, ISBN 0-8232-2568-2.
  • Witthöft, Hans Jürgen: Container. Eine Kiste macht Revolution. 1. Auflage. Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg 2000, ISBN 3-7822-0777-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Seite der HHLA
  2. Bauliste von Sun Shipbuilding (PDF; 115 kB)