Anianus von Alexandria

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St. Markus heilt den Schuster Anianus. Relief über dem Eingang zum ehemaligen Gildehaus der venezianischen Schuster (Scoletta dei Calegheri)

Der heilige Anianus von Alexandria (andere Schreibweisen des Namens: Annianus, Ananias) wird von der altkirchlichen Tradition als zweiter Bischof von Alexandria betrachtet. Er sei Erstbekehrter und später Nachfolger im Bischofsamt des Evangelisten Markus gewesen.

Die einzigen Quellen, in denen er erwähnt ist, sind die apokryphen Markusakten (4./5. Jahrhundert nach Christus) und die Liste der Bischöfe von Alexandria von Eusebius von Caesarea, die jedoch nur seinen Namen enthält.

Nach der koptischen Legende war Anianus der erste Christ in Alexandria: Als der Evangelist Markus nach Alexandria kam, sei er fehlgetreten und habe seine Sandale zerrissen. Er habe sie zum Schuhmacher Anianus gebracht. Während Anianus mit der Ahle die Sandale repariert habe, habe er seinen Finger verletzt und vor Schmerz in Griechisch eis theos ‚der eine Gott‘ geschrien. Das habe dem Markus das Stichwort gegeben, er habe den Schuhmacher geheilt, nach seinem Glauben gefragt und ihm von Jesus Christus erzählt. Anianus und sein ganzer Haushalt seien getauft worden. Als Markus in den Westen gegangen sei, habe er den Anianus zum Leiter der Gemeinde ernannt – nach koptischer Tradition zum Patriarchen von Alexandria. Anianus habe aus seinem Haus eine Kirche gemacht, gepredigte und getauft. Nach zweiundzwanzig Jahren als Gemeindeleiter sei er in Frieden gestorben.

Orthodoxer und katholischer Gedenktag ist der 25. April, koptischer Gedenktag ist sein Todestag, der 20. Hator (29./30. November).

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VorgängerAmtNachfolger
MarkusBischof von Alexandria
61–82
Avilius