ʿAṣmāʾ bint Marwān

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ʿAṣmāʾ bint Marwān (arabisch ‏عصماء بنت مروان‎, DMG ʿAṣmāʾ bt. Marwān; † 25. oder 26. März 624) war eine Dichterin, die auf Anordnung Mohammeds ermordet wurde. ʿAṣmāʾ war Jüdin und Mutter von fünf Kindern. Ihr jüngstes Kind war ein Säugling.[1]

Sie hatte in einem Vers ihren Unmut über den Mord an dem greisen jüdischen Proselyten Abū ʿĀfak kundgetan und zum Angriff auf Mohammeds aufgerufen.[2]

Nach der Überlieferung von Ibn Ishāq stellte Mohammed die Frage, wer ihn von der Tochter Marwāns erlösen könne. Der Mord wurde noch am selben Tag ausgeführt. Täter war ʿUmair, ein Mitglied ihres Stammes. Nach der Überlieferung von Muhammad ibn Saʿd in seinem Kitāb aṭ-ṭabaqāt al-kabīr war der Mörder blind. Er tastete sie zuerst ab und riss dann das Kind an ihrer Brust weg und durchbohrte sie mit einem Schwert.[3] Mohammed soll ihn anschließend gelobt haben. Er habe Gott und dem Propheten geholfen. Wegen möglicher Racheakten solle er sich keine Sorgen machen. Wegen dieser Frau würden keine zwei Ziegen aufeinander losgehen. Dieser Ausspruch Mohammeds ist sprichwörtlich geworden und wird u.a. von Ibn ʿAsākir in seiner Gelehrtengeschichte von Damaskus Taʾrīch madīnat Dimaschq aufgeführt.[4] Die Redewendung dient Beschreibung von Bagatellen. [5]

Laut Ibn Ishāq habe sich noch am Tag des Mordes der gesamte Clan ʿAṣmāʾ bint Marwāns zum Islam bekehrt, die Männer von B. Khaṭma nahmen den Islam an, weil sie die die Stärke des Islam erkannten.

Quellen[Bearbeiten]

  • Sprenger, Aloys: Das Leben und die Lehre des Mohammad, Dritter Band, Nicolaische Verlagsbuchhandlung. Berlin 1865; 19. Kapitel, S. 145 - 147
  • Bey, Essad: Mohammed Biographie, Kiepenheuer Verlag, Berlin 1991, S. 231 f
  • Ibn Ishāq: Sirat Rasul Allah (A. Guillaume's translation "The Life of Muhammad") page 675, 676
  • Ibn Sa'd: Kitab al-Tabaqat al-Kabir, translated by S. Moinul Haq, volume 2, page 31
  • Ibn 'Adiyy, Al-Kamel, Volume 6, page 145

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rudi Paret: Mohammed und der Koran. Geschichte und Verkündung des arabischen Propheten. 6. Auflage. Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1985, S. 162
  2. The Life of Muhammad. A translation of Ishaq's "Sirat Rasul Allah", pgs. 675–676, A. Guillaume, Oxford University Press, 1955
  3. Band 1, S. 18 (ed. Eduard Sachau. Leiden). Dazu die Zusammenfassung in deutscher Sprache auf S. XIV
  4. Band 51, S. 224-225 (ed. al-ʿUmarī. Beirut 1997)
  5. Siehe: Lisān al-ʿArab, s.v. n-ṭ-ḥ und auch das Wörterbuch von Lane, S. 2809.