Taktisches Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Aufklärungsgeschwader 51)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Taktisches Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“
— TaktLwG 51 „I“ —
III
Wappen des Taktischen Luftwaffengeschwader 51
Internes Verbandsabzeichen (Wappen)
Aufstellung 1. Januar 1994
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Teilstreitkraft Luftwaffe Luftwaffe
Stärke ca. 1583
Unterstellung Luftwaffentruppenkommando
Standort Kai-Uwe-von-Hassel-Kaserne Kropp
Fliegerhorst Schleswig-Jagel
Auszeichnungen Flag of Germany.svg Fahnenband
Deutschland (1997),
Flag of Schleswig-Holstein.svg Fahnenband
Schleswig-Holstein (1999)
Führung
Kommodore Oberst Michael Krah
Stv. Kommodore Oberstleutnant Volker Jansen
Luftfahrzeuge
Elektronische
Kampfführung
Tornado ECR
Aufklärungsflugzeug/
-hubschrauber
Tornado RECCE, IAI Heron

Das Taktische Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ (TaktLwG 51„I“), bis 30. September 2013 Aufklärungsgeschwader 51 „Immelmann“ (AG 51 „I“) ist ein Aufklärungsgeschwader der Bundeswehr.[1] Es ist das jüngste Geschwader der Luftwaffe und das einzige mit der Fähigkeit zur bemannten und unbemannten taktischen Luftaufklärung innerhalb der Bundeswehr. Es ist in der Kai-Uwe-von-Hassel-Kaserne und dem Fliegerhorst Schleswig-Jagel in Schleswig-Holstein beheimatet. Das Geschwader ist ausgerüstet mit 20 Flugzeugen vom Typ Panavia Tornado ECR, 5 Tornado IDS-T, digitalen optischen Aufklärungsbehältern, mobilen Auswerteanlagen und Unbemannten Luftfahrzeugen.

Das Geschwader ist Mitglied der sogenannten „Tiger Association“ und war als solcher 2004 und 2014 Ausrichter des NATO Tiger Meets.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen des ehemaligen AG 51
Wappen des ehemaligen AG 52

Nachdem die beiden mit RF-4E Phantom II ausgerüsteten Aufklärungsgeschwader 51 in Bremgarten und 52 in Leck aufgrund von Truppenreduzierungen nach dem Ende des Kalten Kriegs aufgelöst wurden, hatte die Luftwaffe keinerlei Möglichkeiten zur abbildenden Luftaufklärung mehr. Ab Juli 1992 wurde auf dem Marinefliegerhorst Schleswig-Jagel die Aufstellung eines Aufklärungsgeschwaders, unter anderem mit Personal und Material des Marinefliegergeschwaders 1, begonnen. Von Januar bis März 1993 führte die 1. Staffel Flugbetrieb mit Marine-Tornados unter der Bezeichnung „Luftwaffen-Tornado-Geschwader-Jagel“ durch.

Den Namen Aufklärungsgeschwader 51 „Immelmann“ erhielt der Verband im April 1993. Die Bezeichnung des Geschwaders und der Traditionsname Max Immelmann wurde vom aufgelösten Aufklärungsgeschwader 51 übernommen, der Panther als Geschwaderwappen vom ehemaligen Aufklärungsgeschwader 52.

Die offizielle Indienststellung des neuen AG 51 erfolgte durch den damaligen Inspekteur der Luftwaffe Generalleutnant Jörg Kuebart im Januar 1994. Im Juli 1995 wurden sechs Recce-Tornados als Teil des Einsatzgeschwader 1 nach Piacenza in Italien verlegt, um an Einsätzen über dem ehemaligen Jugoslawien teilzunehmen. Nach Beteiligung an UNPROFOR, IFOR, SFOR, der Operation Allied Force und KFOR wurden die letzten Kräfte 2001 aus Italien abgezogen.

Nach Auflösung des Marinefliegergeschwader 2 hat das Aufklärungsgeschwader am 1. Januar 2005 dessen Auftrag zur Seekriegsführung aus der Luft übernommen.

Zwischen April 2007 und November 2010 waren permanent jeweils sechs Tornados im afghanischen Mazar-e Sharif beim dortigen Einsatzgeschwader der Bundeswehr stationiert, die in dieser Zeit knapp 5000 Flüge durchführten. Sowohl die Besatzungen als auch die Luftfahrzeuge wurden regelmäßig ausgetauscht, wobei die Einsatzdauer der Crews in der Regel sechs Wochen betrug. Das Stadtmuseum Schleswig zeigte im Jahre 2011 eine Fotoausstellung zum Einsatz in Afghanistan mit dem Titel Adleraugen über Afghanistan.[2]

Am 3. März 2010 wurde die 2. Staffel des Aufklärungsgeschwaders als Staffel für Unbemannte Aufklärungssysteme formell in Dienst gestellt. Bereits im gleichen Monat soll die Drohne IAI Heron durch diese Einheit im Rahmen der ISAF in Afghanistan eingesetzt werden.[3]

Im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde zum 1. Oktober 2013 das Aufklärungsgeschwader 51 „Immelmann“ (AG 51 „I“) in Taktisches Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ (TaktLwG 51 „I“) umbenannt.[4]

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine RF-104G des alten AG 51 mit einer RF-101C der USAF
Panavia Tornado IDS des AG51, Tarnschema NORM 95

Das Taktische Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ gliedert sich in zwei Gruppen, die Fliegende Gruppe und die Technische Gruppe.

Geschwaderstab[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Geschwaderstab (auch Stab TaktLwG 51 „I“) unterstützt den Kommodore und legt die zur Umsetzung des Auftrages erforderlichen Maßnahmen fest. Seine Sachgebiete unterteilen sich in: S1 – Personalwesen, S2 – Militärische Sicherheit und militärisches Nachrichtenwesen, S3 – Einsatz, Organisation und Ausbildung, S4 – Logistik, S6 – IT und Kommunikation. Außerdem sind dem Geschwaderstab noch folgende Sachbereiche zugeordnet: Flugsicherheit, Standardisierungsgruppe, Fliegerarzt, Controlling und Weiterentwicklung von Taktik, Technik und Verfahren (TTVG).

Fliegende Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fliegende Gruppe ist zurzeit in zwei fliegende Staffeln unterteilt:

  • Die 1. Staffel ist mit einem Buchbestand von 24 Recce- und ECR-Tornados ausgerüstet (Stand 2014), letztere wurden ab Ende 2012 sukzessive vom damaligen JaboG 32 übernommen.
  • Die 2. Staffel ist mit Unbemannten Luftfahrzeugen (UAS) ausgestattet. Zum Einsatz kommt seit dem Jahr 2010 das unbemannte Luftaufklärungssystem für mittlere Höhen (MALE) IAI Heron, welches vom israelischen Hersteller IAI angemietet wurde. Ab Spätsommer 2013 sollte das unbemannte Luftaufklärungssystem für große Höhen (HALE) Eurohawk als Aufklärungsmittel in Dienst gestellt werden, wobei die Herons dadurch eine 3. Staffel gebildet hätten.

Hinzu kommen als nichtfliegende Elemente die Flugbetriebsstaffel und die Luftbildstaffel. Durch die geplante Auflösung des Fliegerischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe wird sich der Tornado-Bestand durch die 15 Luftfahrzeuge aus Holloman nach 2017 auf 39 Flugzeuge erhöhen.

Bei Planung, Steuerung und Überwachung des Flugbetriebs arbeitet der Stab mit den Sachgebieten S1 bis S3 dem Kommandeur Fliegende Gruppe zu.

Technische Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Technische Gruppe stellt die zum Flugbetrieb erforderlichen Flugzeuge durch Instandsetzung und Instandhaltung bereit. Auch die Versorgung des Geschwaders mit Ersatzteilen, Betriebsstoffen, Munition, Verpflegung und Bekleidung gehört zu den Aufgaben der Technischen Gruppe. Für die Wahrnehmung dieser logistischen Unterstützung sind ein Stab und die Instandsetzungsstaffel, die Wartungs- und Waffenstaffel, die Elektronikstaffel und die Nachschub- und Transportstaffel zuständig.

Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Juli 1995 bis Juni 2001 waren Kräfte des AG 51 im Rahmen UNPROFOR, IFOR, SFOR, der Operation Allied Force und KFOR an Einsätzen über dem ehemaligen Jugoslawien beteiligt.

Im Rahmen der Unterstützung der ISAF befanden sich Teile des Aufklärungsgeschwaders von 2007 bis 2010 in Mazar-e-Sharif in Afghanistan.[5] Teile der Luftbildstaffel und der 2. Fliegenden Staffel des Geschwaders mit der Aufklärungsdrohne Heron befinden sich bis heute im Einsatz in Afghanistan im Rahmen der ISAF.

Am 10. Dezember 2015 wurden die ersten zwei Tornados und 40 Soldaten des Geschwaders auf den türkischen Militärstützpunkt Incirlik verlegt um Aufklärung im Einsatz gegen den Islamischen Staat zu leisten.

Genutzte Flugzeugmuster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Taktische Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“. Bundeswehr, 11. Oktober 2013, abgerufen am 13. Oktober 2013.
  2. Aufklärung aus der Luft gegriffen in FAZ vom 11. März 2011, Seite 33
  3. Ein neues Zeitalter beginnt. Homepage der Deutschen Luftwaffe, 3. März 2010, abgerufen am 3. März 2010.
  4. Karl Schwarz: Luftwaffe: Verbände in 'Taktische Luftwaffengeschwader' umbenannt. In: Flug Revue. 20. September 2013. Abgerufen am 10. Januar 2014.
  5. Geschichte des AG 51 auf der Homepage der Luftwaffe; eingesehen am 29. Juni 2009

Koordinaten: 54° 27′ 34″ N, 9° 30′ 59″ O