August Pradetto

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August Pradetto (* 20. Januar 1949 in Graz) ist ein deutscher Politikwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pradetto studierte Politikwissenschaft, Publizistik und Germanistik an der Freien Universität Berlin, wo er auch promovierte.[1] Ab 1977 war er Lehrbeauftragter und ab 1979 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Politikwissenschaft der FU Berlin. Nach einem Auslandsjahr in Warschau (1984/85) war er bis 1989 an der Universität Wien und am Institute of European Studies (Vienna Program) sowie am Center for International and Intercultural Studies der St. Lawrence University (Vienna) tätig, bevor er an die Freie Universität Berlin zurückkehrte.

1992 wurde Pradetto an die Helmut Schmidt Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg auf den Lehrstuhl für Politikwissenschaft, insbesondere auswärtige und internationale Politik osteuropäischer Staaten, berufen. Außerdem erhielt er 2006 einen Ruf an die Hong Kong Baptist University, wo er bis 2008 am Department of Government and International Studies als Professor for International Relations tätig war. Im Jahre 2014 wurde er emeritiert. Seither lehrt und forscht er an diversen wissenschaftlichen Einrichtungen und Universitäten.

Seine Arbeitsschwerpunkte sind Außenpolitik und regionale Sicherheit in Europa, Internationales Krisenmanagement, NATO-Osterweiterung, deutsche Außen- und Sicherheitspolitik sowie Auslandseinsätze der Bundeswehr (Balkan, Afghanistan), die Transformation postkommunistischer Systeme sowie Sicherheit in Zentralasien. Einen kritischen Fokus richtete er nach dem Ende des Kalten Krieges auf die westliche Interventionspolitik und ihre Legitimierung sowie auf internationale Krisen wie „9/11“/Afghanistan/Irak, Libyen/Syrien und Ukraine/Russland.

Seit 2004 ist August Pradetto Herausgeber der Schriftenreihe „Strategische Kultur Europas“ beim Verlag Peter Lang.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Techno-bürokratischer Sozialismus – Polen in der Ära Gierek (1970–1980), Verlag Peter Lang, Frankfurt et al. 1991.
  • Bürokratische Anarchie – Der Niedergang des polnischen „Realsozialismus“, Böhlau Verlag, Wien/Köln 1992.
  • Die Rekonstruktion Ostmitteleuropas – Politik, Wirtschaft, Gesellschaft im Umbruch, (hrsg.) Ed. Westdeutscher Verlag, Opladen 1994.
  • Ostmitteleuropa, Russland und die Osterweiterung der NATO – Perzeptionen und Strategien im Spannungsfeld nationaler und europäischer Sicherheit, (Hrsg.). Ed. Westdeutscher Verlag, Opladen 1997.
  • Die Debatte über die Kosten der NATO-Osterweiterung (hrsg. mit F.M. Alamir), Nomos Verlag, Baden-Baden 1998.
  • Konfliktmanagement durch militärische Intervention? Dilemmata westlicher Kosovo-Politik, Studien zur Internationalen Politik (Hamburg), Nr. 1, 1998.
  • Die NATO auf dem Weg ins 21. Jahrhundert, (hrsg. mit Heiner Timmermann), LIT Verlag, Münster et al. 2002.
  • Die zweite Runde der NATO-Osterweiterung – Zwischen postbipolarem Institutionalismus und offensivem Realismus, (hrsg.) Peter Lang Verlag, Frankfurt a. M. et al. 2004.
  • Sicherheit und Verteidigung nach dem 11. September 2001: Akteure – Strategien – Handlungsmuster, (hrsg.) Peter Lang Verlag, Frankfurt a. M. et al. 2004.
  • Präsidenten in postkommunistischen Ländern – Ein Handbuch, (zus. mit Carola Weckmüller) Peter Lang Verlag, Frankfurt a. M. et al. 2004.
  • Human Security und Auslandseinsätze der Bundeswehr, (hrsg.) LIT Verlag, Münster et al. 2005.
  • Intervention, Regimewechsel, forcierte Migration: Die Fälle Kosovo, Afghanistan und Irak, Peter Lang Verlag, Frankfurt a. M. et al. 2008.
  • Zivil-militärische Zusammenarbeit und comprehensive approach im Kontext postbipolarer Weltordnungspolitik, Studien zur Internationalen Politik (Hamburg), Nr. 2, 2011.
  • Demokratischer Frieden, responsibility to protect und die „humanitäre Intervention“ in Libyen, (hrsg.) Studien zur Internationalen Politik, Nr. 1, 2012.
  • Zentralasien und die Weltmächte, oder: Great Game Boys auf Reisen, Peter Lang Verlag, Frankfurt a. M. et al. 2012.
  • Die Krim, die bösen Russen and der empörte Westen. Blätter für deutsche und internationale Politik, Nr. 5/2014, S. 73–78 link
  • Die Ukraine-Krise: Geopolitik und Identität im Verhältnis zwischen Russland und dem Westen, In: Die Friedens-Warte (1–2/2014), S. 31–58.
  • Normen, Interessen, Projektionen: Deutschland und die militärische Intervention in Libyen 2011; in: Beestermöller, Gerhard (Hrsg.): Libyen: Missbrauch der Responsibility to Protect? Baden-Baden 2014: Nomos, S. 65–114.
  • Ost-West-Beziehungen und deutsche Außenpolitik seit der Wiedervereinigung, In: Aus Politik und Zeitgeschichte (33–34/2015), S. 48–56 link
  • Dekonstruktion von Souveränität – Diskurse zur Legitimierung militärischer Interventionen, In: Die Friedens-Warte (1–2/2015), S. 15–25.
  • R2P, der Regimewechsel in Libyen und die Nichtintervention in Syrien: Durchbruch oder Sargnagel für die Schutzverantwortung?, In: Staack, Michael/Krause, Dan (Hrsg.): Schutzverantwortung in der Debatte – Die R2P nach dem Libyen-Dissens, Verlag Barbara Budrich, Opladen 2015, S. 15–54.
  • Der Krieg finanziert den Krieg – Die transatlantischen Beziehungen und die NATO vor und mit Trump, In: Blätter für deutsche und internationale Politik (4/2017), S. 97–106 link
  • Die Ukraine, Russland und der Westen: Die Inszenierung einer Krise als geopolitischen Konflikt, In: Staack, Michael (Hrsg.): Der Ukraine-Konflikt, Russland und die europäische Sicherheitsordnung. Wien 2017, S. 21–72 link
  • Mit aller Macht: Putin zum vierten, In: Blätter für deutsche und internationale Politik, Nr. 4/2018, S. 44–52 link
  • Rückkehr des Kalten Krieges? Außenpolitisches identity building und konfrontative Strategien nach dem Ende der Bipolarität; in: Kompass, Nr. 09/2018, S. 6–9.
  • Das hybride Bündnis. NATO-Osterweiterung zwischen Integration und Konfrontation. In: Wissenschaft und Frieden, Nr. 1/2019, S. 8–12 link
  • 70 Jahre Nato: Von der Konfrontation zur Integration und wieder zurück; in: Blätter für deutsche und internationale Politik 4/2019, S. 93–102 link

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Curriculum vitae in Pradettos Dissertationsschrift

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]